Wichtig beim Auto, und auch wichtig beim Fahrrad. Der richtige Luftdruck. Aber auch das richtige Reifenmodell für den jeweiligen Zweck wirkt sich positiv auf Komfort, Tempo, Fahrsicherheit und Pannenanfälligkeit aus. Der Auto Club Europa (ACE) gibt Radlern Tipps.
In der Regel reicht ein Blick auf die Flanken der Reifen. Dort geben die Hersteller den minimal und maximal zulässigen Druck in bar oder PSI an. Und je nach Beladung oder Untergrund sollten Radler dazwischen den Wert anpassen. Mehr Gepäck – mehr Druck, weniger Beladung – weniger Druck.
Als Tipp rät der Verkehrsclub, den Hinterreifen stärker aufzupumpen als den Vorderreifen. Denn das Hinterrad wird stärker belastet als der Vorderreifen. Einen exakten Wert gibt es laut ACE dafür nicht und nennt als Faustregel etwa 5-10 Prozent.
„Das kommt sehr auf den Einsatzzweck an“, so ACE-Technikexperten Marcel Mühlich. Hobby- und Profi-Rennradfahrer überlassen nichts dem Zufall und kontrollierten vor jeder Fahrt. Ähnlich ist es bei den Trail Ridern und Downhillern.
„Pendlerinnen und Pendler, die regelmäßig fahren, sollten alle ein bis zwei Wochen prüfen. Mit der Zeit bekommt man ja ein Gefühl für den richtigen Luftdruck.“ Wenn das Fahrrad schwammig oder träge reagiert und man mehr Kraft zum Treten braucht, dann fehlt etwas Luft.
„Aber der Luftverlust ist in der Regel schleichend und man gewöhnt sich an den weicheren Zustand. Deswegen lieber mal einmal mehr kontrollieren“, so Mühlich. „Wenn man auch optisch sieht, dass der Reifen zu wenig Luft hat, dann ist auch wirklich zu wenig drin.“
Grundsätzlich reduziert ein hoher Luftdruck den Rollwiderstand. Das kann ganz speziell bei E-Bikes für mehr Reichweite sorgen.
Der Haken: Es leidet der Komfort und der Grip auf losen oder unebenen Untergründen reduziert sich.
So können alle, die auf der Tour eine Etappe mit Schotter, Wald- oder Feldwegen vor sich haben, den Druck entsprechend geringer einstellen. Dazu ist unterwegs eine Akkuluftpumpe nützlich, mit der man die Drücke jeweils anpassen kann. Aber auch generell lohnt es sich eine Luftpumpe mit Manometer oder ein Reifendruckprüfer dabei zu haben. Denn vollkommen dicht seien Ventile, Reifen und Schläuche nie.
Also Kompromiss zwischen beidem nennt der ACE Stollenreifen mit durchgehender Mittelspur. Die könne auf Asphalt leiser und leichter laufen. Aber auf losen und rutschigen Wegen mit Schlamm oder Schotter bieten sie zusätzliche Haftung. Alle, die nur Offroad fahren, können reine Stollenreifen wählen.
Bei Autos etwa gilt vom Gesetz her eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Das gilt für Fahrradreifen zwar nicht. Aber der ACE rät auch Radlern, ihre Profile nicht gänzlich abzufahren. Und wenn sich Reifen verhärten oder mit sprödem Gummi zeigen, sollten neue aufgezogen werden, egal, wie gut das Profil noch zu sein scheint. Denn schlimmstenfalls könnten sie ansonsten schlagartig platzen.
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