Eine der ältesten deutschen Filmgesellschaften wird zweigeteilt: Die Bavaria Film im Münchner Vorort Grünwald wird in eine Produktionsfirma und eine Immobiliengesellschaft geteilt, für die auch externe Investoren gesucht werden sollen. Das sagte Geschäftsführer Christian Franckenstein der „Süddeutschen Zeitung“. „Der eine Teil wird die gesamte Produktion umfassen, der andere Teil alle Immobilien und den operativen Studiobetrieb auf dem Gelände.“
Filme gedreht werden auf dem Gelände seit 1919, dem Gründungsjahr des Vorgängerunternehmens Münchner Lichtspielkunst. In den 1950er Jahren kam die Fernsehproduktion hinzu. Das Unternehmen hat sogar einen eigenen Platz: Die Adresse lautet Bavariafilmplatz 7 im Grünwalder Gemeindeteil Geiselgasteig. Nach Franckensteins Worten machte die Bavaria Film im vergangenen Jahr zwar 308 Millionen Euro Umsatz, doch am Ende blieb nur ein kleiner Nettogewinn von acht Millionen Euro.
Gesellschafter der Bavaria Film sind die öffentlich-rechtlichen Sender BR, WDR, SWR und MDR sowie der Freistaat Bayern. Die Aufsichtsgremien haben der Aufspaltung nach Franckensteins Worten zugestimmt. „Das ist eine historische Zäsur“, sagte der Geschäftsführer der „SZ“. „Die Bavaria Film in ihrer bisherigen Aufstellung ist dann Geschichte.“
Das 28 Hektar große Gelände soll größtenteils als Medienstandort erhalten bleiben. Beliebt ist die Bavaria Filmstadt auf einem Teil des Geländes auch bei Besuchern, die Kulissen und Requisiten der Filmschlager vergangenen Jahre und Jahrzehnte besichtigen. Zu den beliebten Attraktionen zählt nach der U-Boot-Nachbau, in dem Regisseur Wolfgang Petersen 1981 Teile seines Klassikers „Das Boot“ drehte.
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