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Veröffentlicht am 06.08.2024 09:24

Warum bald eine Brücke Hochschule Ansbach und Brücken-Center verbindet

Von außen fallen die beiden Kräne und die halbseitige Sperrung der Schöneckerstraße auf, doch im Inneren des Brücken-Centers wird massiv gewerkelt. Und es geht nicht um neue Verkaufsflächen. Im Gegenteil. Das Einkaufszentrum wird zur Bildungsstätte.

„Wir nehmen etwa 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche aus dem Markt“, sagt Andreas Schmid, Geschäftsführer des Brücken-Centers. Konkret geht es um das Obergeschoss des früheren Real-Marktes. Für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gestaltet die DV Immobilien Management GmbH aus Regensburg, der das Brücken-Center gehört, die Fläche um. Etwa zwei Drittel der Aufträge übernehmen regionale Unternehmen, so dass das Vorhaben Wertschöpfung in der Westmittelfranken hält.

Von der Vorlesung zum Shopping

Bildung statt Handel lautet die Devise bei der Umgestaltung des 27 Jahre alten Brücken-Centers. Einziehen wird dort die benachbarte Hochschule mit einem großen Hörsaal für bis zu 350 Personen, 18 Büros, 17 Seminarräumen und zwei Räumen für die Studierenden.

Andreas Schmid sieht in der Umgestaltung mehrfachen Nutzen. Verkaufsflächen, die nicht ebenerdig liegen, gelten schon länger als nicht mehr attraktiv. Insofern ist er ganz froh, eine gute neue Nutzung gefunden zu haben. Die soll im Idealfall auch zusätzliche Kundenfrequenz fürs Einkaufszentrum bringen. Bis zu 1400 Menschen am Tag werden sich in diesem Teil der Hochschule künftig bewegen. Sie können nach der Vorlesung direkt mit dem Aufzug in die Ladenstraße fahren.

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Die benachbarte Hochschule ist dankbar. Sie platzt aus allen Nähten und kann mit den 5000 Quadratmetern „etwa die Hälfte“ des zusätzlichen Raumbedarfs abdecken, wie Präsident Professor Dr.-Ing. Sascha Müller-Feuerstein sagte. Angesichts der Nähe zum Hauptcampus spricht er von einer „Premiumlage“.

Der Übergabetermin steht bereits

„Dieser Ausbau ist eher eine dringend notwendige Maßnahme, die der steigenden Anzahl an Studierenden Rechnung trägt“, antwortete die Hochschule auf die FLZ-Anfrage, ob die Erweiterung zusätzliche Angebote und mehr Studierende nach Ansbach bringen wird. Die jüngste Statistik weist 3600 Studierende aus, im Winter waren es sogar 3800. „Die letzten Jahre war der Platz, sowohl für Studierende als auch das Team der Hochschule, sehr auf Kante genäht, das heißt, wir sind in allen Bereichen an unsere Grenzen gestoßen“, erklärte Hochschul-Pressesprecher Michael Lang.

Allein deshalb ist die Hochschule sehr froh, dass das Brücken-Center die Baumaßnahme stringent durchzieht. Die Übergabe ist schon jetzt auf den 1. Februar 2025 festgelegt. Erst im Oktober vergangenen Jahres wurde die Kooperation verkündet, im Frühjahr gingen die Arbeiten los. Bis Weihnachten soll eigentlich alles fertig sein, kündigte Center-Geschäftsführer Andreas Schmid an. Im Januar sollen nur noch die Abnahmen und die allerletzten Feintuningmaßnahmen vorgenommen werden.

Neue Wände sind 1,5 Kilometer lang

Die Abnahmen werden es in sich haben. Denn das Bauvorhaben ist komplexer, als es sich für den Laien anhört. „Wir haben alles radikal zurückgebaut“, sagt Schmid mit Blick auf Kühlaggregate und Ähnliches, was für das Real-Warenhaus nötig war. Sogar eine der drei Anlieferrampen gibt es nicht mehr.

Um die Dimension des Vorhabens ein wenig einschätzen zu können: Die Trockenbauwände haben eine Gesamtlänge von 1,5 Kilometern. Und sie sind dabei mehr als doppelt so hoch wie in einem Wohngebäude. Um Tageslicht in die Büros und Studienräume im Inneren zu bekommen, werden allein 72 Löcher in die Decke geschnitten, um Oberlichter installieren zu können. Es sind bis zu 15 Gewerke mit bis zu 100 Arbeitern gleichzeitig auf der Baustelle. Das will alles sauber koordiniert werden.

Trotz dieser Herausforderungen liegen die Arbeiten im Zeitplan, berichtet Schmid. Die Trockenbauer haben bereits den ersten Abschnitt hinter sich und machen Platz für die Elektriker. Sie selbst ziehen ein paar Meter weiter.

Verglaster Übergang für einen kurzen Weg

Die Zuschnitte der Räume sind bereits erkennbar. Auch die Dimension des großen Hörsaals zeichnet sich schon ab. Dieser wird durch die Abstufung und die Holzverkleidungen aber später ganz anders wirken als jetzt im Rohbauzustand mit den alten Real-Fliesen am Boden.

Die größte Herausforderung wird allerdings der verglaste Übergang über die Schöneckerstraße. Die Brücke wird einen der bestehenden Hochschulbauten in luftiger Höhe mit dem Brücken-Center zwischen dem Parkhaus und der Anlieferung von Rewe und TK Maxx verbinden. Das Einkaufszentrum wird seinem Namen durch die weitere Brücke natürlich noch mehr gerecht. Schmid schwärmt, dass Architekt Georgi Rachev geschickt die beiden Eigenheiten der Gebäude aufgreift und sie miteinander verbindet.

Neue Brücke ist 28 Tonnen schwer

Die Brücke wird eine Spannweite von 25 Metern haben und 28 Tonnen schwer sein. Sie wird in zwei oder drei Fertigteilen angeliefert, vor Ort zusammengesetzt und dann im Ganzen in Position gehoben, schilderte Schmid. Das wird im Oktober passieren. Der Brückenkopf wird auf Seiten des Einkaufszentrums sein, auf der Hochschulseite wird die Konstruktion von zwei Pfeilern gehalten. Auf diese Weise kann der Eingriff in die Hochschulfassade möglichst klein gehalten werden.

Fürs Einheben der Brücke muss die Straße ein paar Tage komplett für den Verkehr gesperrt werden. Bis dahin bleibt es bei der jetzigen halbseitigen Sperrung mit Ampelregelung. Den Platz brauchen die Baufirmen für ihr Material und ihre Gerätschaften, wirbt Schmid um Verständnis. Das Parkhaus kann derzeit nicht genutzt werden, bedauert Schmid.

Es wird saniert und erhält neue Markierungen sowie eine moderne LED-Beleuchtung. Wegen der Kräne ist die Einfahrt ohnehin zugestellt. Am Parkhaus entsteht zudem ein neues Treppenhaus. Nicht für den Alltag, sondern ein zusätzlicher Fluchtweg für den Fall der Fälle.

Kostenlose Parkplätze am Aquella

Auch die Parkebene im Erdgeschoss steht einige Zeit nicht zur Verfügung. Sie dient als Lager für Baumaterial. Apropos Parkmöglichkeiten. Hier wird die Hochschul-Erweiterung keine Erleichterung für die Studierenden bringen. Die vorhandenen Stellplätze würden für die Kunden und die Beschäftigten des Einkaufszentrums benötigt. „Wir empfehlen den kostenlosen Parkplatz am Aquella“, sagt Schmid.

Der Haupteingang des Hochschul-Komplexes wird gleich nach der Rechtskurve sein, wenn man von der Residenzstraße her kommt. Das neue Treppenhaus nimmt dort ebenfalls mehr und mehr Gestalt an. Ein Aufzug wird für eine barrierefreie Erschließung sorgen.

Dort wird es auch ebenerdig eine Verbindung zur Hochschule geben. Der Asphalt der Straße wird durch ein leicht erhöht liegendes Pflaster deutlich machen, dass hier Fußgänger unterwegs sind und die Autofahrer vorsichtig sein müssen.

Wer sich selbst ein Bild von den Baumaßnahmen machen möchte, bekommt dazu am Samstag, 30. November, Gelegenheit. Als Ergänzung zur langen Einkaufsnacht wird das Brücken-Center Baustellenbesichtigungen anbieten.

Die Visualisierung zeigt deutlich das Treppenhaus, das zu den neuen Räumen der Hochschule führen wird, und den ebenerdigen Übergang zum bestehenden Campus. Im Hintergrund ist die verglaste Brücke zu sehen. (Visualisierung: DV Plan GmbH)
Die Visualisierung zeigt deutlich das Treppenhaus, das zu den neuen Räumen der Hochschule führen wird, und den ebenerdigen Übergang zum bestehenden Campus. Im Hintergrund ist die verglaste Brücke zu sehen. (Visualisierung: DV Plan GmbH)
Die Visualisierung zeigt deutlich das Treppenhaus, das zu den neuen Räumen der Hochschule führen wird, und den ebenerdigen Übergang zum bestehenden Campus. Im Hintergrund ist die verglaste Brücke zu sehen. (Visualisierung: DV Plan GmbH)
Die Schöneckerstraße wird auch die nächsten Monate noch halbseitig für den Verkehr gesperrt bleiben, um Platz für die Gerätschaften der Baufirmen zu haben. Im Oktober wird es eine mehrtägige Komplettsperrung geben, um die Brücke einzuheben. (Foto: Robert Maurer)
Die Schöneckerstraße wird auch die nächsten Monate noch halbseitig für den Verkehr gesperrt bleiben, um Platz für die Gerätschaften der Baufirmen zu haben. Im Oktober wird es eine mehrtägige Komplettsperrung geben, um die Brücke einzuheben. (Foto: Robert Maurer)
Die Schöneckerstraße wird auch die nächsten Monate noch halbseitig für den Verkehr gesperrt bleiben, um Platz für die Gerätschaften der Baufirmen zu haben. Im Oktober wird es eine mehrtägige Komplettsperrung geben, um die Brücke einzuheben. (Foto: Robert Maurer)
Brücken-Center-Chef Andreas Schmid freut sich über das Voranschreiten der Arbeiten.
Brücken-Center-Chef Andreas Schmid freut sich über das Voranschreiten der Arbeiten.
Brücken-Center-Chef Andreas Schmid freut sich über das Voranschreiten der Arbeiten.
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