Taiwan: US-Freeclimber startet Wolkenkratzer-Aktion | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 25.01.2026 02:43

Taiwan: US-Freeclimber startet Wolkenkratzer-Aktion

Vorm höchsten Wolkenkratzer Taiwans: Der Freeclimber Alex Honnold benutzt bei seiner waghalsigen Aktion keine Seile.  (Foto: Corey Rich/Netflix/dpa)
Vorm höchsten Wolkenkratzer Taiwans: Der Freeclimber Alex Honnold benutzt bei seiner waghalsigen Aktion keine Seile. (Foto: Corey Rich/Netflix/dpa)
Vorm höchsten Wolkenkratzer Taiwans: Der Freeclimber Alex Honnold benutzt bei seiner waghalsigen Aktion keine Seile. (Foto: Corey Rich/Netflix/dpa)

Einen Tag später als geplant hat Kletter-Superstar Alex Honnold mit dem live per Stream übertragenen Aufstieg auf den über 500 Meter hohen Wolkenkratzer Taipeh 101 begonnen. Um 9:12 Uhr Ortszeit verließ der 40 Jahre alte Amerikaner in Taiwans Hauptstadt den sicheren Boden. Auf eine Absicherung verzichtete er - Honnold gilt als einer der besten Freeclimber der Welt. 

Übertragen wird die waghalsige Aktion bei Netflix. Geplant war sie ursprünglich für Samstagmorgen. Allerdings sorgte Regen für eine Verschiebung. Die Sicherheit habe oberste Priorität, erklärte Netflix. 

 „Wenn du fällst, stirbst du“

In einem Interview des amerikanischen Senders CNN hatte Honnold vor der Aktion auf die Frage, ob der Streamingdienst irgendein Sicherheitsnetz eingebaut habe, mit „Nein“ geantwortet. „Wenn du fällst, stirbst du“, betonte er. Vor dem ungesicherten Aufstieg übte er am pagodenartig gebauten 508 Meter hohen Wolkenkratzer in Taipeh mit Seilen. Rund zweieinhalb Monate bereitete sich Honnold speziell auf den Taipeh 101 vor.

„Skyscraper live“ nennt Netflix das Spektakel. „Ich bin mittlerweile an die Angst gewöhnt. Sie klettert immer mit“, sagte Honnold. Der verheiratete Vater von zwei kleinen Kindern erlangte über die Freikletter-Szene hinaus große Bekanntheit durch „Free Solo“. Die Produktion gewann 2019 den Oscar als bester Dokumentarfilm. Gezeigt wird, wie Honnold die 915-Meter-Wand des El Capitan im Yosemite Nationalpark bezwingt. Insgesamt klettert der Extremsportler bereits seit rund 30 Jahren.

Verständnis für Kritik

Kritik an seinem Wolkenkratzer-Projekt kann Honnold nach eigener Aussage „total verstehen“. Aber wenn andere Freeclimber die Möglichkeit bekämen, das zu klettern, würden sie es auch tun. „Die Leute schauen auf das Projekt und sagen: Das ist riskant oder gefährlich. Aber für mich ist es nicht so viel anders als das, was ich sonst mache“, sagte Honnold.

Medienwissenschaftler sehen die Live-Übertragung als problematisch an. „Menschen dabei zuzusehen, wie sie sich in eine Todesrisiko-Situation begeben, halte ich persönlich für ethisch nicht vertretbar“, sagt der deutsche Medien- und Sportwissenschaftler Thomas Horky dem Schweizer Rundfunksender SFR.

© dpa-infocom, dpa:260125-930-592235/1


Von dpa
north