Das erste Playoff-Halbfinale in der 1. Regionalliga Südost war für die Basketballer von hapa Ansbach die erwartet schwere Aufgabe. Nach der 79:90 (41:48)-Niederlage gegen TS Jahn München müssen sie das zweite Spiel am Samstag in München gewinnen, um im Meisterschaftsrennen zu bleiben.
Erstmals in dieser Saison hatten die Ansbacher aufgrund einiger verletzungsbedingter Ausfälle vor einem Heimspiel mit personellen Problemen zu kämpfen. Inklusive des nicht eingesetzten Djordje Manojlovic und des angeschlagenen Bastian Doreth boten die Piranhas nur einen Elf-Mann-Kader auf, während die Gäste zu zwölft nach Mittelfranken gereist waren. Der Vorteil der häufigeren Wechselmöglichkeiten und des am Ende längeren Atems, der schon einige Male den Ausschlag für das Team von Nico Probst gegeben hatte, war diesmal also nicht auf Ansbacher Seite.
Sofort erkennbar war der Matchplan der Münchner, mit hoher Intensität in der Defensive die Ansbacher erst gar nicht zum freien Wurf kommen zu lassen. Nach vier Minuten lautete der Spielstand 5:14. Zwar befreiten sich die Piranhas etwas von diesem Druck und schlossen nach einer Auszeit die Lücke wieder (12:14). Allerdings punktete der Jahn im ersten Viertel konstant zum 23:28 und traf vor allem von der Dreierlinie mit sechs von zehn Versuchen sicher.
Ins zweite Viertel kam Ansbach wieder schwer, Probst nahm bereits nach knapp zwei Minuten beim 23:32 eine Auszeit. Dennoch standen zur Mitte dieses Abschnitts erst weitere sechs Punkte auf die Anzeigetafel. Viele Ballverluste prägten die Partie allerdings jetzt auf beiden Seiten und auch die Würfe der Gäste fielen nicht mehr so sicher, sodass der Abstand kaum anwuchs. Mit 41:48 ging es in die Halbzeitpause.
Doch nur eine Minute nach Wiederbeginn betrug der Rückstand bereits 14 Punkte. Die extrem körperliche Spielweise der Turnerschaft behagte den Piranhas überhaupt nicht, die auch mit den Entscheidungen der Schiedsrichter zu hadern begannen. Sie versuchten, mit ebenfalls großem Einsatz dagegenzuhalten. Im Gegensatz zu den lange Zeit auch sehr knappen Viertelfinalspielen gegen Nördlingen war jedoch nicht zu erkennen, wie sie die Kontrolle über das Spiel zurückgewinnen könnten. Raul Dumnici, mit 22 Punkten erfolgreichster Ansbacher, versuchte oft mit purem Willen zum Abschluss zu kommen, benötigte für seine Treffer jedoch zu viele Versuche.
Den Schlussabschnitt eröffnete Joscha Eckert nach zehn Sekunden zum 63:70. Die Halle stand lautstark hinter dem Team, der Anschluss wollte aber auch in den Folgeminuten nicht gelingen. Beim Stand von 66:75 in der 34. Minute wollte Probst mit einer Auszeit seinem Team nochmals neue Impulse geben und Chancen, den Rückstand zu verkürzen, waren durchaus vorhanden. Doch passierten weiterhin zu viele Fehler. Ein Korbleger fiel daneben, ein Pass unter den Korb erreichte nicht sein Ziel, ein Schrittfehler.
Die Münchner ließen sich angeführt von Topscorer Jannis Grußendorf (25 Punkte) von ihrem Weg nicht mehr abbringen und punkteten konstant weiter. Auch der Versuch der Ansbacher, mit Fouls die Uhr zu stoppen, ging ins Leere. Mit einer Serie von vier verwandelten Freiwürfen erhöhte Sebastian Hubrich 40 Sekunden vor Ende auf 79:90 und dabei blieb es. So gingen alle vier Viertel an die Gäste und Ansbach kassierte die erste Niederlage in dieser Saison gegen den Jahn. Nun muss am Samstag in München ein Sieg her, um im Meisterschaftsrennen zu bleiben.
hapa Ansbach: Eckert (8 Punkte, 30:05 min Einsatzzeit), Schnabel (7, 1 Dreier, 20:57), Kurpiela (12, 1, 30:37), N. Neubert (5, 1, 15:38), Imberi (6, 19:41), Dumnici (22, 3, 22:21), Doreth (2, 7:09), Schmidt (9, 26:01), T. Neubert (2:11), Schröder (8, 1, 25:19), Manojlovic.
Beste Werfer München: Grußendorf (25, 4), Voit (15, 4), Jukic (13, 2), Urbano (12, 1), Bär (9).
Viertelergebnisse: 23:28, 18:20, 20:22, 18:20.