„Wir kommen mit dem Reparieren und der Reinigung nicht mehr nach“, sagt der Uffenheimer Bauhofleiter Thomas Siebert verzweifelt. „Es ist extrem.“ Die Vandalismus-Vorfälle in Uffenheim häufen sich, sagt auch Bürgermeister Wolfgang Lampe. „Ich weiß mir langsam nicht mehr zu helfen.“
Probleme gibt es in den öffentlichen Toiletten seit einem halben, dreiviertel Jahr, erklären Lampe und Siebert. Beide berichten von ausgerissenen Lampen und Schaltern, von zertretenen Toilettenschüsseln, von Schmierereien mit Graffiti-Farbe und von eingetretenen Türen, im Ansbacher Tor sei es besonders schlimm. „Kaum haben wir etwas gereinigt oder repariert, ist es am nächsten Tag schon wieder kaputt oder verschmiert“, erzählt der Bauhofleiter von seinen Erfahrungen. „Das ist wirklich extrem.“
Einen Zwischenfall hat ein städtischer Mitarbeiter beobachtet – „wir haben jemanden erwischt, der den Schaden zahlen muss“, sagt Lampe. Aber der Triumph hielt nicht lange an. „Leider gehen die Schmierereien weiter. Wir haben natürlich immer Anzeige erstattet“, betont der Bürgermeister. Aber einen Täter dingfest zu machen, das sei ein Glücksspiel. Wenn es nicht gelingt, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Lampe hofft, dass die Situation besser wird, wenn der Winter vorbei ist.
Am Sonntag erreichte der Vandalismus dann seinen traurigen Höhepunkt. Im WC am Schweinemarkt musste gegen 18.30 Uhr die Feuerwehr anrücken. Ein Kleinbrand entpuppte sich vor Ort als Brandstiftung: Toilettenpapier brannte im Pissoir. „Der Feuerwehr-Einsatz kostet ein richtiges Schweinegeld“, klagt Wolfgang Lampe. 1000 Euro, Minimum, sagt er. Und auch sonst seien die Kosten nicht mehr tragbar – die Arbeitsstunden der Bauhof-Mitarbeiter, neues Inventar, neue Lichtschalter: Bei jedem Zwischenfall entstehen zwischen 500 und 1000 Euro Schaden, schätzt Lampe.
Damit der Bauhof die Toiletten am Schweinemarkt und im Ansbacher Tor jetzt in Ruhe reparieren kann und um vergleichbare Zwischenfälle zu verhindern, bleiben die Toiletten vorerst geschlossen. Das haben Siebert und Lampe so entschieden.
Der Leiter der Bad Windsheimer Polizeiinspektion, Heiko Dürr, sieht in Uffenheim keine besondere Häufung solcher Zwischenfälle: „Das ist alles in einem normalen Rahmen.“ Klar gebe es phasenweise Ausschläge nach oben, aber die Beamten beobachten derzeit fast überall einen Anstieg solcher Fälle – Dürr nennt auch Bad Windsheim oder Rothenburg. Seit dem Ende der Corona-Maßnahmen „ist das jüngere Publikum wieder mehr unterwegs“.
Von einem Brennpunkt in Uffenheim will Dürr nicht sprechen. „Das sind Cliquen, die gibt’s in Uffenheim, die gibt’s in Bad Windsheim.“ Jedoch steche keine „signifikant heraus“. Und selbstverständlich fahre die Polizei auch in Uffenheim Streife.
Der Brand am Sonntag sei „ein Einzelfall“ gewesen, betont Dürr. Die Polizei ermittelt. Die Recherchen seien allerdings schwierig, weil sich am verbrannten Papier keinerlei Spuren sichern ließen. Dürr hofft noch auf Zeugenhinweise, die womöglich eine Spur bringen.
Wolfgang Lampe und Thomas Siebert können die Einschätzung der Polizei nicht teilen und sehen durchaus außergewöhnlich viele Vandalismus-Fälle in Uffenheim. „Das ist Wahnsinn“, sagt Siebert. Deshalb haben sie mit den Toiletten-Schließungen jetzt gehandelt. Auch das offene Wlan an der Stadthalle wird bereits seit geraumer Zeit um 22 Uhr abgeschaltet, um keinen Anreiz zu schaffen, dass Jugendliche dort abhängen.
Lampe sucht für die WCs derzeit nach einem System, mit dem nachvollziehbar wird, wer wann in die Toilette gegangen ist – womöglich via Bankkarte, ähnlich wie bei Zigarettenautomaten. „Ich habe aber noch nichts Passendes gefunden.“ Es sei schwierig. Der Bürgermeister findet es „sehr, sehr schade“, dass solche Maßnahmen überhaupt nötig sind.
Auch in der jüngsten Stadtratssitzung schlug ein Thema auf, das damit zusammenhängt: Der Tanzsportclub nutzt für sein Training die Stadthalle – in zwei Gruppen. Susanne Holzmann (FWG) machte darauf aufmerksam, dass deshalb die Halle lange offen stehe. „Da gehen auch Leute rein, die nicht rein sollten.“ „Wir sollten die Vereine sensibilisieren, dass sie ein Auge darauf haben“, antwortete Lampe. Aber ein ständiges Auf- und Zusperren sei nicht zu realisieren.
Achim Endreß (CSU) plädierte dafür, dass die Gruppe jemanden an die Tür stellen sollte, sozusagen als Wache. „Schließlich hat der Verein die Stadthalle gemietet.“ Der Bürgermeister warnte allerdings davor, dadurch Vereine zu vergraulen. Womöglich sei es eine Lösung, den Eingangsbereich der Stadthalle mit einer Kamera zu überwachen. Lampe will klären, ob das praktikabel wäre.
Für den Vorplatz sei das aus rechtlichen Gründen nicht denkbar, erläutert Lampe auf Nachfrage unserer Redaktion. „Da müssten ganz, ganz andere Themen sein, damit das möglich ist.“ In der Halle sei die Situation jedoch eine andere. Ob eine Videoüberwachung kommt? Offen.