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Veröffentlicht am 26.01.2026 12:00

Wie die Linke die Gesundheitsversorgung im Landkreis Ansbach sichern will

Landratskandidat Leon Bachmann (links) und der Bundestagsabgeordnete Ates Gürpinar (rechts) referierten über das Krankenhauswesen und die Frage der künftigen Gesundheitsversorgung.  (Foto: Peter Tippl)
Landratskandidat Leon Bachmann (links) und der Bundestagsabgeordnete Ates Gürpinar (rechts) referierten über das Krankenhauswesen und die Frage der künftigen Gesundheitsversorgung. (Foto: Peter Tippl)
Landratskandidat Leon Bachmann (links) und der Bundestagsabgeordnete Ates Gürpinar (rechts) referierten über das Krankenhauswesen und die Frage der künftigen Gesundheitsversorgung. (Foto: Peter Tippl)

„Solidarisch, kämpferisch, vielfältig“ überschreiben die Kandidatinnen und Kandidaten der Partei „Die Linke“ aus Dinkelsbühl ihr Programm, und diese Zielsetzung blitzte auch beim Vortrag mit Diskussionsrunde mit dem Bundestagsabgeordneten Ates Gürpinar und Landratskandidat Leon Bachmann im Hotel Blauer Hecht in Dinkelsbühl durch.

Grundthema war die Krankenhausreform und wie der Abbau von Kliniken verhindert werden kann. Der Blick richtete sich speziell auf den Erhalt des Dinkelsbühler Krankenhauses. Dazu eingeladen war der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ates Gürpinar. Die zahlreichen Gäste hießen Yasmin Hübel (Dinkelsbühl) aus dem Kreisvorstand und Xenia Münderlein aus Dombühl, Kreisvorsitzende des Kreisverbands Ansbach/Weißenburg-Gunzenhausen willkommen.

Menschen haben Ängste, Wünsche und Bedenken

Menschen zu pflegen statt Bilanzen, sei laut Münderlein der richtige Ansatz, denn sie ist bei ANRegiomed beschäftigt und weiß nach eigener Einschätzung um die Ängste, Wünsche und Bedenken der Menschen im flächenmäßig größten Landkreis Bayerns.

Für Ates Gürpinar ist das Grundproblem die Anfang der 2000er Jahre umgesetzte Ökonomisierung mit Fallpauschalen im Krankenhauswesen. Viele Fälle in kurzer Zeit mit wenig Personal und wenig Kosten und dadurch hohem Gewinn zu behandeln, sei die Konsequenz gewesen. Ein eigentlich richtiger Ansatz des früheren Gesundheitsministers Karl Lauterbach sei die Vorhaltefinanzierung als zweite Säule gewesen, die Ates Gürpinar aber als „nachgelagerte Fallpauschale” einstufte.

Akute Versorgung der Bevölkerung gewährleisten

Zu den Leistungsgruppen erläuterte Gürpinar, dass Kliniken nur Finanzmittel bei Vorhaltung von entsprechendem Personal oder Fachbereichen erhalten. Ferner fehlt für den Abgeordneten eine weitsichtige Planung, denn ohne Finanzmittel müssten Fachbereiche geschlossen werden, und das treffe die kleineren Krankenhäuser wie Dinkelsbühl. Klare Zielsetzung seiner Partei sei eine Notfallversorgung binnen 30 Minuten und eine generelle Daseinsfürsorge für die Menschen.

Planbare Herzoperationen müssten nicht in jedem Krankenhaus möglich sein, aber eine akute Versorgung für die Bevölkerung solle gewährleistet sein. Ein Zusammendenken von stationär und ambulant in der Einrichtung, eine bedarfsgerechte Versorgung und Planung sowie eine generelle Verbesserung der Daseinsfürsorge müssen das Ziel sein, das nach Einschätzung von Gürpinar populistischen Tendenzen entgegenwirkt.

Interessen bündeln und präventiv handeln

Leon Bachmann würdigte das Engagement von Dr. Petra Ziegler als Vorsitzende des Fördervereins des Dinkelsbühler Krankenhauses. Positiv sei für ihn der „gedrückte Pausenknopf“ für die Krankenhauslandschaft im Landkreis. Bei einer Schließung des Dinkelsbühler Krankenhauses käme es zu längeren Rettungswegen. Außerdem sei die älter werdende Gesellschaft zu bedenken. „Erhalten, was funktioniert und was wir haben”, forderte Bachmann, sich zusammenschließen, organisieren, informieren und auch Grenzen ins benachbarte Baden-Württemberg überwinden. „Vier Jahre Zeit bleiben für diese Aufgabenstellung”, meinte er.

Auf die Nachfrage, was man als „Normalbürger“ tun kann, hieß es: sich vernetzen, vor Ort die Interessen zusammenbringen, auch präventiv handeln mit Gewinnung von Fachärzten. Zudem kam die Frage nach den sogenannten Ausnahme-Krankenhäusern auf, worüber laut Gürpinar das Bundesland im Benehmen mit den Krankenhäusern entscheidet. Übereinstimmend betonten Leon Bachmann und Ates Gürpinar, dass ein Konkurrenzdenken nicht weiterführe, sondern die Daseinsfürsorge für die vor Ort benötigte Versorgung im Vordergrund stehen müsse.

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