Überraschung bei Bürgermeister-Wahl in Wassertrüdingen: Ultsch nicht in Stichwahl | FLZ.de | Stage

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Überraschung bei Bürgermeister-Wahl in Wassertrüdingen: Ultsch nicht in Stichwahl

Stefan Ultsch (SPD) kann seine Arbeit nicht fortführen. (Foto: Evi Lemberger)
Stefan Ultsch (SPD) kann seine Arbeit nicht fortführen. (Foto: Evi Lemberger)
Stefan Ultsch (SPD) kann seine Arbeit nicht fortführen. (Foto: Evi Lemberger)

In Wassertrüdingen wird es einen Wechsel an der Stadtspitze geben. Bei der Bürgermeisterwahl konnte sich Amtsinhaber Stefan Ultsch (SPD) nicht gegen seine zwei Mitbewerber durchsetzen. Er erhielt lediglich 19,2 Prozent der Stimmen. Jörg Edelmann (Bürgerbündnis Stadt und Land) sowie Jochen Reuter (CSU) sind in der Stichwahl.

Während Edelmann laut dem vorläufigen Ergebnis von Sonntagabend auf 41 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen kam, erzielte Reuter 39,8 Prozent. Beide müssen sich am Sonntag, 22. März, der Stichwahl stellen. Für eine Entscheidung im ersten Durchgang hätte einer der drei Kandidaten mehr als 50 Prozent erreichen müssen.

Bei der Bürgermeisterwahl in Wassertrüdingen haben von den 4820 Wahlberechtigten 3119 ihre Stimme abgegeben. Davon waren 3079 gültig. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,7 Prozent. 590 Stimmen entfielen auf Stefan Ultsch, 1263 auf Jörg Edelmann und 1226 auf Jochen Reuter.

Schritt zurück ins Leben

Stefan Ultsch nahm das vorläufige Ergebnis mit Enttäuschung auf. Ihm sei bewusst gewesen, dass es knapp werden würde, sagte er in einem ersten Statement. Dass er es nicht einmal in die Stichwahl schaffen würde, damit habe er aber nicht gerechnet. Nach wie vor bewerte er seine Arbeit der vergangenen Jahre positiv. Die Stadt sei auf einem guten Weg. Dies habe er im Wahlkampf aber offensichtlich nicht entsprechend rübergebracht.

Nach Einschätzung von Ultsch war der Wahlkampf insgesamt zu wenig sachbezogen. Oftmals sei es ins Persönliche gegangen, sagte er mit Blick auf die Mitbewerber. Was seine berufliche Zukunft angeht, so steht für Ultsch ab Mai erstmals ein Schritt zurück ins Leben an.

Mit den Schwerpunkten zufrieden

Jörg Edelmann zeigte sich am Sonntagabend erfreut, aber auch überrascht von seinem 41-Prozent-Ergebnis. Im Wahlkampf hätten er und sein Team offensichtlich die richtigen Schwerpunkte gesetzt. Er habe die Themen vorgegeben, die in Zusammenarbeit mit den Stadträtinnen und -räten seiner Gruppierung verfeinert wurden.

Er stehe für eine Stadtentwicklung „innen vor außen”, für die Unterstützung der Jugend und für ein funktionierendes Rathaus. Bis zur Stichwahl am 22. März will Edelmann nochmals intensiv mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt treten. Den Wahlkampf empfand er bislang als fair, auch wenn es manchmal persönlich geworden sei.


Jetzt geht es in die Verlängerung.

Jochen Reuter

„Jetzt geht es in die Verlängerung”, kommentierte Jochen Reuter den Ausgang des Bürgermeistervotums und seinen Einzug in die Stichwahl. Nun komme es darauf an, die Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen. Der Termin für eine Wahlveranstaltung sei bereits angesetzt. Bei drei Kandidaten sei die jetzt anstehende Stichwahl sehr wahrscheinlich gewesen. An Prognosen, wer mit wem in die Stichwahl kommen werde, habe er sich während des Wahlkampfes aber nicht beteiligt. Er sei einfach bei sich und seinen Inhalten geblieben.

Stefan Ultsch war nach dem vorzeitigen Ausscheiden des früheren CSU-Stadtoberhauptes Günther Babel im Herbst 2018 außerturnusmäßig zum Bürgermeister gewählt worden. Wegen der relativ kurzen Zeitspanne bis zum nächsten regulären Kommunalwahltermin im März 2020 griff eine Sonderregelung, wonach sich die Amtszeit bis zum 30. April 2026 erstreckt.

Zwei Urnenwahlbezirke

Bei seiner Erstwahl übten von damals 4753 Stimmberechtigten insgesamt 2961 Personen ihr Wahlrecht aus. Die Beteiligung lag somit bei 62,30 Prozent. Es gab elf ungültige Stimmen. Insgesamt 1969 Stimmabgaben entfielen auf Stefan Ultsch und 981 auf den damaligen Gegenkandidaten der CSU, Rainer Breit.

Für die aktuelle Kommunalwahl wurden in der 6765 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Stadt Wassertrüdingen sieben Urnenwahlbezirke gebildet, zwei in der Kernstadt, und zwar im Bürgersaal und in der Betty-Staedler-Mittelschule, sowie fünf in den Ortsteilen. Dazu gab es noch fünf Briefwahlbezirke im Rathaus, Altstadtzentrum und im Kulturtreff.

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