„3bears”: Fußball-Star Harry Kane steigt bei Firma aus Burgoberbach groß ein | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.10.2024 07:00

„3bears”: Fußball-Star Harry Kane steigt bei Firma aus Burgoberbach groß ein

Seit acht Jahren führen Caroline Nichols und ihr Mann Tim (r.) ihr Unternehmen. Mit dem Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft als Gesellschafter wollen sie den britschen Markt erobern. (Foto: 3Bears/Sebastian König)
Seit acht Jahren führen Caroline Nichols und ihr Mann Tim (r.) ihr Unternehmen. Mit dem Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft als Gesellschafter wollen sie den britschen Markt erobern. (Foto: 3Bears/Sebastian König)
Seit acht Jahren führen Caroline Nichols und ihr Mann Tim (r.) ihr Unternehmen. Mit dem Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft als Gesellschafter wollen sie den britschen Markt erobern. (Foto: 3Bears/Sebastian König)

Wenn man seine Firma nach einem bekannten englischen Märchen nennt, dann werden vielleicht auch irgendwann Träume wahr. Zumindest im Fall von Caroline Nichols aus Burgoberbach (Landkreis Ansbach) und ihrer Lebensmittel-Marke „3bears“ scheint das zu funktionieren. Der neueste Coup: Der Fußball-Weltstar Harry Kane ist in das Unternehmen mit eingestiegen.

„Das passt perfekt und das hätten wir uns wirklich nie erträumen lassen“, erklärt Geschäftsführerin Nichols. Und tatsächlich: Für ein junges Unternehmen, das ursprünglich Porridge verkaufte und inzwischen sein Sortiment deutlich erweitert hat, kann man sich kaum ein besseres Werbegesicht vorstellen: Der warme Haferbrei Porridge ist ein Klassiker des Frühstücks in Großbritannien, Harry Kane der Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft.

Harry Kane war der „Traumbotschafter” für die Marke 3bears

Das Unternehmen mit seinen inzwischen knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat seinen Sitz in München. Als Kane zum dortigen FC Bayern wechselte, begann Ehemann Tim Nichols, ein Engländer, zu träumen. „Er hat gesagt, das wäre unser Traumbotschafter. Ich habe gesagt: Träum weiter“, erinnert sich die 39-Jährige an die erste Unterhaltung auf dem Sofa.

Doch Caroline Nichols, die die Firma mit ihrem Ehemann vor inzwischen acht Jahren als Start-up gegründet hatte, begann zu recherchieren. Sie fand heraus, dass der Weltstar Kane sich durchaus mit den Themen Gesundheit und Ernährung beschäftigt und wagte eine Kontaktaufnahme bei dessen Management.

Dort stieß die Sache sofort auf Begeisterung, auch deshalb, weil der Engländer Kane mit dem Markennamen (übersetzt: drei Bären) sofort etwas anfangen konnte. Die Marke ist nach dem bekannten englischen Märchen Goldlöckchen und die drei Bären benannt. Die drei Bären besitzen jeweils eine Schüssel mit warmem Brei, Goldlöckchen kann dem nicht widerstehen und isst aus den Schüsseln in Abwesenheit der Bären.

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Der Fußballer stieg auch gleich als Gesellschafter ein

Und so nahm das kleine Märchen seinen Lauf. Kane ist seit Ende September nicht nur Markenbotschafter, sondern auch als Gesellschafter mit eingestiegen. Aktuell wird an einer komplett neuen Produktlinie gearbeitet, die nächsten Sommer auf den Markt kommen soll. „Die Produkte sollen Fußball schreien“, verdeutlicht die Geschäftsführerin. Kanes Gesicht kommt auf die Verpackungen.

Mit dem Konterfei des Weltstars sollen also neue Kunden erschlossen werden. Außerdem will 3bears nach dem deutschsprachigen Raum jetzt auch den englischen Markt ins Visier nehmen. Der Onlineshop ist inzwischen auch in Großbritannien erreichbar. Dort seien bislang interessanterweise nicht Porridge, sondern vor allem Riegel und die kalte Variante des Haferbreis, die Overnight Oats, gefragt. Diese laufen laut Nichols auch in Deutschland sehr gut.

Gründer wollen die Mehrheit behalten

Mit Kane als Geschäftspartner hat das Unternehmerehepaar seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Seit der Gründung vor acht Jahren geht es ohnehin ziemlich steil bergauf. Die Produkte von 3bears sind inzwischen in vielen großen Supermärkten wie Rewe, Tegut, dm, Kaufland oder Müller zu finden. Das Unternehmen macht Millionenumsätze. Obwohl die Firma weiter wächst und neben Harry Kane auch noch zwei andere Gesellschafter mit an Bord sind, besitzen die Nichols weiterhin die Mehrheit am Unternehmen und das soll auch so bleiben.

Die Produktideen entstehen dabei laut Caroline Nichols weiterhin am heimischen Küchentisch im Münchner Süden. Seitdem das Ehepaar Nachwuchs hat, gibt es auch für die speziellen Kinderprodukte im Sortiment die idealen Tester zu Hause. Natürlich ist aber auch eine Produktentwicklerin von Anfang an mit dabei, denn die Lebensmittelvorschriften, gerade für Kinderprodukte, sind in Deutschland streng.

Eigene klare Regeln hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben für seine Produkte ohnehin von Anfang an selbst gegeben: Kein Industriezucker, keine Zusatzstoffe und möglichst viele echte Früchte lautet die Formel, durch die man sich von den zahlreichen weltweit agierenden Konkurrenten unterschieden möchte.

Das hat natürlich auch seinen Preis, weswegen der Kampf am Regal, wie Nichols das Supermarktgeschäft bezeichnet, deutlich härter sei als online: „Im Supermarkt entscheidet vorrangig der Preis. In unserem Onlineshop können wir dagegen mit Texten, Bildern und Videos viel mehr erklären.“

Wachstumspotenzial für 3bears in Deutschland

Auch wenn Caroline Nichols im deutschsprachigen Raum durchaus noch Wachstumspotenzial sieht, soll das aber nicht auf Biegen und Brechen geschehen. „Wir sind ein familiäres und kleines Team und das schätzen die Mitarbeiter auch.“

Da Homeoffice in dem jungen Unternehmen zur Normalität gehört, ist es auch für die Geschäftsführerin mal möglich, an einem Montagvormittag vom Elternhaus in Burgoberbach aus zu agieren. Denn die 39-Jährige kommt trotz des fordernden Jobs nach wie vor etwa alle zwei Monate in den Landkreis Ansbach. „Ich bin sehr heimatverbunden und habe hier noch viele Freunde von früher“, erklärt sie. Als gebürtige Steingruber ist sie mit der Region ja ohnehin quasi historisch verbandelt: Einer ihrer Vorfahren war der bedeutende Architekt und oberste Baumeister im Markgrafentum Ansbach, Johann David Steingruber, der unter anderem das Herrieder Tor in Ansbach und etliche Kirchen und Schlösser in Westmittelfranken errichtete.

Ihr eigenes Verhältnis zum Beruf sei typisch fränkisch geprägt, das habe sie von ihren Eltern so mitbekommen. Übermäßig stolz sein und Erfolge feiern sei daher nicht so ihr Ding, „eher fränkisch zurückhaltend einfach arbeiten“. Man müsse auch nicht mit Lob überschüttet werden und es tue gut, im Erfolgsfall nicht abzuheben, findet Nichols. Auch in diesem Punkt passe Harry Kane gut zu ihrer Philosophie, denn den Fußballstar hat sie trotz seiner Weltkarriere als sehr bodenständig erlebt.


Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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