Ein „alter Bekannter” ist der neue Polizei-Chef der Inspektion Feuchtwangen: Daniel Rotter hat die Nachfolge von Reinhold Rauch angetreten. Für den 51-Jährigen ist es ein Traumjob, wie er bei seiner offiziellen Vorstellung bemerkte.
Im November vergangenen Jahres war Polizeihauptkommissar Reinhold Rauch nach 22 Jahren als Leiter der Polizeiinspektion Feuchtwangen in den Ruhestand verabschiedet worden. Rauch war eine Institution in der Stadt, Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh hatte ihm zum Abschied eine „herausragende Problemlösungskompetenz” bescheinigt.
Von „großen Fußstapfen“ sprach denn auch Rauchs Nachfolger Daniel Rotter, wobei der in Dinkelsbühl geborene Polizist einen großen Vorteil hat. Er kennt die Region bestens, da er in Dürrwangen aufwuchs und seit vielen Jahren mit seiner Familie in Feuchtwangen beheimatet ist. „Jetzt kann ich endlich wieder Dialekt sprechen“, erklärte Rotter schmunzelnd. „Wir sind froh, dass wir jemanden mit Lokalkolorit für den Posten gefunden haben“, meinte Polizeipräsident Gernot Rochholz, der eigens aus Nürnberg angereist war.
Bessere Voraussetzungen könne es für den neuen Leiter der Polizeiinspektion Feuchtwangen nicht geben, betonte Rochholz. Er sei nahbar, kommunikativ, fachlich hervorragend und als gebürtiger Westmittelfranke in der Region bestens vernetzt. „Ich bin mit Leib und Seele Dürrwanger“, meinte Rotter und berichtete von seinem heimatlichen Engagement als Fußballer, in Vereinen und als Gemeinderat. Mit dem Posten des Dienststellenleiters in Feuchtwangen geht für ihn nun „ein beruflicher Lebenstraum in Erfüllung“.
Es ist nach insgesamt 31 Jahren im Staatsdienst eine Art Rückkehr in die Heimat für den naturverbundenen Rotter. Mehrere Einsätze bei G7-Gipfeln in verantwortlicher Position gehörten zu seinen beruflichen Höhepunkten. 2023 war der Polizeihauptkommissar nach rund fünfeinhalb Jahren bei der PI Dinkelsbühl zur Kriminalpolizei Ansbach gewechselt. Dort war er als Leiter des Kommissariats für Eigentumsdelikte zuständig. Besonders markant war dabei seinen Ausführungen zufolge die Aufdeckung der Serie der Raubüberfälle einer Teenager-Bande in Ansbach. „Das war eine lehrreiche Zeit und eine wertvolle Erfahrung”, blickt der 51-Jährige zurück und bekennt aber: „Die Uniform hat mir gefehlt.”
Das große Einzugsgebiet mit der Überwachung von Recht und Gesetz im Bereich der neun Kommunen Feuchtwangen, Herrieden, Aurach, Bechhofen, Dentlein, Dombühl, Schnelldorf, Wieseth und Wörnitz sei zweifellos eine Herausforderung, sagt Rotter zu seinem neuen Aufgabenbereich. Es gelte dabei, mit 37 Beamten für die Sicherheit von etwa 43.000 Menschen zu sorgen.
Dabei sollen sich die Einsatzkräfte nach seinem Dafürhalten an definierten Eckpunkten orientieren. „Respekt und Wertschätzung“ bringe er jedem Polizisten entgegen, versicherte Rotter seinem neuen Team, das gelte aber genauso für den Kontakt der uniformierten Kräfte mit Bürgerinnen und Bürgern. Auch da fordert Rotter Augenhöhe ein. Grundsätzlich dürfe derjenige Toleranz erwarten, der sich „ordentlich verhält“. Demgegenüber müssten Personen, die Straftaten begehen, laut Rotter „die volle Härte des Gesetzes“ zu spüren bekommen.
Allerdings weist die Statistik für den Bereich Feuchtwangen keine sonderlich hohen Fallzahlen auf. Im Gegenteil. In der jüngeren Vergangenheit waren die Fälle von Diebstahl und Gewalttaten in der Region sogar rückläufig, berichtete Polizeipräsident Rochholz. „Die Welt in Feuchtwangen ist noch in Ordnung“, gab der Dienstherr dem neuen PI-Chef mit auf den Weg.