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Veröffentlicht am 24.04.2026 17:00

Sichere Mobilität: In Neuendettelsau startet ein Verkehrsversuch

Im Bereich von der Heilsbronner Straße über die Haupt- und Bahnhofstraße bis zur Schlauersbacher Straße sollen die Schutzstreifen markiert werden. (Archivbild: Antonia Müller)
Im Bereich von der Heilsbronner Straße über die Haupt- und Bahnhofstraße bis zur Schlauersbacher Straße sollen die Schutzstreifen markiert werden. (Archivbild: Antonia Müller)
Im Bereich von der Heilsbronner Straße über die Haupt- und Bahnhofstraße bis zur Schlauersbacher Straße sollen die Schutzstreifen markiert werden. (Archivbild: Antonia Müller)

Sicher, modern und nachhaltig: So soll in Neuendettelsau die Mobilität der Zukunft aussehen. Durch einen Verkehrsversuch will die Gemeinde wichtige Erkenntnisse sammeln und damit einen Beitrag leisten, um dieses Ziel zu erreichen. Dafür sollen Schutzstreifen für Radfahrende markiert werden.

Bei dem Versuch arbeiten die Gemeinde Neuendettelsau und das Landratsamt Ansbach zusammen, wie Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) in der Sitzung des Gemeinderates informierte. Der Start ist für den 1. Juni vorgesehen, er kann sich aber auch noch verzögern, weil vorher die derzeit laufenden Arbeiten für den Breitbandausbau entlang der Ortsdurchfahrt abgeschlossen sein sollen.

Konflikte auf den Gehwegen

Die Verantwortlichen haben vor, für den Verkehrsversuch Fahrrad-Schutzstreifen im Bereich von der Heilsbronner Straße über die Haupt- und Bahnhofstraße bis zur Schlauersbacher Straße zu markieren. Gemäß den Ausführungen von Schmoll wurde bei den Planungen versucht, eine durchgängige und gut sichtbare Führung des Radverkehrs entlang der Kreisstraße zu ermöglichen.

Das Ziel ist es, die Radlerinnen und Radler sichtbar und sicher auf der Straße zu führen, wie Schmoll erklärte. Der Grund: Die oft schmalen Gehwege in Neuendettelsau werden Schmoll zufolge, teils in beiden Fahrtrichtungen, widerrechtlich von Fahrradfahrenden benutzt.

Die gemeinsame Nutzung der Gehwege habe in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten geführt, heißt es vonseiten des Landratsamtes. „Insbesondere an Grundstücksausfahrten, Engstellen oder bei höherem Fußgängeraufkommen kommt es immer wieder zu kritischen Situationen und in der Vergangenheit leider auch zu Unfällen.”

Bessere Sicht, aber mehr Rücksichtnahme

Die Führung des Radverkehrs auf der Straße gewährt dem ausfahrenden Verkehr aus den Seitenstraßen eine bessere Sicht, wie es in der Sitzungsunterlage für die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte heißt. Dies „erfordert aber auch mehr Rücksichtnahme auf der Fahrbahn.”

Bei den Schutzstreifen handelt es sich um durch gestrichelte Linien abgegrenzte Bereiche am Fahrbahnrand, die in erster Linie dem Radverkehr zur Verfügung stehen. Fährt hier kein Fahrrad, dürfen auch Pkws und andere Fahrzeuge den Bereich nutzen. Das ist auch der wesentliche Unterschied zu einem mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichneten Radfahrstreifen. Dieser darf vom übrigen Verkehr nicht genutzt werden.

Eine Dauer von einem Jahr

Der Versuch wird nicht nur für die Radlerinnen und Radler Veränderungen mit sich bringen, er hat Auswirkungen auf alle Verkehrsteilnehmenden. Denn auf den Schutzstreifen darf nicht geparkt werden. Deutliche Veränderungen kündigte der Bürgermeister etwa für die Schlauersbacher Straße an. In der Heilsbronner Straße bekommen die Parkplätze eine Markierung. Dadurch werden einige Stellflächen weniger zur Verfügung stehen.

Um ein halbwegs verlässliches Bild zu bekommen, ist der Versuch auf ein Jahr angelegt. Dieses Jahr müsse man auch abbilden, da die Dichte des Radverkehrs nicht immer gleich sei. Begleitet wird der Verkehrsversuch von verschiedenen Fachstellen. Neben der Gemeinde und dem Landratsamt sind dies die Polizei, das Staatliche Bauamt Ansbach, die Technische Hochschule Nürnberg, die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) sowie der Kreisverband Ansbach des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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