Nach Krisenjahren erwartet Kulturstaatsminister Wolfram Weimer jetzt einen Aufschwung für den deutschen Film. Der Bund habe die Filmförderung „mal eben verdoppelt“ und gebe insgesamt 310 Millionen Euro, sagte der parteilose Politiker beim Produzententag der Filmbranche in Berlin. „Wir geben so viel Geld in diese Branche wie nie zuvor.“ Förderquoten würden erhöht.
Nun seien private Investoren in der Pflicht, nicht nur die großen US-amerikanischen Plattformen, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Nachdem der Staat in Vorleistung getreten sei, müssten sie mitziehen und das Signal in die Welt senden: „Wow. In Deutschland steigt jetzt die Filmparty in den nächsten Jahren.“
Die schwarz-rote Koalition hatte sich vergangene Woche auf eine Investitionsverpflichtung der großen Streamingdienste wie Netflix, Amazon oder Disney+ und der großen Sender geeinigt. Die Unternehmen, die hier gute Geschäfte machen, sollen Geld in deutsche Produktionen oder Studios stecken. Geplant ist eine gesetzliche Mindestinvestitionsquote. Weimer wollte es eigentlich bei freiwilligen Zusagen der Anbieter in Höhe von 15,5 Milliarden Euro belassen, gab aber letztlich nach.
Beim Produzententag sprach der Beauftragte für Kultur und Medien von einem „Paukenschlag“. Die positive Stimmung der Branche zu Beginn der Berlinale liege „auch darin begründet, dass die Politik wirklich einen Durchbruch erzielt hat“, sagte er. Es müsse eine „Berlinale des Aufbruchs“ werden. An die Branche appellierte er: „Die Politik hat geliefert, und das Fenster ist auf, und ihr müsst jetzt die Luft, die reinkommt, auch nutzen.“
Die Chefin der Produzentenallianz, die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering, äußerte sich ebenfalls euphorisch über die Pläne. „Es gibt sie noch, die guten Nachrichten“, sagte Müntefering über die geplante Investitionsverpflichtung. Die Branche unterstütze die Pläne, auch wenn sie sich eine höhere verpflichtende Investitionsquote als die vereinbarten acht Prozent wünsche.
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