60 Jahre Lebenshilfe Ansbach: Viele Angebote für Menschen mit Behinderung | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 12.04.2025 11:05

60 Jahre Lebenshilfe Ansbach: Viele Angebote für Menschen mit Behinderung

Sozialministerin Ulrike Scharf (4.v.li) und die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Carolina Trautner (3.v.li) sowie Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster (re.) mit Vertretern der Lebenshilfe Ansbach. (Foto: Silvia Schäfer)
Sozialministerin Ulrike Scharf (4.v.li) und die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Carolina Trautner (3.v.li) sowie Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster (re.) mit Vertretern der Lebenshilfe Ansbach. (Foto: Silvia Schäfer)
Sozialministerin Ulrike Scharf (4.v.li) und die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Carolina Trautner (3.v.li) sowie Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster (re.) mit Vertretern der Lebenshilfe Ansbach. (Foto: Silvia Schäfer)

Bayerns Sozialministerin und weitere stellvertretende Ministerpräsidentin, Ulrike Scharf (CSU), verglich die Geschichte und Funktion der Lebenshilfe Ansbach zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung mit einem „Leuchtturm“ für gelebte Inklusion. Aus kleinen Anfängen sei in 60 Jahren eine Institution erwachsen.

Als 1965 die Orts- und Kreisvereinigung der „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind Ansbach“ auf Initiative von Eltern gegründet wurde, waren Rechte, wie man sie heute kennt, etwa auf Bildung, Arbeit, Teilhabe und Selbstbestimmung „kaum vorhanden oder wurden nicht umgesetzt“, schilderte der amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Breuker bei der Jubiläumsveranstaltung im Onoldiasaal die damalige Situation.

Die gesellschaftliche Haltung sei von Fürsorge und Mitleid geprägt gewesen, „aber auch von Ausgrenzung“, wie er sagte. In den ersten Sonderkindergärten und Tagesbildungsstätten wurden geistig behinderte Kinder betreut und gefördert. Erfolgreich setzte sich die Lebenshilfe für ein Recht auf Beschulung ein. Gelernt und gelehrt wurde zunächst in einem Raum in der Güllschule.

Hilfe für Menschen mit Behinderung im Kreis Ansbach

Mit der Eingliederungshilfe schaffte das Bundessozialhilfegesetz die Grundlage der Hilfen für behinderte Menschen. Innerhalb von 60 Jahren hat sich die Lebenshilfe Ansbach von einem kleinen Verein zu einem großen Sozialunternehmen und wichtigen Arbeitnehmer entwickelt. Dies war und sei nötig gewesen, so Michael Breuker, „weil die Bedarfe von Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörigen, dieses Wachstum notwendig gemacht haben“. Angesichts ihres Wachstums hat die Lebenshilfe Ansbach ihre Führungsspitze professionalisiert. An die Stelle des bisherigen ehrenamtlichen Vorstands ist ein hauptamtlicher Vorstand getreten.

Die Anerkennung und Wertschätzung für das Engagement an der Weiterentwicklung des Sozialunternehmens drückt sich in der öffentlichen Akzeptanz aus. Die Einrichtungen, Unterstützungsangebote und Dienste haben einen festen Platz in der Stadt und dem Landkreis Ansbach. Das zeigte die Anwesenheit der geladenen Gäste und die Rednergrußworte, die der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Unger willkommen hieß. Unterstützt von den Fachbeiräten David Ross und Christian Brehm. Die integrative Trommelgruppe erzählte mit ihren Rhythmus eine eigene Geschichte und bildeten eine synchrone Gemeinschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Lebenshilfe Ansbach biete Chancen und Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben, so die Ministerin. Aussagen zur Inklusion finden sich auch im Koalitionsvertrag. Die Ministerin sprach von einem „klaren Bekenntnis“ zu den Werkstätten und dass es gelungen sei, „die Ausgleichsabgabe wieder reinzuverhandeln“. Die Abgabe ist von Arbeitgebern zu entrichten, solange sie die vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen nicht beschäftigen.

Noch „Luft nach oben” bei Inklusion

Carolina Trautner (CSU), frühere Sozialministerin und jetzt Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, meinte, es gebe noch „Luft nach oben“ bei der Inklusion. Außerdem sprach sie den Fachkräftemangel an, der auch die Behindertenwerkstätten betreffe. Die Personalnot habe nicht nur organisatorische Konsequenzen, sondern wirke sich auch auf die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen aus.

Mit Landratsamt und Stadtverwaltung arbeitet die Lebenshilfe im Jugend-, Wohn- und Betreuungsbereich immer wieder zusammen. Der Bezirk Mittelfranken übernimmt einen großen Teil der Aufwendungen im Rahmen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster dankte der Lebenshilfe, dass die schulvorbereitenden Einrichtungen in Feuchtwangen und Herrieden weiter betrieben werden nach dem Rückzug von Diakoneo aus der Trägerschaft.

Information

Lebenshilfe ist wichtiger Arbeitgeber

Die Lebenshilfe Ansbach beschäftigt aktuell 863 Mitarbeiter in Verein und GmbH. In den Förder- und Werkstätten sind 893 Beschäftigte (Menschen mit Beeinträchtigung) tätig. Partner sind Industrie und Handwerk, wenn es um Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geht.
Die Geschäftsstelle befindet sich in Ansbach-Brodswinden. Standorte der Lebenshilfe sind neben Ansbach auch Feuchtwangen, Herrieden, Dinkelsbühl, Rothenburg und Lenkersheim-Bad Windsheim. Das Betreuungsangebot richtet sich vorwiegend an Menschen mit einer geistigen Behinderung. Darüber hinaus an Erwachsene mit körperlicher Beeinträchtigung, Menschen mit Hirnschädigung, Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen. Zudem unterstützt die Lebenshilfe Ansbach durch ihre Frühförderstelle Kinder von Geburt bis zu Einschulung. Dies betrifft Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten, Formen von Autismus, soziale oder emotionale Probleme und Behinderungen wie dem Down-Syndrom.
Es gibt mittlerweile 31 verschiedenen Dienste und Einrichtungen: einen Kinder- und Jugendbereich, Frühförderstelle, schulvorbereitende Einrichtungen, heilpädagogische Tagesstätte, integrative Kindertageseinrichtung, Schulbegleitung, Integrationshilfe, Wohnen, familienunterstützender Dienst, begleitetes Wohnen, Werkstätten, Förderstätten, Arbeitsangebote, Beratung, Vorträge, Elterngruppen und Spielgruppen. Seit 2014 betreibt das Unternehmen Westmittelfränkische Lebenshilfe Werkstätten einen Markt in Schopfloch und seit 2017 das Café Karl in Ansbach für Menschen mit und ohne Behinderung.

    north