Steigende Nutzerzahlen und eine hohe Kundenzufriedenheit: So sieht das Zwischenfazit zum seit eineinhalb Jahren fahrenden NEA-Mobil aus. Das Anrufsammeltaxi des Landkreises werde immer besser angenommen, erklärte bei der Bürgermeisterdienstversammlung der dafür zuständige Sachbearbeiter.
Um diese Aussagen zu untermauern hatte Martin Hundertschuh etliche Grafiken mitgebracht. Demnach sei die Nachfrage innerhalb der sechs verschiedenen „Bedienungsgebiete“ im Landkreis naturgemäß in den Bereichen mit den größten Gemeinden am größten: Neustadt und Bad Windsheim, aber auch in Uffenheim, Emskirchen und Markt Erlbach sei der Bedarf ganz offensichtlich vorhanden. Glaubt man Hundertschuhs Ausarbeitung, gibt es vor allem im Steigerwald noch Nachholbedarf und deshalb dürfte sich sein Appell, doch bitteschön weiterhin Werbung zu machen, vor allem an die Bürgermeister jenes Bereichs gerichtet haben.
Knapp 13.000 Fahrten wurden bisher registriert, und um die Entwicklung zu verdeutlichen, hatte Hundertschuh brandaktuelle Zahlen mitgebracht. So seien im abgelaufenen Februar 1252 Nutzungen gemeldet worden – mehr als doppelt so viel wie im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die häufigsten Buchungen registriere man in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr, doch auch schon morgens um 7 Uhr – zum Betriebsstart – entwickele sich die Auslastung immer besser. 72 Prozent aller Buchungen erfolgten mittlerweile über die eigens entwickelte App, wobei Hundertschuh dafür warb, die Telefonhotline keinesfalls einzustellen: „Erst gestern hat eine Dame angerufen, die zwar die App auch hat, mir aber erklärt hat, sie telefoniere lieber. Da sei sie sich eben irgendwie sicherer, dass es auch klappt.“ Zudem hätten vor allem ältere Menschen keinesfalls immer ein Smartphone.
Sehr erfreut sei man über die Bewertungen der Kunden. Immerhin knapp 2400 Nutzer hätten sich geäußert, 90,7 Prozent davon sehr positiv. „Gerne wieder. Alles super. Sehr netter Fahrer“, sei eine durchaus repräsentative Stellungnahme, da die Freundlichkeit der Fahrer tatsächlich häufig hervorgehoben werde. Ebenfalls gelobt werden die gute Anbindung an den bestehenden ÖPNV – gerade im ländlichen Raum – sowie die Pünktlichkeit.
Eine kleine Enttäuschung sei die weihnachtliche Gutscheinaktion gewesen, bekannte Hundertschuh. Im Landkreisjournal, immerhin in rund 40.000 Haushalten präsent, seien die Gutscheine für jeweils eine Fahrt abgedruckt gewesen, doch gerade mal 40 davon seien auch tatsächlich verwendet worden.
Von den Bürgermeistern kam daraufhin viel Zuspruch. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass ein solches Angebot seine Zeit brauche, dann aber durchaus einschlage, betonte vor allem Neustadts Bürgermeister Klaus Meier. Er erinnerte an die Anfangszeit des Neustädter Anrufsammeltaxis, das sich im Rahmen der Kommunalen Allianz mittlerweile weiter steigender Beliebtheit erfreue. Da habe man auch einen langen Atem beweisen müssen – noch im dritten Jahr „haben wir festgestellt, dass es kaum jemand kennt, obwohl wir überall dafür geworben haben“.
Mittlerweile jedoch sei das Projekt gut etabliert und werde angenommen, was seinen Diespecker Kollegen Christian von Dobschütz zur Bitte animierte, man möge doch bei der nächsten Bilanz beide Angebote berücksichtigen: Das des Landkreises und das bereits zuvor eingeführte Neustädter Modell, denn damit erhalte man einen umfassenderen Einblick in das bürgerschaftliche Interesse.
Für die Statistikfreunde sei abschließend noch der bisherige Monats-Spitzenreiter der Nutzungen vermerkt: Im September 2022 wurden mit NEA-Mobil 1652 Fahrten registriert, gefolgt vom August 22 mit 1587 Buchungen.