Vor dem Start in die Pfingstferien in drei Bundesländern warnt der ADAC vor einer schwierigen Verkehrslage in Bayern. „Wie die letzten Jahre gezeigt haben, rollt die Reisewelle in die Urlaubsgebiete im Süden bereits am Freitagnachmittag an“, sagte Alexander Kreipl, Verkehrsexperte beim ADAC Südbayern. „Wir rechnen damit, dass bis einschließlich Pfingstmontag besonders viel Reiseverkehr auf den Autobahnen in Bayern unterwegs ist.“
Denn nicht nur die Bayern dürfen sich vom Wochenende an über Ferien freuen: Auch in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg beginnt dann die schulfreie Zeit - und aus beiden Bundesländern dürfte es auch wieder einige Urlauber in Richtung Süden ziehen. Entsprechend groß ist die Staugefahr nicht nur auf der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg, sondern vor allem auf beliebten Routen in Richtung Österreich - also der A7 in Richtung Füssen und Reutte in Tirol, der A8 von München in Richtung Salzburg, der A93 in Richtung Inntal und der A95 in Richtung Garmisch-Partenkirchen und weiter in Richtung Fernpass.
Sollte dort Stillstand herrschen, sind Autofahrer aber gut beraten, sich in Geduld zu üben - auch wenn manche Navigationsgeräte zu Alternativen raten. Denn in einigen Regionen Oberbayerns und im Allgäu gelten Durchfahrtsverbote in Gemeinden in Autobahnnähe. Wer dort Staus umfahren will, wird gegebenenfalls von der Polizei zurück in den Wartestand geschickt - und im schlimmsten Fall mit einem Verwarngeld von 50 Euro belegt.
Auch in Österreich sollte man sich in vielen Gegenden davor hüten, bei Stau auf kleinere Straßen auszuweichen. Denn seit 1. Mai gelten in Tirol wieder Abfahrtssperren zum Schutz der Anwohner.
Im Vergleich zu den Vorjahren besonders viel Stau droht laut ADAC rund um den 30. Mai. Grund dafür ist eine Demonstration auf der Brennerautobahn A13, wegen der die vielbefahrene Route von 11.00 bis 19.00 Uhr gesperrt bleibt.
Der einfache, aber für manche Urlauber schwierig umzusetzende Rat vom ADAC: An diesem Tag möglichst nicht mit dem Auto in Richtung Süden verreisen oder von dort zurückkehren. Denn laut bayerischer Polizei kann die Sperrung auch für mehr und längere Staus auf Autobahnen im Freistaat sorgen - nicht nur am 30. Mai selbst, sondern auch an den Tagen davor und danach.
Schon vor den Grenzübergängen zu Österreich sei am 30. Mai mit erheblichen Verkehrsbelastungen zu rechnen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Wer trotz allem im Stau landet, den ermahnt die Polizei, die Rettungsgassen freizuhalten, Ruhe zu bewahren - und Geduld mitzubringen.
Zu Kontrollen der Ausweichfahrverbote bei Stau speziell in der Sondersituation am 30. Mai sagte der Sprecher: „Die Polizei wird hier angepasst mit Augenmaß herangehen und Entscheidungen im Rahmen der Verhältnismäßigkeiten treffen, um Gefahren- und Notsituationen zu vermeiden und die Handlungenfähigkeit von Rettungs- und Einsatzkräften sicherzustellen.“
Beim ADAC hieß es weiter, dieser Ausnahmetag zeige, wie wichtig eine genaue Planung längerer Autoreisen sei. Dazu gehöre bei Fahrten nach Österreich auch, sich Vignetten möglichst vor der Fahrt zu besorgen. Um auch für unerwartete Verzögerungen gerüstet zu sein, sollten Autofahrer auch ein besonderes Augenmerk auf genügend Proviant im Fahrzeug und ausreichende Pausen unterwegs legen - vor allem, wenn Kinder mit an Bord seien.
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