Kaum eine Hausapotheke kommt ohne Schmerzmittel aus - ob Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Naproxen. Auch wenn es sie bis zu bestimmten Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen gibt: Wendet man die Medikamente falsch an, drohen Gesundheitsrisiken. So vermeidet man sie.
Wer Schmerzmittel auf eigene Faust, also nicht auf ärztlichen Rat hin, einnimmt, sollte das nicht länger als vier Tage in Folge tun. Dazu rät die Apothekerkammer Niedersachsen. Es gilt die Faustregel: Nach zehn Schmerzmittel-Tagen im Monat sollte Schluss sein. Diese Grenze sollte man dabei keinesfalls jeden Monat ausreizen.
Der Grund: Eine zu häufige bzw. zu lange Anwendung von Schmerzmitteln birgt Risiken wie diese:
Wichtig: Auch die jeweilige Tageshöchstdosis muss man einhalten. Das Portal „gesundheitsinformation.de“ nennt ein Beispiel: Wer Ibuprofen 400 einnimmt, sollte als Erwachsener höchstens drei Tabletten am Tag (24 Stunden) schlucken. Die Tageshöchstdosis liegt bei 1200 Milligramm.
Wurden Schmerzmittel ärztlich verordnet, kann die Tageshöchstdosis auch höher ausfallen. Es gilt aber immer das Motto: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Schmerzmittel vertragen sich mit manchen Medikamenten nicht gut - Stichwort: unerwünschte Wechselwirkungen. Dazu sollte man unbedingt in die Packungsbeilage schauen bzw. sich in der Apotheke beraten lassen.
Ein Beispiel: Manche Menschen nehmen zur Blutverdünnung niedrig dosiertes ASS ein, das das Risiko für Gefäßverschlüsse senkt. Nehmen sie zeitgleich Ibuprofen ein, kann das die blutverdünnende Wirkung von ASS hemmen.
Wer beide Medikamente einnehmen muss, sollte das mit ausreichend zeitlichem Abstand tun. Heißt konkret: ASS mindestens 30 Minuten vor oder mindestens 8 Stunden nach dem Ibuprofen einnehmen, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.
Vorsicht gilt auch bei Alkohol: Kombiniert man ihn mit Paracetamol, kann die Leber Schaden nehmen, warnen die Apotheker. Denn der Wirkstoff wird - ebenso wie Alkohol - von dem Organ abgebaut.
Schmerzmittel sind sie zwar alle. Doch nicht jeder Wirkstoff eignet sich für jeden Körper und für jeden Schmerz. Stärke und Art der Beschwerden, Vorerkrankungen, Alter - all das bestimmt mit, welcher Wirkstoff für wen am besten passt.
Am besten lässt man sich dazu in der Apotheke beraten. Das ist der Apothekerkammer zufolge besonders wichtig bei Kindern, Allergikern, bei chronisch kranken Menschen, Schwangeren, Älteren, Nierenkranken und bei allen, die mehrere Medikamente einnehmen müssen.
Egal, ob Gelenke, Zähne oder der Unterleib schmerzen: Halten die Beschwerden an, ist es gut, der Ursache auf den Grund zu gehen - und sie gezielt zu behandeln.
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