Wer nicht ganz genau hinsieht, könnte die Auslage gut und gerne in einer Boutique verorten. Doch in der Vorderen Gasse in Herrieden eröffnet am Mittwoch, 21. Januar, die Caritas einen Second-Hand-Laden für Bekleidung.
Der Bedarf an günstiger Ware ist vorhanden, lässt Elisabeth Olm, bei der Caritas angestellte Leiterin des Geschäfts, kurz vor der offiziellen Eröffnung durchblicken. Im hell ausgeleuchteten Schaufenster sind Puppen fein angezogen, alles ist nett drapiert. Der etwa 80 Quadratmeter große Verkaufsraum hinterlässt einen sehr aufgeräumten Eindruck.
Schuhe, vornehmlich einmal getragene Pumps, finden sich auf einer Wandseite. An Ständern ist Bekleidung sauber aufgereiht: Hosen, Jacken aller Art, Handtaschen, selbst Sonnenbrillen finden sich im Angebot. „Wir haben etwas für Frauen, Männer, Kinder und Babys”, führt Olm aus und strahlt dabei.
Ein langer und reichlich steiniger Weg wird mit der Eröffnung ein vorläufiges Ende finden. Ursprünglich war die Caritas mit einem Laden am Vogteiplatz angesiedelt. Weil es dort aber recht beengt zuging, wählte man ein neues Domizil am Deocarplatz für die einstige Kleiderkammer. Doch schon bald erhielt die Caritas dort die Kündigung, weil das Haus zugunsten eines Neubaus abgerissen wird. Mithilfe von Bürgermeisterin Dorina Jechnerer gab es jetzt aber noch ein Happy End, berichtet Olm von einer bereits seit 2021 währenden fruchtbaren Zusammenarbeit.
„Das ist praktisch ein gemeinsames Baby, das wir von Anfang an großgezogen haben”, wählt Jechnerer ein stimmiges Bild. Aus einer vermeintlichen Krise habe sich eine großartige Chance eröffnet, befand die Bürgermeisterin zur Nutzung des zum Verkauf ausgeschriebenen Gebäudes in der Vorderen Gasse.
Unter dem Motto „Spenden, einkaufen, Gutes tun” stelle sich der Second-Hand-Laden als ein Gewinn in mehrfacher Hinsicht dar und sei auch deshalb „besonders”: Das Geschäft in „1a-Lage” diene der Innenstadtbelebung, entspreche dem sozialen Aspekt der städtischen Fürsorge und erfülle mit der Wiederverwertung getragener Kleidung zudem den Anspruch einer Fair-Trade-Stadt wie Herrieden, erklärt Jechnerer.
Bislang unterstützen 17 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer den Betrieb des Geschäftes, das bis auf Weiteres an drei Tagen in der Woche geöffnet hat. Fänden sich noch weitere Unterstützende, könnte das Angebot ausgeweitet werden, meint Olm.
Die Spenden von noch tragbarer Kleidung ohne Löcher und Flecken können im Haus gleich nebenan zu den Öffnungszeiten abgegeben werden, führt Stephanie Olm aus.
In der Eröffnungswoche sind ab Mittwoch besondere Aktionen für die Kundschaft geboten: Fotos werden geschossen, ein Styling-Berater gibt Tipps, und ein Friseur bietet seine Dienste an. „Und ein Sektchen gibt's natürlich auch”, sagt die Chefin des „besonderen” Second-Hand-Ladens.
Geöffnet hat der Caritas-Laden in der Vorderen Gasse 11 jeweils mittwochs von 8.30 bis 11.30 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 14.30 Uhr und freitags von 14 bis 17 Uhr.