„Aussichtsloser” Fall?: Cybercrime-Spezialistin ermittelt Diebesduo in Dinkelsbühl | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.01.2026 08:33

„Aussichtsloser” Fall?: Cybercrime-Spezialistin ermittelt Diebesduo in Dinkelsbühl

Eine Cybercrime-Spezialistin der Polizeiinspektion Dinkelsbühl hat nun einen zunächst aussichtslosen Fall aufgeklärt. (Symbolbild: Nicolas Armer/dpa)
Eine Cybercrime-Spezialistin der Polizeiinspektion Dinkelsbühl hat nun einen zunächst aussichtslosen Fall aufgeklärt. (Symbolbild: Nicolas Armer/dpa)
Eine Cybercrime-Spezialistin der Polizeiinspektion Dinkelsbühl hat nun einen zunächst aussichtslosen Fall aufgeklärt. (Symbolbild: Nicolas Armer/dpa)

In Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach) ist ein Diebesduo überführt worden, das zuvor bereits überregional tätig war. Von diesem Ermittlungserfolg berichtet die Polizeiinspektion (PI) Dinkelsbühl.

Ein „zunächst aussichtsloses Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls in einem Dinkelsbühler Supermarkt” konnte laut Polizei nun dank der „akribischen Arbeit einer spezialisierten Ermittlungsbeamtin” der Polizeiinspektion geklärt werden. Durch „geschickte Vernetzung und digitale Forensik” wurden zwei überregional agierende Täterinnen im Alter von 39 und 49 Jahren identifiziert.

Professioneller Diebstahl bereits 2025

Zur Vorgeschichte: Am Mittag des 22. Februar 2025 waren zwei Frauen (69 und 92 Jahre alt) Opfer eines professionellen Diebstahls geworden. Während sie in einem Einkaufsmarkt in Dinkelsbühl waren, klauten Unbekannte deren Geldbörsen aus einer Handtasche, die am Einkaufswagen hing.

Kurz darauf waren laut Polizei bereits 1000 Euro unberechtigt von einem der Konten abgebucht. Da im Supermarkt keine Videoüberwachung existierte und die Bilder am Geldautomaten teilweise vermummte Gesichter zeigten, drohten die Ermittlungen zunächst im Sande zu verlaufen.

Der Durchbruch gelang nun der spezialisierten Ermittlungsbeamtin für Cybercrime der PI Dinkelsbühl, heißt es. Durch eine tiefgreifende Analyse bayerischer Lagemitteilungen und den Abgleich digitaler Spuren verknüpfte sie den Fall mit ähnlichen Delikten, unter anderem in Feuchtwangen und München.

Mittels „moderner Gesichtserkennungsrecherche” in den Vergleichsfällen konnten zwei Frauen, die bereits gleich gelagerte Taten begangen hatten und entsprechend aktenkundig waren, als dringend tatverdächtig identifiziert werden, heißt es.

Komplizin ist weiterhin auf der Flucht

Ein durch das Landeskriminalamt (LKA) München erstelltes anthropologisches Gutachten bestätigte jetzt die Arbeit der Dinkelsbühler Ermittlerin: Die Hypothese, dass es sich bei der Geldabheberin um die identifizierte Täterin handelt, wird durch das Gutachten stark unterstützt.

Wie die Polizei weiter mitteilt, agierte das Diebesduo nach aktuellem Ermittlungsstand „arbeitsteilig und professionell”. Die 49 Jahre alte Beschuldigte befindet sich bereits wegen ähnlicher Taten in Untersuchungshaft. Ihre 39-jährige Komplizin ist laut Polizei noch flüchtig. Sie ist mittels Haftbefehls zur Festnahme ausgeschrieben. Die Ermittlungsakten wurden zur weiteren Verfolgung an die Staatsanwaltschaft Ansbach übergeben, heißt es abschließend.


Anna Beigel
Anna Beigel
Redakteurin für Westmittelfranken und Landkreis Ansbach
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