„Keine Woche ist wie die andere und kein Monat wie der andere“: So fasste Susanne Klaußecker die Arbeit der Uffenheimer Nachbarschaftshilfe im Stadtrat zusammen. Im Schnitt haben die Ehrenamtlichen drei Einsätze pro Woche – 90 Prozent davon machen Arztfahrten aus, betonten Klaußecker und Richard Quinque.
Viele Fahrten gehen weit über die Uffenheimer Stadtgrenzen hinaus – beispielsweise zu Fachärzten in Ochsenfurt oder Würzburg. Aber auch innerorts werden Fahrdienste geleistet, auch wenn die Helferinnen und Helfer im Zwiespalt sind, ob das wirklich Aufgabe der Nachbarschaftshilfe ist.
Ja, als Alternative gebe es das NEA-Mobil, wie im Stadtrat betont wurde. „Damit kommen die Leute aber gar nicht klar“, so lauten zumindest Klaußeckers und Quinques Erfahrungen. „Entweder sie hängen in der Warteschleife oder sie erreichen niemanden. Mit dem Internet und der App sind viele überfordert.“ Hinzu komme, dass das NEA-Mobil nur 24 Stunden im Vorfeld reserviert werden kann. „Wenn ich eine Arzt-Fahrt brauche, will ich es aber im Vorfeld wissen, ob es klappt. Die Hilfesuchenden rufen bei uns manchmal zwei Monate vorher an.“
„Das ist kein Taxi, das ist im Prinzip ein Linienbus“, betonte Stadtrat Bernhard Schurz (SPD). Und das NEA-Mobil steuert weder Kitzingen noch Ochsenfurt oder Würzburg an, betonte die dritte Bürgermeisterin Ruth Halbritter (Grüne). Ursula Suchanka (SPD) rechnet indes damit, dass die Zahl der Fahrten zu Ärzten noch steigen werde – mit Blick auf die Praxisschließungen in Uffenheim. Da stelle sich dann manchmal schon die Frage, wie ein chronisch Kranker zu seinem Rezept kommt.
Ein Taxi als Transportmittel der Wahl könnten sich viele Senioren einfach nicht leisten, so Quinque. Hinzu kommt, wie Klaußecker erläuterte, dass einige nicht wissen, welchen Anspruch auf Krankentransport sie haben. „Da sind wir aber nicht das Fachpersonal.“ Außerdem gebe es in diesem Bereich „ständige Änderungen“. Das mache die Sache nicht einfacher, man könne dann nur beispielsweise an die Caritas oder die Diakonie verweisen.
Das Portfolio der Nachbarschaftshilfe ist aber größer, betonte Bürgermeister Wolfgang Lampe. Zu Beginn habe man mit Kinderbetreuungsaufgaben gerechnet, mit Spaziergängen und kleineren Haus- und Gartenarbeiten. „In der Realität kommt das überhaupt nicht“, so Klaußecker. Alles in allem seien die Leute in Uffenheim noch gut vernetzt, sie kennen Nachbarn oder Freunde, die solche Aufgaben übernehmen. „Die brauchen die Nachbarschaftshilfe kaum.“
Eine weitere Erklärung, die Richard Quinque anbrachte: Das Angebot sei noch nicht so bekannt. „50 Prozent glauben, wir werden von der Stadt dafür bezahlt.“ Das sei aber nicht der Fall: „Das läuft alles ehrenamtlich.“ Quinque sprach von teilweise langen Wartezeiten bei Arzt-Terminen – und betonte: „Wir wollen kein Taxi-Unternehmen zum Nulltarif sein. Wir wollen die Leute herausfiltern, die es benötigen“, weil sie schwer krank oder bedürftig sind.
Udo Kurpiela (SPD) wollte wissen, inwieweit sich die Nachbarschaftshilfe mit ähnlichen Angeboten vernetze. Susanne Klaußecker berichtete von Treffen aller Nachbarschaftshilfen im Freiwilligenzentrum in Neustadt. „Da konnten wir für uns aber kein Wissen herausfiltern.“
Langfristig plane man ein Netzwerk mit Bad Windsheim, sobald sich dort etwas tue. Dem Referat schloss sich ein kräftiger Applaus der Stadträte an, für das aufwendige Ehrenamt der Nachbarschaftshilfe.