Umsonstladen in Dinkelsbühl: Sie sind „Anlaufstelle für jeden” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.02.2023 11:38

Umsonstladen in Dinkelsbühl: Sie sind „Anlaufstelle für jeden”

Marym Shahi (links) und Claudia Hinderer engagieren sich im ehrenamtlichen Team des Umsonstladens in Dinkelsbühl. (Foto: Sophia Kern)
Marym Shahi (links) und Claudia Hinderer engagieren sich im ehrenamtlichen Team des Umsonstladens in Dinkelsbühl. (Foto: Sophia Kern)
Marym Shahi (links) und Claudia Hinderer engagieren sich im ehrenamtlichen Team des Umsonstladens in Dinkelsbühl. (Foto: Sophia Kern)

Im Umsonstladen in Dinkelsbühl gibt es diverse Gegenstände wie Geschirr, Bücher, elektrische Geräte sowie Kleidung. Mit dem Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger will der Trägerverein einen Beitrag für die Umwelt leisten. Das Angebot richtet sich nicht nur an Bedürftige, der Laden ist als „Anlaufstelle für jeden“ gedacht.

Eröffnet wurde der Umsonstladen im Dezember 2018. Die Idee dazu hatte Sonja Richter. „Wir kannten das aus Würzburg, wo wir eigentlich herkommen“, erzählt ihr Mann Matthias. Er dachte sich damals: „Lass sie mal machen.“

Während ihrer Suche nach einer geeigneten Fläche stieß Sonja Richter dann auf die Räumlichkeiten in der Klostergasse 4. Weil der Vermieter aber eine gemeinnützige Organisation haben wollte, wurde kurzerhand der Verein „Unbezahlbar und Unverkäuflich“ gegründet. Er besteht aus neun Mitgliedern, Vorsitzender ist Matthias Richter.

Ehrenamtliche engagieren sich

Zwischen 15 und 20 Ehrenamtliche engagieren sich im Umsonstladen. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Waren zu kontrollieren, die während der Öffnungszeiten abgegeben werden, und sie im Laden zu platzieren. „Meist haben wir das Problem, dass es sehr voll ist. Wir erhalten mehr Ware, als abgeholt wird“, sagt Richter.

Überwiegend bringen Privatpersonen Waren. Manchmal gibt es auch Sachspenden von Firmen oder aus Wohnungsauflösungen. „Da rufen uns dann die Leute an und fragen, ob wir etwas brauchen können“, so der Vorsitzende. Und: „Wir bitten darum, die gespendeten Dinge und Gegenstände nicht auf einmal vorbeizubringen, sondern auf mehrere Male.“

Wenn größere Möbelstücke gespendet werden sollen, für die es grundsätzlich keinen Platz im Laden gibt, geben die Ehrenamtlichen oder auch Privatpersonen das in sozialen Medien bekannt.

„Wir appellieren, die Waren zu den Öffnungszeiten abzugeben“, so die Ehrenamtlichen. Denn des Öfteren sorge das Ablagern von Waren vor der Eingangstüre des Umsonstladens für Ärger und Unmut bei Hausbewohnern ebenso wie bei Nachbarn. „Säcke mit Gegenständen, durchgelegene Matratzen, das sind alles Dinge, die bereits vor der Tür standen.“ Gegen eine einzelne Tüte, die an die Klinke gehängt wird, haben die Ehrenamtlichen hingegen nichts einzuwenden, doch größere Mengen führten nur zu Problemen.

Das Team will nichts wegwerfen

Gelegentlich sind in den Säcken auch defekte Gegenstände, die sich für die Auslage nicht eignen. Dennoch vertraut das Team den Spendern, dass die Waren „funktionstüchtig und vollständig sind“. Denn: „Wir versuchen, nichts wegzuwerfen.“

Den Ehrenamtlichen ist es ein großes Anliegen, mit dem Konzept des Verschenkens einen Beitrag für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu leisten. Außerdem: „Wir sind nicht nur für Bedürftige da, sondern wir sind eine Anlaufstelle für jeden“, betont Matthias Richter. „Jeder ist willkommen, es ist auch kein Nachweis nötig.“

„Wir haben schnell herausgefunden, dass saisonale Ware am besten geht“, erzählt Petra Rebmann-Theobald vom ehrenamtlichen Team. Was veraltet ist, wie beispielsweise Röhrenfernseher, lehnt das Umsonstladen-Team ab. Weil diese Technik mittlerweile überholt sei, gebe es da kein Interesse. Auch vergilbte Bücher nehmen die Ehrenamtlichen nicht an. Vor allem Bücher und Kleidung seien en masse vorhanden. So ist es bereits vorgekommen, dass die die Annahme verweigert werden musste, da keine Kapazitäten vorhanden waren.

Im Umsonstladen bedienen sich Ortsansässige und Touristen. Seit Beginn des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine kommen auch viele Geflüchtete oder deren Ansprechpartnerinnen und -partner. „Seitdem ist es auch etwas leerer bei uns“, sagt Rebmann-Theobald.

Auch Lebensmittel im Angebot

Dienstags holt Matthias Richter vom Dinkelsbühler Tisch übrig gebliebene Lebensmittel wie Semmeln oder Brote, die abends an die Kundinnen und Kunden des Umsonstladens ausgegeben werden. Zudem würden sich die Helfer über funktionierende Elektrogeräte wie Toaster oder Haartrockner freuen.

Der Verein finanziert seine Miet- und Nebenkosten durch Spenden. Und auch der Vermieter der Fläche spendet einen Teil seiner Mieteinnahmen wiederum an den Verein.

Der Umsonstladen ist dienstags und freitags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr sowie samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Montags und donnerstags bleibt er geschlossen.

Um das Angebot des Umsonstladens in Dinkelsbühl auch in Zukunft aufrechterhalten zu können, sucht der Verein um Vorsitzenden Matthias Richter weiterhin Ehrenamtliche, die gerne mithelfen möchten.


Von Ann-Kathrin Wanger
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