Dieses Schulmusical sprengte den Rahmen, den Rahmen des Üblichen. Was die Grundschulklassen der Evangelischen Schule Ansbach am Freitag auf die Bühne wuchtete, hatte Performance-Qualitäten, die Schulen selten erreichen. Das Musical „Nebukadnezar – Das Geheimnis des Feuerofens“ beeindruckte als starke Gemeinschaftsleistung.
Monatelang hatten die Grundschülerinnen und Grundschüler geprobt. Vergangene Woche reiste dann das Musicalteam des christlichen Kinder- und Jugendwerks WDL gGmbH für die Endproben an. Im Gepäck hatte es die Ausstattung und ein professionelles Licht- und Ton-Equipment, um den Onoldiasaal für eine Musicalshow hochzurüsten. So viele Traversen und Scheinwerfer stehen hier sonst nie.
Der Aufwand machte Effekt. Schon bevor das Musical losging, war im ausverkauften Onoldiasaal Spannung und Vorfreude zu spüren. Das Musical von Alexander Lombardi, seiner Art nach ein szenisch realisiertes Oratorium, führte hinein ins Alte Testament und ins neubabylonische Reich zu König Nebukadnezar.
Lombardi erzählt mit Humor und missionarischem Ernst von dem selbstherrlichen Herrscher und dem Wunder, wie ein Engel drei Freunde rettet. Sein besonderer Dreh dabei ist, dass das Bibel-Musical zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt. Das funktioniert so: Im Hier und Heute erläutert Professor Dr. Theo Logie, ein schrulliger Wissenschaftler, seinen jungen Freunden historische Hintergründe und wirft Fragen des Glaubens und der Zeit auf. Das biblische Babylon lässt er mithilfe einer Supermaschine für sie bühnenfüllend lebendig werden. Spätestens wenn Nebukadnezar, der irrsinnige Herrscher einer Großmacht, die Szene betritt, wird klar, dass im Stoff weiterhin viel Aktuelles steckt.
Gregor Breier, der Komponist des Musicals, nutzt die passenden Genres für einen solchen Stoff. Sein Spektrum reicht von Kinderlied über Sacropop bis zum breitwandigen Kinosoundtrack. Er hat kraftvolle Chöre und eingängige Soli geschrieben. Weil das alles mächtig verstärkt wurde, entwickelte es mehr als genug Druck, um den Onoldiasaal zu füllen.
Die jungen Solisten spielten ihre Rollen frisch weg und überzeugend. Der Chor war konzentriert dabei, setzte die choreographischen Vorgaben sichtlich voller Freude um, sang mit Eifer und war in seinen Kostümen prächtig anzusehen. Die Melodien gingen ins Ohr, die Rhythmen in die Zehenspitze. Als der Engel erschien, um die Jünglinge zu schützen, wurde dies zu einem Höhepunkt, unaufdringlich, aber bildkräftig in Szene gesetzt.
Am Ende wurden, kein Wunder, alle Mitwirkenden, auch jene, die Hintergrund zum Gelingen beitrugen, vom Publikum stürmisch gefeiert.