Der beliebte Fledermaus-Held im schwarzen Gewand ist zurück - diesmal in etwas kantiger Form, aber mit viel Humor und jener freundlichen Figuren-Ausgestaltung, die „Lego“-Games auszeichnet. Die Geschichte von „Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ greift prägende Momente aus Batmans gesamter Kino-, Fernseh- und Videospielgeschichte auf und verknüpft sie miteinander.
Und so spielt „Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ selbstverständlich in Gotham City, wo sich Bruce Wayne auf die Jagd nach Unterweltboss Carmine Falcone begibt. Falcones rechte Hand, der Pinguin und dessen Nachtclub Iceberg Lounge fehlen auch nicht. Wer die Comicverfilmung „The Batman“ (2022) gesehen hat, erkennt gleich, wo sich die Entwickler von TT Games haben inspirieren lassen.
Das Personal im Game lässt keine Wünsche offen: Neben dem bereits erwähnten Pinguin sind etwa Catwoman, Joker oder Police Commissioner Jim Gordon mit von der Partie. Hinzu kommen aber auch Absolute Batman oder Absolute Catwoman aus DCs neuester Comic-Reihe.
Das alles könnte man negativ als reinen „Fan-Service“ werten - oder einfach positiv betrachten als Versprechen, dass jede Generation ihren Batman findet. So riskant diese Mischung aus Epochen und Stilen auch klingen mag: Sie fühlt sich am Ende gut an, wie ein liebevoll kuratiertes Archiv.
Das Kampfsystem verbindet Schlag-Kombos, Stealth-Techniken und Detektiv-Fähigkeiten miteinander und ist inspiriert von den Free-Flow-Mechaniken früherer Batman-Spiele. Es ermutigt die Spielenden, Fähigkeiten und Waffen wie Batmans Batarangs (Fledermaus-Wurfmesser) kreativ zu kombinieren, was dem Ganzen immer wieder eine skurrile, unverwechselbare Note verleiht.
Humor an den richtigen Stellen ergänzt und bereichert die Story. Beispiel: Zwei Türsteher vor der Iceberg Lounge behaupten einfach, dass es sich bei dem Nachtclub-Gebäude um einen Fischmarkt handelt - um Bruce Wayne dann kurzerhand einen Fisch um die Ohren zu hauen.
Auch „Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ bietet das klassische Couch-Koop-Erlebnis - ein Feature, das seit jeher zur DNA der „Lego“-Reihe gehört und in Zeiten der Online-Multiplayer wohltuend altmodisch wirkt. Alle Level sind so gestaltet, dass jeder einfach einen Controller in die Hand nehmen und mitspielen kann.
Die Rätsel und Geschichten fordern einen geradezu auf, mit einem Sidekick anzutreten. Im Solospiel dagegen muss man unfreiwillig und unweigerlich auf die Bremse treten: Der ständige Wechsel zwischen den Charakteren für bestimmte Aktionen unterbricht den Spielfluss spürbar. Und manche Rätsel lassen sich schlicht nur zu zweit lösen.
Die Spielenden haben sieben Charaktere zur Auswahl: Batman, Jim Gordon, Batgirl, Nightwing, Robin, Catwoman und Talia al Ghul. Jede Figur bringt eigene Skills, besondere Fähigkeiten und immer auch ein besonderes Gadget mit: etwa Batmans Batclaw, Robins Seilwerfer, Gordons Schaumsprüher oder Catwomans Peitsche.
Die Entscheidung der Entwickler, weniger Charaktere im Spiel unterzubringen als etwa in früheren „Lego“-Titeln schon einmal anzutreffen waren, zahlt sich aus: Spielende bleiben so deutlich stärker bei der Sache.
Gothams weitläufige, offene Welt erstreckt sich über vier Inseln: Ace Chemicals, die Gotham Botanical Gardens, Wayne Tower und Arkham Asylum. Per Greifhaken, Gleitflug oder im Batmobil lässt sich die Stadt durchqueren, um Verbrechen aufzuklären, Riddler-Rätsel zu lösen, Belohnungen, Geheimnisse und Wahrzeichen zu entdecken.
Verschiedene Batmobile und Batcycles - darunter der legendäre Tumbler - können ausgewählt und nach eigenem Geschmack angepasst werden. Die Batcave dient als persönliches Hauptquartier und beherbergt Fahrzeuge, Trophäen, Sammelgegenstände und eine riesige Kollektion von Batsuits, die rund 100 verschiedene Kostüme aus 86 Jahren Batman-Geschichte umfasst.
Wer glaubt, „Lego“-Spiele seien nur etwas für Kinder, den belehrt „Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ eines Besseren. Denn es gibt den „Dunkle Ritter“-Modus, ein Schwierigkeitsgrad, der auch erfahrene Spielende fordert.
Fehler werden hart bestraft, Kämpfe verlangen taktisches Denken, und der kalkulierte Einsatz von Gadgets und Umgebungsaktionen entscheidet über Sieg oder Niederlage. Ein einziger Fehltritt kann den sofortigen Rückschlag bedeuten. Das macht das Spiel familienfreundlich und anspruchsvoll zugleich.
Es ist offenkundig, dass „Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ von Batman-Fans für Batman-Fans entwickelt wurde. TT Games hat eine offene Welt erschaffen, die mutig viele Jahrzehnte Fledermaus-Geschichte miteinander verknüpft, ohne dabei den unverwechselbaren Witz der „Lego“-Games aus den Augen zu verlieren.
Während man durch Gothams Straßenschluchten gleitet, Schurken das Handwerk legt und die Batcave mit Trophäen füllt, stellt man zufrieden fest, dass man sich hier gar nicht die große Frage nach dem besten aller Batman-Games stellt. Denn „Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ gibt den Spielenden ein wenig von allem aus Batmans großer weiter Welt - und das ist - kurz gesagt - seine größte Stärke.
„Lego Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters“ erscheint am 22. Mai 2026 für Playstation 5, Xbox Series X/S und PC (Steam und Epic Games Store). Kostenpunkt: rund 70 Euro. Die Altersfreigabe (USK) liegt bei zwölf Jahren. Eine Version für Nintendo Switch 2 soll später im Jahr folgen.
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