Auto versus Pedelec? Klimafreundlich zur Arbeit fahren | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 30.04.2026 00:06

Auto versus Pedelec? Klimafreundlich zur Arbeit fahren

Weniger CO2 pro Kilometer: Ein Pedelec verursacht je gefahrenem Kilometer weit weniger CO2 als ein Auto – selbst wenn der Energieverbrauch des Akkus einbezogen wird. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Weniger CO2 pro Kilometer: Ein Pedelec verursacht je gefahrenem Kilometer weit weniger CO2 als ein Auto – selbst wenn der Energieverbrauch des Akkus einbezogen wird. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Weniger CO2 pro Kilometer: Ein Pedelec verursacht je gefahrenem Kilometer weit weniger CO2 als ein Auto – selbst wenn der Energieverbrauch des Akkus einbezogen wird. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)

Sie fahren mehrmals die Woche zur Arbeit - und welches Verkehrsmittel wählen Sie dafür? Die Mehrheit der Beschäftigten nutzt das Auto (rund 65 Prozent). Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamt. Mit dem Fahrrad fahren hingegen nur 10 Prozent regelmäßig zur Arbeit. 

Eigentlich schade, denn: „Wer mit dem Auto allein zur Arbeit fährt, verursacht bei einer Entfernung von 15 Kilometern bereits über eine Tonne CO2 im Jahr für das Pendeln. Das sind zehn Prozent des durchschnittlichen CO2-Fußabdrucks einer Person“, sagt Michael Bilharz vom Umweltbundesamt (UBA).

Auto versus Pedelec

Würden sich also mehr Menschen häufiger auf das Fahrrad schwingen - statt das Auto zu nehmen, wäre dies für die Umwelt und den Klimaschutz richtig gut. 

Aber lohnt es sich auch, für den Arbeitsweg anstelle eines normalen Fahrrades, das Pedelec zu wählen? Schließlich muss man noch den Akku für das elektrisch betriebene Rad laden. „Ja, es lohnt sich. Denn wer das Pedelec statt das Auto nutzt, kann nicht nur viel Spritkosten, sondern auch noch richtig viel CO2 einsparen“, sagt Michael Bilharz und erklärt den Unterschied:

  • Ein Pedelec verbraucht im Schnitt etwa 3 Gramm CO2 pro Kilometer.
  • Bei einem Auto sind es im Schnitt etwa 230 Gramm CO2 pro Kilometer - also das 70- bis 80-fache.

„Angenommen jemand würde zweimal die Woche mit dem Pedelec statt mit dem Auto zur Arbeit fahren und die einfache Strecke beträgt zehn Kilometer. Dann könnte die Person rund 418 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen“, so Bilharz, der beim Umweltbundesamt die Berechnungen für die gerade aktualisierte „Klimawaage“ gemacht hat.

Tipp: Die Klimabilanz für das Pedelec verbessert sich noch weiter, wenn man sein Pedelec mit Ökostrom lädt, so Bilharz. Wer häufiger von Zuhause arbeiten kann, spart noch mehr Emissionen.

Die Annahmen und Berechnungen dazu

Die Annahme ist also, dass man zweimal die Woche zur Arbeit fährt und die einfache Strecke zehn Kilometer beträgt. Bilharz berechnet die Klimabilanz für den Hin- und Rückweg des Autos für 46 Arbeitswochen im Jahr (52 Arbeitswochen minus sechs Urlaubswochen):

  • 2 x 10 x 230 Gramm CO2 = 4.600 Gramm CO2 für den gesamten Arbeitsweg.
  • 4.600 x 2 = 9.200 Kilogramm CO2 für die Strecke pro Woche.
  • 9.200 x 46 Arbeitswochen pro Jahr = 423.200 Gramm CO2 pro Jahr.

Die Rechnung für das Pedelec lautet: 

  • 2 x 10 x 3 Gramm CO2 = 60 Gramm CO2 für den gesamten Arbeitsweg.
  • 60 x 2 = 120 Gramm CO2 für die Strecke pro Woche.
  • 120 x 46 Arbeitswochen pro Jahr = 5.520 Gramm CO2 pro Jahr.

Pro Jahr ergibt sich so ein Unterschied von 417.680 Gramm CO2 (423.200 - 5.520). Das sind rund 418 Kilogramm CO2 pro Jahr. Laut Billharz entspricht dies etwa einer Fahrt von 2.075 Kilometer mit dem Auto - also knapp der Strecke von Hamburg nach Barcelona. 

Und das sind ja nur die Zahlen für eine Person. Das zeigt ihm zufolge, welches Sparpotenzial besteht, wenn mehr Menschen darüber nachdenken, beim Arbeitsweg das Auto häufiger stehenzulassen. 

Übrigens gilt für einen zehn Kilometer langen Arbeitsweg: „Liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 20 km/h, wäre man mit dem Pedelec nach einer halben Stunde bei der Arbeit“, so Bilharz.

© dpa-infocom, dpa:260429-930-12434/1


Von dpa
north