Frühling, bald Sommer – und einfach nichts zum Anziehen? Wen beim Blick in den Kleiderschrank derzeit dieses Gefühl überfällt, der sollte erst mal: Träumen. Dazu rät die Farb- und Stilberaterin Jasmin Link. Man sollte sich also vorfreudig die Sommersituationen vorstellen: „Arbeit, Freizeit, Urlaub, Feste.“
Mit diesen Szenarien im Kopf kann man dann durchgehen, welche Stücke man gerne tragen würde. Die schreibt man auf, erstellt eine Wunschliste, gleicht sie mit dem Ist-Bestand im Kleiderschrank ab und ergänzt den fehlenden Rest, empfiehlt Link.
Allerdings sollte man auch etwas Realismus walten lassen – und sich nicht von allzu unwahrscheinlichen Sommersituationen leiten lassen, etwa die Kreuzfahrt, die man gar nicht gebucht hat.
„Durch meine jahrelangen Einblicke in Kleiderschränke ist mir aufgefallen, dass Menschen sehr gerne Sommerkleidung kaufen“, sagt Link. Sie rät deshalb, so viel wie nötig zu kaufen, aber so wenig wie möglich – und zu Materialien zu greifen, die sich an heißen Tagen angenehm tragen lassen: Leinen und Musselin etwa.
Links Sommerfavorit ist Tencel. Dieses Material sei nachhaltig, weich auf der Haut und luftdurchlässig. Die halbsynthetische Chemiefaser wird auch Lyocell genannt und ist der Verbraucherzentrale Hessen zufolge biologisch abbaubar.
„Allgemein eignen sich Naturmaterialien bei häufigem Schwitzen“, empfiehlt Jasmin Link. „Wolle-Seide-Mischungen temperieren auch sehr gut als Unterhemden für Hemdträger im Büro.“
Und mache Kleidungsstücke lassen sich auch umfunktionieren. Für Link gehört in die Sommergarderobe neben Hüten, Basecaps und Co. etwa auch ein leichter Schal. Der kann als Bolero getragen werden. „Wenn er cremeweiß ist, passt er zu allen Farben.“ Und er wärmt, wenn es doch mal kühler ist als gedacht.
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