Den Wunsch nach einer langen Einkaufsnacht im Sommer gibt es bei den Einzelhändlern in der Altstadt schon länger. Die Premiere am Samstag blieb hinter den Hoffnungen zurück. Organisatoren und beteiligte Händler sind dennoch ganz zufrieden.
„Man sollte nicht nach einer ersten langen Einkaufsnacht im Sommer das Handtuch werfen“, formulierte Manuela Trapp die Durchhalteparole. Die Inhaberin der „Lustobjekte“ hat zusammen mit Elke Knöbl (Goldschmiede Knöbl) und Elke Homm-Vogel (Tante Anna) das Projekt einer langen Einkaufsnacht im Sommer maßgeblich angeschoben.
„Es waren zu wenig Geschäfte, die sich beteiligt haben“, räumte Trapp ein. Bis 22 Uhr waren es gut ein Dutzend Läden, die offen waren – quer verteilt über die Stadt, mit einem Schwerpunkt in der Neustadt. Bis 20 Uhr waren noch ein paar mehr dabei. Allerdings fehlten das Brücken-Center und die großen Bekleidungshäuser in der Altstadt als Magneten.
„Das ist schon traurig“, meinte eine Besucherin, als sie gegen 21 Uhr ihre Shoppingtour früher als geplant beendete. Auch Elke Knöbl bedauerte, dass nicht alle aufgemacht haben, die es bei der Umfrage vorab angekündigt hatten. „Da hat das positive Bild natürlich ein paar Risse bekommen.“
Beim Spaziergang durch die Altstadt konnte man aber feststellen, dass in den offenen Geschäften Kunden unterwegs waren. Kein Andrang, aber ein munteres Kommen und Gehen. Auch Aktionen auf der Straße ließen die Menschen stehen bleiben: eine Bar mit Stehtischen, ein Straßenmusiker oder ein Heimwerker-Wettbewerb. Die Gastronomiebetriebe in der Altstadt waren ebenfalls besser gefüllt als an einem normalen Sommer-Samstagabend.
„Unser eigenes Ergebnis war sehr gut“, stellte Manuela Trapp fest. Etliche neue Kundinnen hätten sich bei ihr umgeschaut und auch eingekauft. Auch bei Tante Anna ist man zufrieden. „Solche Aktionen dienen nicht dazu, riesigen Umsatz zu machen. Da geht es um die Wahrnehmung“, stellte Elke Homm-Vogel fest, die beruflich im Bereich Einkaufszentren beschäftigt ist. Etliche hätten die Gelegenheit genutzt, um sich in dem noch immer relativ neuen Nahversorger in der Neustadt umzusehen.
Angeschoben hatte die Aktion die neue Händlervereinigung „Miteinander – Füreinander“. Von Seiten der Stadtverwaltung war man allerdings vom Termin zu den Rokoko-Festspielen nicht angetan und wollte lieber eine Kombination mit der Kneipenjagd. Das fanden die Einzelhändler nicht gut. Zum einen, weil die beiden Interessen kaum unter einen Hut zu bringen sind, zum anderen, weil dieser Termin schon Anfang April gewesen wäre.
Die Stadträtinnen Elke Homm-Vogel (Freie Wähler) und Kathrin Pollack (SPD) mussten einige Überzeugungsarbeit leisten, bevor der Stadtrat grünes Licht gab, um die Einkaufsnacht am ersten Juli-Wochenende zu genehmigen. Das Ladenschlussgesetz in Bayern schrieb bisher vor, dass derartige Verkaufsveranstaltungen immer im Zusammenhang mit einer anderen Veranstaltung stehen müssen.
Möglicherweise sei der Termin nicht optimal gewesen, räumt Trapp ein. In Gunzenhausen war Bürgerfest, in Bad Windsheim Altstadtfest. Bei einer Neuauflage im kommenden Jahr sollte man so etwas besser im Blick haben, weil das Besucher kostet.
Für Homm-Vogel ist es „fantastisch“, was die neue Händlervereinigung „Miteinander – Füreinander“ bewegt. Aus ihrer Sicht merkt man aber das Fehlen von Citymarketing deutlich. Es brauche jemanden, der die organisatorischen Fäden zusammenführt. Für einen Einzelhändler sei das neben der normalen Arbeit kaum leistbar. Manuela Trapp formulierte es diplomatisch. „Wir würden uns über eine intensivere Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung freuen.“