Den Weg für den Bau eines weiteren Pflege- und Seniorenheims in Feuchtwangen hat der Stadtrat jetzt geebnet: Für das Vorhaben auf einer Baulandbrache südlich des Mosbacher und westlich des Kaltenbronner Wegs änderte das Gremium einmütig einen Teilbereich des Bebauungsplans Ziegelweiher im beschleunigten Verfahren.
Das Heim will die Werner Wohnbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Nürnberg auf dem 9750 Quadratmeter großen Areal errichten, wie zu erfahren war. Zudem berichtete Stadtbaumeister Farag Khodary nach der Sitzung, dass auf der Fläche schon vor Jahren eigentlich ein üppiges Wohnhaus hätte gebaut werden sollen. Da sei es jedoch beim Kellergeschoss auf dem von außen nicht einsehbaren Grundstück geblieben.
Derweil solle das Senioren- und Pflegeheim größer werden als das nicht vollendete Wohnhaus. Der Investor plane mit 91 Einheiten für die stationäre Pflege sowie mit elf Einheiten für Betreutes Wohnen, so Khodary in der Sitzung. Dazu kämen Aufenthaltsräume und Platz für eine Cafeteria sowie für Dienstleister wie Friseur oder Pediküre. Darüber hinaus sei vorgesehen, die Außenanlagen mit dem bereits vorhandenen Weiher ansprechend zu gestalten.
Ergänzend dazu erzählte Bürgermeister Patrick Ruh, die Nürnberger Wohnbaugesellschaft wolle die Nachbarn zu gegebener Zeit über die Pläne informieren. Zuvor allerdings, hieß es, benötigten die Investoren Planungssicherheit in Form eines Aufstellungsbeschlusses.
In der Diskussion fragte CSU-Ratsmitglied Ralf Hübsch, ob für den Fall, dass das Unternehmen von dem Vorhaben wieder abspringen sollte, dann auch eine Wohnbebauung denkbar wäre. Dies bejahten Bürgermeister und Stadtbaumeister, der Stadtrat könne dies beschließen. Doch aktuell „gibt es keine Überlegungen in Richtung Wohnbebauung“.
Darüber hinaus änderte der Stadtrat einstimmig den Bebauungsplan „Schleifweg“ und analog dazu den Flächennutzungsplan. Konkret ging es in diesem Fall um die Wiese zwischen dem Schleifbach im Norden, dem Umspannwerk im Süden, der Bundesstraße 25 im Westen und dem Wirtschaftsweg im Osten.
Hintergrund ist, dass die Stadtwerke auf einem etwa 3200 Quadratmeter großen Teilstück dieser insgesamt 6500 Quadratmeter umfassenden Fläche einen Batteriespeicher aufstellen wollen. In diesem soll in Zeiten der Energie-Überproduktion Strom gespeichert werden, der dann, wenn er gebraucht wird, zur Verfügung steht.
Um die Voraussetzungen für dieses Vorhaben zu schaffen, war die Änderung und Teilaufhebung des bisherigen Bebauungsplans nötig. Dieser stammte aus dem Jahr 1995 und sah eine Kleingartensiedlung vor, die allerdings, wie es hieß, nie angelegt worden ist.
Auf die Frage von Hans Schmeißer (CSU) nach Emissionen des Speichers, antwortete Stadtbaumeister Khodary, es sei nicht mehr als der in diesem Bereich schon vorhandene Lärm zu erwarten. In diesem Sinn bekräftigte Rathauschef Ruh, die Lüftungsanlage des Batteriespeichers müsse entsprechend eingestellt werden. Aufgrund des Abstands zur Bebauung werde es ohnehin keine größeren Probleme geben.