Wildbad Rothenburg: Unterstützerkreis befürwortet Kauf durch Stadtwerke | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 28.10.2024 18:00

Wildbad Rothenburg: Unterstützerkreis befürwortet Kauf durch Stadtwerke

Das Wildbad hat nicht nur Charakter und Seele, sondern auch wieder eine Zukunft. Die Stadtwerke kaufen das Anwesen und wollen es als Übernachtungsbetrieb mit vielfältigen Veranstaltungsmöglichkeiten weiterlaufen lassen. (Foto: Jürgen Binder)
Das Wildbad hat nicht nur Charakter und Seele, sondern auch wieder eine Zukunft. Die Stadtwerke kaufen das Anwesen und wollen es als Übernachtungsbetrieb mit vielfältigen Veranstaltungsmöglichkeiten weiterlaufen lassen. (Foto: Jürgen Binder)
Das Wildbad hat nicht nur Charakter und Seele, sondern auch wieder eine Zukunft. Die Stadtwerke kaufen das Anwesen und wollen es als Übernachtungsbetrieb mit vielfältigen Veranstaltungsmöglichkeiten weiterlaufen lassen. (Foto: Jürgen Binder)

Nach Monaten der Ungewissheit herrscht bei allen, die im Rothenburger Wildbad arbeiten oder es als Begegnungsort schätzen, wieder Zuversicht. Die Entscheidung der Stadtwerke, das Anwesen zu kaufen und in ähnlicher Form wie bisher weiterführen zu lassen, hat auch beim Unterstützerkreis für große Erleichterung gesorgt.

Der Rat der Evangelischen Landeskirche, der das Wildbad gehört und die es seit Jahrzehnten als Tagungszentrum führt, hatte im Dezember 2023 über die Absicht informiert, den Betrieb des Hauses spätestens Ende 2025 einzustellen und die Immobilie zu veräußern. Die Defizite des Hauses und sein Modernisierungsbedarf überforderten die Kirche, hieß es zur Begründung.

In der Stadt stieß die Nachricht auf großes Unverständnis, löste aber auch eine Welle der Solidarität aus. Innerhalb weniger Wochen wurden für den Erhalt des Wildbads in seiner bisherigen Form als offenes Begegnungszentrum und Ort der Kultur Tausende von Unterschriften gesammelt. Für die Idee, aus der Bürgerschaft heraus ein Zukunftskonzept mitzuentwickeln, gab es zwar viel Rückenwind. Ein gangbarer und vor allem finanzierbarer Weg zeichnete sich aber monatelang nicht ab.

56 Zimmer und neun Tagungsräume

Im Hintergrund führten Verantwortliche Gespräche mit Interessenten. Auch mit den Stadtwerken Rothenburg wurde verhandelt – und vor einigen Wochen ein konkretes Ergebnis erzielt. Dieses sieht so aus, dass das örtliche Versorgungsunternehmen das Gebäude mit seinen 56 Zimmern und neun Tagungsräumen sowie das 5,6 Hektar große Grundstück erwirbt und mit Wirkung vom 1. Januar 2025 an die Schlosshotel Hellenstein GmbH mit Sitz in Heidenheim weiterverpachtet. Die aus 20 Frauen und Männern besehende Belegschaft wird übernommen.

Im Unterstützerkreis werde diese Entscheidung begrüßt, betonten nun die Sprecherinnen Christine Birmann, Camilla Ebert und Claudia Geißler-Kraft in einer Mitteilung. Mit den Verantwortlichen seitens der Stadtwerke und der künftigen Betriebs-GmbH seien bereits Gespräche über die künftige Ausrichtung des Wildbads und mögliche Neuerungen geführt worden, die sehr konstruktiv verlaufen seien. Die dabei skizzierten Pläne und Vorstellungen „beinhalten viele der von uns gewünschten Punkte und sollen den individuellen Charakter dieses besonderen Ortes würdigen und wertschätzen“, so der Unterstützerkreis.

Käufer preisen „historisches Juwel”

Auch in Zukunft solle das Wildbad demnach für Gruppierungen offenstehen, die bisher dort Veranstaltungen abgehalten haben. Das Wildbad werde überdies Lehrbetrieb bleiben, in dem junge Auszubildende von langjährigen Mitarbeitenden Wissen vermittelt bekämen.

In einer Mitteilung der Stadtwerke wird der Wildbad-Erwerb ebenfalls als wegweisende Entscheidung gewertet. Mit dem Erwerb des Anwesens unterstreiche die GmbH auch ihren Willen, anstehende Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten zu übernehmen und sich auch künftig für die Instandhaltung verantwortlich zu zeigen, heißt es darin. Das Wildbad sei „ein historisches Juwel, dessen Fortbestand uns am Herzen liegt“, so die Stadtwerke-Seite.

Neue Pächterin ist Tochter der Stadtwerke Heidenheim

Die Schlosshotel Hellenstein GmbH, die als Pächter ab 1. Januar 2025 das Wildbad managen wird, betreibt in Heidenheim das gleichnamige Vier-Sterne-Haus mit 115 Zimmern, Wellnessbereich und Tagungsräumen. Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Heidenheim AG, die mit den Rothenburger Stadtwerken schon bisher geschäftlich kooperieren.

Durch die Betriebsübernahme seien alle für 2025 erfolgten Reservierungen von Hotel- und Tagungsgästen im Wildbad gesichert und würden vereinbarungsgemäß erfüllt, hieß es. Zudem seien nun auch wieder neue Reservierungs- und Veranstaltungsanfragen über 2025 hinaus möglich. Der Hotel- und Tagungsbetrieb werde unter dem bisherigen Namen Wildbad fortgeführt.

„Es ist uns eine Ehre, diese traditionsreiche Einrichtung zusammen mit dem aktuellen Personal, dessen Arbeit wir sehr wertschätzen, in eine neue Ära zu führen“, wird in der Mitteilung betont. Ziel sei es, das Wildbad „mit seiner historischen Bedeutung und seinem besonderen Charme weiter zu beleben“ und Gästen „ein einzigartiges Erlebnis zu bieten“.

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