Die Fahrgastzahlen sind hoch, das Geschäft läuft gut: Die Taxiunternehmer in Ansbach könnten also zufrieden sein. Doch ganz so ist es nicht. Wie viele andere Bereiche leidet die Branche unter einem Fachkräftemangel. Hinzu kommen die äußeren Einflüsse, die wohl dazu führen werden, dass an der Preisschraube gedreht werden muss.
In Ansbach gibt es allgemein einen sehr hohen Bedarf an Fahrten, wie Maximilian Zwanziger gegenüber der Fränkischen Landeszeitung feststellt. „Wir haben sehr gut zu tun.“ Zwanziger ist der Vorsitzende der Taxivereinigung Ansbach. Um die Anfragen der Fahrgäste zu bedienen, stehen ihm rund 30 Fahrer und 17 Fahrzeuge zur Verfügung.
Den Bedarf tagsüber zu decken, stellt die Taxivereinigung nicht vor Schwierigkeiten, sagt Zwanziger. „Da haben wir eigentlich keine Probleme.“ Anders sieht das allerdings zu den Spitzenzeiten, also nachts, an Wochenenden und an Feiertagen, aus. Um hier alle Kunden von A nach B befördern zu können, bräuchte es mehr Personal.
Früher wurden zu diesen Zeiten gerne Teilzeitkräfte verpflichtet, um das gesteigerte Fahrtenaufkommen stemmen zu können. Doch in diesem Bereich ist es extrem schwierig, Menschen zu finden, wie der Vorsitzende der Taxivereinigung ausführt. Die Gründe dafür sind verschieden, oftmals spiele die Work-Life-Balance eine Rolle. Sprich: Viele wollen eben nicht mehr in der Nacht oder am Wochenende arbeiten. Aber auch grundsätzlich sei es schwieriger geworden, neues Personal zu akquirieren.
Das Personal ist das eine. Das andere sind Einflüsse von außen, die den Taxiunternehmern Probleme bereiten. Aufgrund der Inflation und des angehobenen CO2-Preises, der die Spritpreise nach oben treibt, werden die Verantwortlichen wohl reagieren müssen. Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird es wohl eine Anfrage an die Stadt Ansbach geben, die Taxitarife zwangsläufig zu erhöhen, wie Zwanziger vorausblickt.
„Der Antrag wird kommen, ganz klar“, pflichtet ihm Klaus Luger, stellvertretender Vorsitzender der Taxiunternehmer Ansbachs, bei. Dieser Verein versammelt sechs Unternehmer, zwölf Autos und 23 Voll- und Teilzeitkräfte sowie Aushilfen unter seinem Dach. Der Kraftstoff sei zu teuer, macht er deutlich. „Die Preise werden wir nicht halten können.“
Auch die Taxiunternehmer trifft das Schicksal, dass es immer schwieriger wird, Personal zu finden. „Zuverlässige Leute zu bekommen ist schwierig“, sagt Luger. In diesem Zusammenhang bedauert er auch, dass die Ortskunde-Prüfung weggefallen ist, die früher notwendig war, um eine Taxilizenz zu bekommen. Das habe negative Auswirkungen für die Fahrgäste.
Apropos Fahrgäste: Das Aufkommen macht Unternehmern in der Regel keine Probleme – zumindest wenn die Anrufer direkt bei den Fahrern rauskommen. Wird ein Taxi über die Zentrale geordert, in der die Anrufe gesammelt werden, könne es schon zu Wartezeiten kommen.
Problematisch wird es laut Luger durchaus zu Stoßzeiten am Morgen und zwischen 16 und 18 Uhr. Da habe man zum Beispiel feste Dialysefahrten. Da könne es dann schon sein, dass man nicht alle normalen Fahrten bedienen könne.