Uffenheims Stadtjugendräte ziehen eine gemischte Bilanz | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.05.2025 19:46

Uffenheims Stadtjugendräte ziehen eine gemischte Bilanz

Uffenheims Stadtjugendräte bereuen ihre Kandidatur keineswegs: Josias Münch, Christian Borkov und Markus Henninger (hinten von links) sowie Franziska Düll, Fidan Sükürova und Julia Fink (vorne von links). (Selfie: Franziska Düll)
Uffenheims Stadtjugendräte bereuen ihre Kandidatur keineswegs: Josias Münch, Christian Borkov und Markus Henninger (hinten von links) sowie Franziska Düll, Fidan Sükürova und Julia Fink (vorne von links). (Selfie: Franziska Düll)
Uffenheims Stadtjugendräte bereuen ihre Kandidatur keineswegs: Josias Münch, Christian Borkov und Markus Henninger (hinten von links) sowie Franziska Düll, Fidan Sükürova und Julia Fink (vorne von links). (Selfie: Franziska Düll)

Die Wahlperiode des Stadtjugendrates (SJR) Uffenheim ist ausgelaufen, Neuwahlen stehen an. Zeit, Bilanz zu ziehen. Diese fällt diesmal durchwachsen aus: Zwar haben die Stadtjugendräte wieder einiges erreicht, anderes blieb aber – auch aufgrund der Finanzlage der Stadt Uffenheim – auf der Strecke, wie Jugendrätin Franziska Düll im Redaktionsgespräch erläutert.

Es sind die kleinen Dinge, die eine Stadt oftmals lebenswerter machen. In Uffenheim ist das nicht anders. Das wissen auch die Stadtjugendräte. Eine spaßige Party zum Beispiel gehört dazu. Mit der All-in-Blue-Fete im November 2022 in der Stadthalle hatten die Jugendräte eine solche Idee umgesetzt. Eine andere Anregung aus der Jugend war vor allem der Skaterplatz, der – sobald es dunkel wurde – nicht mehr so recht nutzbar war. „Der Stadtjugendrat hat es ermöglicht, dass endlich am Skaterplatz Licht ist“, sagt Franziska Düll. Zum weißen Kasten laufen, den schwarzen Knopf drücken – et voilà.

Baumpflanzaktion, Flohmarkt und Bänke

Bei einer Baumpflanzaktion im Wald hinter Custenlohr haben die Räte die damaligen Drittklässler unterstützt, beim Flohmarkt 2023 im Festzelt für ein bisschen mehr Nachhaltigkeit gesorgt, indem Kinder und Jugendliche Klamotten und Spielsachen zu Geld machen konnten, und auch für die Bänke und Tische am Entenweiher nahe dem Obstlehrpfad hatte sich der Jugendrat eingesetzt: So manches wurde also umgesetzt.

Doch eigentlich stand noch deutlich mehr auf dem Wunsch- und Projektzettel des Uffenheimer Stadtjugendrates – teilweise Vorhaben, die bereits in der Wahlperiode zuvor angestoßen worden waren. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der Grillplatz, der bis heute nicht umgesetzt ist. Doch warum? Schließlich befand sich das Projekt eigentlich doch schon in der konkreten Planung.

Bürgermeister Wolfgang Lampe erläutert auf Nachfrage die Hintergründe: Der Wunschort für den Grillplatz sei am Galgenbuck gewesen, im Außenbereich. Es habe Gespräche mit dem Landratsamt gegeben, bei denen letztlich rechtliche Probleme gesehen wurden, weshalb eine Umsetzung dort nicht möglich war. „Entsprechend haben wir das nicht mehr verfolgt“, so Lampe, der aber versichert, ein offenes Ohr für einen Alternativstandort zu haben.

Ein weiterer großer Wunsch war ein Soccerkäfig für alle Fußballbegeisterten. Auch dazu habe es einen Gedankenaustausch mit der Stadt gegeben, so Düll. Letztlich sei dieses Projekt aber an der klammen Kasse gescheitert. Das bestätigt auch Lampe: „So ein Fußballkäfig kostet 50.000 Euro und mehr“, alleine für die Anschaffung. Da seien der Unterhalt und die Haftung noch gar nicht inbegriffen. Ein solch kostspieliger Wunsch sei aufgrund der aktuellen Finanzlage der Stadt „nicht darstellbar“. Jedoch habe man sich auf Fußballtore am Mehrzweckplatz geeinigt. Dieses Projekt laufe auch.

Seit einem Jahr Stillstand?

Düll und ihre Stadtjugendratskollegen wollen ihre Amtszeit aber definitiv nicht missen, auch wenn nicht alles eitel Sonnenschein gewesen sei. Seit einem Jahr herrsche de facto „Stillstand“. Auf manchen Antrag habe das Gremium keine zufriedenstellende Rückmeldung bekommen, so Düll. „Es fehlt ein wenig an der Kooperation mit der Stadt.“ Die Jugendarbeit werde wegen der Geldnot aktuell hier und da vernachlässigt, wofür die Jugendlichen sogar Verständnis zeigen. Sie hoffen nur, dass dieser Zustand nicht ewig anhält.

Sehr dankbar sind die Jugendvertreter über Betreuer Konrad Schmitt. Er bringe selbst Ideen ein, habe ein offenes Ohr und sei ein Anpacker. Ob bei der Werbung, bei der Planung von Reisen (der Stadtjugendrat war auch viel unterwegs) oder bei der Partyvorbereitung: „Wir arbeiten eng mit ihm zusammen und auch die Stadt ist ganz gut für uns da.“ Auch wenn sich die Jugendräte ab und an mehr Unterstützung gewünscht hätten.

Ihnen habe es trotzdem alles in allem Spaß gemacht, sagt Düll, obwohl einzelne Projekte „deprimierend“ verliefen. Man habe immerhin einen ungeschönten Einblick in die kleine Welt der Politik bekommen. Und der Uffenheimer SJR hat Zukunft: Rund 15 Jugendliche haben sich schon für die neue Amtszeit beworben. „Damit sind wir absolut zufrieden.“ Auch aus den VG-Gemeinden habe es Interesse gegeben, diese könnten aber nicht festes SJR-Mitglied werden, womöglich aber Berater. Düll hofft, dass eine Lösung gefunden wird.

Derzeit werden die Jugendlichen über die Neuwahl informiert, sagt Lampe. Diese ist online geplant, das sei für alle Seiten die einfachste Lösung. Franziska Düll wird dann nicht mehr auf der Liste stehen. Sie ist nun 23 Jahre alt, fällt somit nach etlichen Jahren aus dem Gremium heraus. Viel gelernt habe sie, Erfahrungen fürs Leben gesammelt und nette Menschen kennengelernt. Und: „Ich bin guter Dinge, dass es weiter vorangeht“ – im Sinne der Jugendlichen.

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