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Veröffentlicht am 23.09.2025 11:10

Ansbacher FabLab eröffnet: Tüftler-Werkstatt bietet Raum für Kreativität

Eine Spielwiese für Tüftlerinnen und Tüftler sowie alle, die einmal etwas ausprobieren möchten: Das FabLab in Ansbach eröffnet seine ersten eigenen Räumlichkeiten. Diese sind im ANswerk im alten Posthof untergebracht.

Ein FabLab ist eine offene Werkstatt. Gelegentlich spricht man auch von einem „Makerspace”, also einem Raum für Macher. Privatpersonen können dort mit modernen Geräten Ideen entwickeln und sie direkt ausprobieren. Es ist aber auch ein Ort, um im Gespräch mit Gleichgesinnten Lösungen zu finden. Alle zwei Wochen gibt es ein OpenLab. Dann ist für alle Interessierten offen und nicht nur für die 25 Vereinsmitglieder.

FabLabs gibt es in der Region beispielsweise in Rothenburg, Neustadt/Aisch oder auch in Gunzenhausen. Ansbach ist ein eher kleiner Verein mit 25 Mitgliedern. 2018 wurde er gegründet. Weil es an einer eigenen Werkstatt fehlte, war es schwierig, das Vereinsleben ordentlich am Laufen zu halten. Die Corona-Pandemie tat das ihre dazu.

Hoffen auf Wachstum

Doch es gibt auch einen E-Mail-Verteiler mit rund 80 Interessierten, betonen die beiden Vorsitzenden Kilian Kreibich (21) und Lukas Dietz (25). Sie hoffen, einige von ihnen vom Sinn einer Mitgliedschaft überzeugen zu können. Kreibich: „Jetzt haben die Leute einen tatsächlichen Mehrwert.”

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Denn Mitglieder können einen Schlüssel bekommen und dann jederzeit ins Labor. In der Vergangenheit ging das nicht. Da traf man sich im Medialab oder im Ankit der Hochschule. Aber die Tüftlerinnen und Tüftler waren nur zu Gast. Jetzt haben sie den eigenen Raum und bei Bedarf dürfen sie auch die Gemeinschaftsflächen des ANswerks nutzen.

Kilian Kreibich und Lukas Dietz stehen mitten in dem knapp 20 Quadratmeter großen Raum, der penibel aufgeräumt ist. Sie strahlen übers ganze Gesicht. „Das war lange unser Wunsch: unser eigener Raum”, sagt Kreibich und lässt den Blick schweifen.

Moderne Maschinen

Für den unbedarften Betrachter wirkt das nicht so spannend. Drei PC-Arbeitsplätze mit jeweils einer Dockingstation, ein paar Maschinen, Regale und Schränke. Doch mit ein bisschen technischem Sachverstand fällt auf, dass der 3D-Drucker nichts mit den Geräten zu tun hat, der in so manchem Bastelkeller steht. Die Werkstücke können bis zu 35 Mal 35 Zentimeter in der Fläche und bis zu 25 Zentimeter in der Höhe groß sein.

Die Maschine mit dem wuchtigen Metalldeckel in der Ecke offenbart ihre Fähigkeiten ebenfalls erst auf den zweiten Blick: ein moderner Lasercutter, der Holz und Acrylglas schneiden kann. Auch Gravuren sind möglich. „Das ist unser schönstes Gerät”, sagt Dietz und grinst breit. Wer mag, kann sich individuelle Schüsselanhänger oder große Türschilder gestalten.

Dazwischen gibt es noch ein weiteres Gerät, das zwar nicht nach Hightech aussieht, aber dafür sicherlich schnell viel Begeisterung auslösen wird: eine Presse, um T-Shirts zu bedrucken. Mit den entsprechenden Folien lässt sich so das Outfit für den Junggesellinnen- oder Junggesellen-Abschied gestalten. Die Presse ist aktuell vom Nürnberger FabLab ausgeliehen. „Aber wir kaufen die gleiche”, erklärt Kreibich.

Elektronikwerkstatt komplettiert das Angebot

Komplettiert wird das Angebot durch eine Elektronikwerkstatt mit einer normalen und eine Heißluft-Lötstation, einem Oszilloskop und Messgeräten. „Elektronische Bauteile sollten die Leute aber lieber selbst mitbringen. Da haben wir nicht allzu viel da”, betonen die beiden Vorsitzenden. Material für den 3D-Drucker und für den Lasercutter ist vorhanden. Dafür ist eine geringe Gebühr fällig. Die Geräte sind empfindlich. Deshalb kann da nicht einfach x-beliebiges Material verwendet werden.

Die Idee des FabLab ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist keine Service-Werkstatt, wo man sagt, was man will und das fertige Produkt mitnimmt. „Bei uns ist das Lernen immer mit dabei”, sagt Kilian Kreibich. Ein Wiki, eine Online-Sammlung mit verschiedenen Erläuterungen und Anleitungen, ist im Aufbau. Ansonsten stehen die Helferinnen und Helfer des Vereins zur Seite und erläutern, wie man etwas machen kann.

Einstieg in die Stoffbearbeitung

Die Ideen für die Ausstattung sind noch nicht ausgereizt. Kreibich und Dietz denken schon über die Anschaffung einer Stickmaschine und eines Geräts für Thermo-Transferdruck nach. Ebenso steht eine Nähmaschine auf der Wunschliste.

Die Eröffnung der neuen FabLab-Räume ist am Samstag, 27. September. Ab 13 Uhr ist geöffnet und Interessierte können sich bis 18.30 Uhr umschauen. Um 14.30 Uhr wird Oberbürgermeister Thomas Deffner zusammen mit Kilian Kreibich die kurze offizielle Eröffnung vornehmen.

Die offenen Werkstatt-Abende für Interessierte finden jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat jeweils ab 18 Uhr in der Bahnhofstraße 2c im Posthof statt. Zudem sollen dort künftig Workshops aus dem MINT-Bereich für Kinder und Jugendliche angeboten werden.

Kilian Kreibich (li.) und Lukas Dietz freuen sich über die Möglichkeiten, die ihnen ihre erste eigene FabLab-Werkstatt bietet. Besonders stolz sind sie auf den Lasercutter, neben dem sie stehen. (Foto: Robert Maurer)
Kilian Kreibich (li.) und Lukas Dietz freuen sich über die Möglichkeiten, die ihnen ihre erste eigene FabLab-Werkstatt bietet. Besonders stolz sind sie auf den Lasercutter, neben dem sie stehen. (Foto: Robert Maurer)
Kilian Kreibich (li.) und Lukas Dietz freuen sich über die Möglichkeiten, die ihnen ihre erste eigene FabLab-Werkstatt bietet. Besonders stolz sind sie auf den Lasercutter, neben dem sie stehen. (Foto: Robert Maurer)
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