Auf Langstreckenflügen oder langen Autofahrten ist es sinnvoll, regelmäßig seine Beine zu bewegen. Das empfiehlt sich immer, auch wenn gesunde Reisende in der Regel keine Angst vor einer Thrombose haben müssen, wie Prof. Tomas Jelinek erklärt. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM).
Also los: Im Sitzen die Füße gelegentlich kreisen, die Fußspitzen anziehen und strecken oder die Waden anspannen. Und zwischendurch auch mal ein paar Schritte gehn - im Gang des Flugzeugs oder Zugs oder bei einer Pause auf dem Autobahnrastplatz.
Gewisse Faktoren können das sogenannte „reiseassoziierte Thromboserisiko“ steigen lassen. Dazu zählen laut CRM unter anderem eine frühere venöse Thromboembolie, aktive Krebserkrankungen, schwere Adipositas, Schwangerschaft, höheres Alter, eingeschränkte Mobilität und eine erhöhte Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln und eine familiäre Vorbelastung, also Thrombosen oder Lungenembolien bei nahen Angehörigen.
Sind solche Risikofaktoren im Spiel, holt man sich vor langen Reisen im Zweifel lieber ärztlichen Rat. Passende und korrekt getragene Kompressionsstrümpfe können für Personen mit erhöhtem Risiko sinnvoll sein. Gerinnungshemmende Medikamente sind dagegen keine Standardlösung, so Jelinek. Die sollte man immer nur nach Rücksprache mit Arzt oder Ärztin einnehmen.
Und wann ist lange Sitzen zu lang und damit ein Risiko? Als relevant im Zusammenhang mit Reisethrombose gelten laut dem Mediziner „vor allem ununterbrochene Sitzphasen von mehr als vier bis sechs Stunden“.
Hat man während oder nach einer Reise Symptome wie eine einseitige Beinschwellung, Wadenschmerz, Atemnot, Brustschmerz oder plötzlicher Leistungsabfall, sollte das umgehend abgeklärt werden. Eine Reisethrombose kann auch noch mehrere Wochen später auftreten.
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