Groß gefeiert wurde das halbe Jahrhundert fränkisch-französische Verbindung mit Athis-Mons nicht nur an Pfingsten in Rothenburg. Auch die Freundinnen und Freunde in der südlich von Paris gelegenen Partnerstadt würdigten den Anlass mit einem umfangreichen Programm. Beim Festabend vor Ort aktiv wurde eine Schäfertanz-Abordnung.
Knapp 50 Rothenburgerinnen und Rothenburger seien bei den Festivitäten in Athis-Mons dabei gewesen, erklärte im Gespräch mit der Redaktion der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Erwin Bauer. Den Auftakt bildete demnach ein Treffen im Rathaus der französischen Stadt, bei dem der dortige Bürgermeister Jean-Jacques Grousseau und OB Christoph Rösch Urkunden zur Untermauerung der 1976 geknüpften Verbindung unterzeichneten.
Danach wurden die Räume einer traditionsreichen Privatschule besichtigt. Es folgten ein Empfang mit offiziellen Reden in der kleinen Stadthalle von Athis-Mons und am Nachmittag eine Erkundungstour durch den Ort, in dem etwa 35.000 Menschen leben und der baulich und in Sachen Infrastruktur geprägt ist von seiner Nähe zur französischen Metropole.
Höhepunkt war laut Bauer ein Festabend mit rund 600 Gästen in der großen Stadthalle von Athis-Mons. Gestaltet wurde das Programm vom Stadtorchester, einem Kinderchor und dem örtlichen Cercle Celtique. Die Rothenburger Farben vertrat eine 16-köpfige Abordnung des Schäfertanzes, die mit ihren Einlagen auf der Bühne laut Bauer für große Begeisterung sorgte. Ohne die freundschaftliche Verbindung von Schäfertanz und Cercle Celtique, so Bauer, gäbe es keine Städtepartnerschaft mit Athis-Mons. Das sei die Keimzelle der Jumelage gewesen.
Am Folgetag unternahm die Reisegruppe aus Rothenburg dann noch einen Abstecher nach Paris. In einer guten halben Stunde gelange man von Athis-Mons aus per Straßenbahn und Metro ins Zentrum der Hauptstadt, so Bauer. Angesteuert wurden klassische Ziele wie der Louvre, Notre Dame und der Eiffelturm. Auch eine Schiffahrt auf der Seine habe zum Programm gehört.
Bei sämtlichen Festveranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen der Jumelage war die wichtige Rolle des Austauschs auf schulischer Ebene für das Funktionieren der Städteverbindung betont worden. Das Reichsstadt-Gymnasium (RSG) und das Lycée Marcel Pagnol in Athis-Mons haben diese Tradition im Jubiläumsjahr auch bereits eifrig fortgeschrieben.
So reisten laut Mitteilung des RSG vor einigen Monaten 20 Jugendliche der zehnten und elften Jahrgangsstufe aus Rothenburg nach Athis-Mons, um dort mit gleichaltrigen Französinnen und Franzosen in Kontakt zu kommen. Die jungen Leute aus Franken lebten während ihres Aufenthaltes bei Gastfamilien und nahmen auch an Unterrichtseinheiten teil. Gemeinsame Ausflüge, unter anderem nach Paris, gehörten ebenfalls zum Programm.
Der Rothenburg-Gegenbesuch der Schülerinnen und Schüler aus Athis-Mons im Frühjahr lief analog ab. Alle Beteiligten hätten die gemeinsame Zeit hier wie dort als sehr positiv empfunden und viel mitgenommen, hieß es dazu vonseiten der Schule.
Der Austausch auf schulischer Ebene werde im nächsten Unterrichtsjahr weitergeführt. So sei schon in der Adventszeit 2026 der Besuch einer Gruppe aus Athis-Mons in Rothenburg geplant. Der Gegenbesuch in Frankreich werde dann vermutlich Anfang 2027 stattfinden.