Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Kilometern pro Stunde werden für den Donnerstag erwartet. Obwohl es sich bei der Warnung nur um Stufe zwei handelt, haben die Integrierte Leitstelle (ILS) und die US-Kasernen in Katterbach und Illesheim Vorbereitungsmaßnahmen getroffen.
Zum Stand am Mittwochabend kündigte der Deutsche Wetterdienst für die Region in der Nacht zum Donnerstag ein Sturmfeld an. Dieses entwickelte sich aus dem Hurrikan „Kirk“. Es wurde keine große, gefährliche Sturmwetterlage erwartet, jedoch kann es zu herumfliegenden Ästen, Dachziegeln oder anderen losen Gegenständen kommen. Auch könnten Straßen von umgestürzten Bäumen blockiert werden.
Trotz modernster Satelliten- und Computertechnik sind die Vorhersagen nicht hundertprozentig genau, vor allem, wenn sich Hochs und Tiefs abwechseln und zu Extremwetter-Ereignissen führen.
„Möglichst einsatzbereit, bevor es überhaupt richtig los geht“ will die Integrierte Leitstelle in Ansbach am Donnerstag sein. Das teilte Roland Eischer, einer der ILS-Lagedienstführer, auf Anfrage der Redaktion mit. Wegen der Wetterwarnung stellt sich die Leitstelle auf ein „erhöhtes Notrufaufkommen“ ein.
Es werde „sicherlich so sein, dass wir die Dienststelle voll machen“, sagte Eischer. Mit bis zu 15 Mitarbeitern stocken sie bei Bedarf an den Telefonen auf. Denn: Es ist „wichtig, möglichst schnell, möglichst viele Anrufe entgegenzunehmen“. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass Akuteinsätze – wie ein Verkehrsunfall oder Herzinfarkt – in der Warteschleife landen.
Um die unwetterbezogenen Einsätze abseits der ILS zu koordinieren und diese somit zu entlasten, wurden vier Kreisunwetterzentralen eingerichtet, so Eischer. Diese befinden sich in der Stadt Ansbach, Feuchtwangen, Neuendettelsau und Neustadt/Aisch.
Der ILS-Lagedienstführer rät den Bürgerinnen, auf unnötige Aufenthalte und Fahrten an der frischen Luft zu verzichten. Wer mit dem Auto dennoch unterwegs ist und vor einem umgestürzten Baum auf der Straße anhalten muss, soll erst einmal schauen, ob sich dieser eigenständig entfernen lässt, sagte Rainer Weiskirchen, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Wichtig dabei ist aber, so der Pressesprecher, sich selbst nicht in Gefahr zu begeben.
Als regionaler Schwerpunkt wurde der nördliche Teil des Ansbacher Landkreises bekannt gegeben, besonders die Region um Rothenburg. Im Kreis Neustadt hingegen erwartet Weiskirchen ein „relativ geringes Einsatzaufkommen“. Spezielle Vorbereitungsmaßnahmen würden die Feuerwehren bei einer reinen Warnung vor Sturmböen ohne Regen nicht treffen, so Weiskirchen. „Die über 170 Feuerwehren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sind immer gut vorbereitet. Darauf können sich die Bürger zu 100 Prozent verlassen.“
Wer mit der Bahn unterwegs ist sollte sich über die gängigen Fahrplan-Online-Medien informieren, ob der jeweilige Zug wie geplant abfährt. Ob es zu Ausfällen und weiteren Auswirkungen auf den Bahnverkehr kommen wird, könne im Voraus nicht abgeschätzt werden, wie die Pressestelle des Bahnbetreibers Averio auf Nachfrage mitteilte.
In den Kasernen der US-Armee im Ansbacher Stadtteil Katterbach und in Illesheim wurden Vorkehrungen getroffen. Der Fokus liege bei besonders schlechtem Wetter auf der Ausrüstung, sagte der Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade, Colonel Ryan Kendall, auf Anfrage der FLZ. Die Hubschrauber der Typen Apache und Blackhawk sowie die Transport-Helikopter des Typs CH-64F wurden mit speziellen Stahlseilen am Boden befestigt oder in einen Hangar gebracht. Darüber hinaus kümmere man sich darum, dass die Soldaten und ihre Familien sicher nach Hause beziehungsweise auf ihren Posten kommen.
Die Staatlichen Schulämter im Landkreis und in der Stadt Ansbach sahen nach Rücksprache mit dem Katastrophenschutz „keine akute Gefahrenlage“ für dem morgendlichen Schulbetrieb, so Schulamtsdirektorin Karoline Domröse. Auch das Landratsamt Ansbach verließ sich auf die Prognosen und traf deshalb keine besonderen Regelungen für den Schulbusverkehr heute in der Früh.
Die Regierung von Mittelfranken empfahl ihren Mitarbeitern, die Hinweise des Deutschen Wetterdienstes zu verfolgen. Dort werden auch Handlungsempfehlungen gegeben. In Absprache mit den Vorgesetzten könne Beschäftigten ein Homeoffice-Tag gewährt werden, so Pressesprecherin Nadine Rauch.
Aus dem Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hieß es am Mittwoch: „Aktuell sind keine offiziellen Empfehlungen hinsichtlich des Schulbetriebes bekannt, wie eine entsprechende Kontaktaufnahme seitens des für die Schülerbeförderung des Landkreises zuständigen Fachbereiches zu den Schulstandorten der weiterführenden ergab.“ Seitens des Landratsamtes, in dessen Zuständigkeitsbereich die Schülerbeförderung liegt, seien keine Änderungen vorgesehen. Gegebenenfalls geplante Maßnahmen anderer Träger der Schülerbeförderung im Bereich der Grund- und Mittelschulen waren dem Amt nicht bekannt.
„Soweit es kurzfristig zu einem witterungsbedingten Koordinierungs- und Informationsbedarf kommt, ist hierfür bereits ein entsprechender Meldeweg festgeschrieben, der eine enge Abstimmung des Fachbereiches der Schülerbeförderung mit Schulamt und Schulleitungen vorsieht“, so Pressesprecher Bastian Kallert. Hierdurch werde eine möglichst kurzfristige Information Betroffener, unter anderem durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, gewährleistet.
Mobiles Arbeiten sei in zahlreichen Geschäftsbereichen des Landratsamtes witterungsunabhängig grundsätzlich möglich, hieß es. „Die organisatorische Ausgestaltung, das heißt, an welchen Tagen diese Möglichkeit wahrgenommen wird, obliege den jeweiligen Beschäftigten in Abstimmung mit den unmittelbaren Dienstvorgesetzten.“ Selbstverständlich sei diese Möglichkeit auch am heutigen Tag gegeben. Eine vom Arbeitgeber festgelegte Verpflichtung für den heutigen Tag besteht seitens des Landratsamtes nicht.