Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Ansbach hatte seine Mitglieder zur alljährlichen Hauptversammlung eingeladen. Dort wurde von verschiedenen Problemen berichtet - vor allem ging es um die Tafel.
Der Vorstandsvorsitzende, der katholische Pfarrer Hans-Peter Kunert aus Schillingsfürst, berichtet von der Arbeit des Wohlfahrtsverbandes in der Stadt und im nördlichen Landkreis Ansbach. Er bedauerte, dass für die ambulante Krankenpflegestation in Rothenburg keine neue Pflegedienstleitung gefunden werden konnte und deshalb die Station aufgelöst werden musste. In der ambulanten Pflegestation Lehrberg seien sehr viele krankheitsbedingte Ausfälle beim Pflegepersonal zu beobachten, so Kunert.
In der Sozialstation Ansbach werde derzeit an der papierlosen Dokumentation gearbeitet und das Ziel sei eine digitale Patientenakte. Der Caritasverband vermittle auch Kuren, dazu wurden 15 Gespräche geführt und sieben Frauen konnten zusammen mit 14 Kindern, ein Vater mit einem Kind und ein Vater ohne Kind eine Kur antreten.
Aus der Schwangerschaftsberatung berichtete Kunert, es gebe weiterhin eine sehr hohe Nachfrage nach Beratungsgesprächen, darunter seien sehr viele Flüchtlinge. In der Tagespflege in Flachslanden steige die Nachfrage stetig, so Kunert. In der Flüchtlings- und Integrationsberatung machten die Mitarbeiter, so berichtete Kunert, „ambivalente Erfahrungen“. Derzeit kämen vermehrt Flüchtlinge mit psychischen Erkrankungen in die Beratung.
Im Kleiderlager der Caritas am Ansbacher Bahnhofsplatz seien 26 ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv. Bei der Interventionsstelle, bei der Fälle häuslicher Gewalt gemeldet werden, gingen 133 Hinweise ein. Die Mitarbeiter haben in zehn Unterrichten Polizeibeamte in den Inspektionen der Region geschult, wie bei Fällen häuslicher Gewalt vorzugehen sei. Im Frauenhaus liege die Belegungsquote bei 89 Prozent.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung berichtete Heinrich Krill von der Arbeit der Ehrenamtlichen bei der Ansbacher Tafel, die als ökumenisches Projekt vom Caritasverband und dem Diakonischen Werk Ansbach betrieben wird. Die Tafel wurde 2002 gegründet und seit 2012 gebe es in Leutershausen eine weitere Ausgabestelle.
Pro Samstag besuchen rund 100 Bedürftige die Tafel und kaufen zu symbolischen Preisen Lebensmittel ein. Pro Ausgabetag seien acht Fahrer, die die Lebensmittel bei den Einzelhändlern abholen, und 14 weitere Kräfte bei der Ausgabe eingesetzt. Insgesamt seien derzeit rund 40 Ehrenamtliche in Ansbach und 20 Ehrenamtliche in Leutershausen tätig.
Der sehr große Zulauf von Flüchtlingen überfordere die Tafel derzeit, so Krill. Es gebe nicht mehr genügend Lebensmittelspenden. Er bat alle Einzelhändler, auch weiter Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bald abläuft, der Tafel zu spenden.
Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Ansbacher Caritas, Sebastian Grund, legte den Kassenbericht für 2022 vor. Demnach wurde ein Überschuss von rund 112.000 Eu᠆ro erzielt. Heuer rechnet er mit einer „schwarzen Null“, weil beispielsweise die Zuschüsse der Erzbischöflichen Finanzkammer Bamberg um sechs Prozent sinken und gleichzeitig die Löhne der Mitarbeiter sowie weitere Kosten, beispielsweise für Energie, zu Buche schlagen.
Die Aufsichtsratsvorsitzende Maria Stichlmair berichtete, dass das Aufsichtsgremium seiner Arbeit nachgegangen sei und die Arbeit des Vorstandes und der hauptamtlichen Mitarbeiter überwacht habe. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe eine einwandfreie Haushaltsführung bescheinigt, so Stichlmair.