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Veröffentlicht am 28.04.2026 16:06

Autoclub sagt: Keine Angst vor E20-Kraftstoff

Benzin mit 20 Prozent Ethanolbeigabe: Noch ist diese E20-Zapfsäule in Mannheim nur für bestimmte Firmenflotten zugänglich, nicht für die breite Öffentlichkeit. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)
Benzin mit 20 Prozent Ethanolbeigabe: Noch ist diese E20-Zapfsäule in Mannheim nur für bestimmte Firmenflotten zugänglich, nicht für die breite Öffentlichkeit. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)
Benzin mit 20 Prozent Ethanolbeigabe: Noch ist diese E20-Zapfsäule in Mannheim nur für bestimmte Firmenflotten zugänglich, nicht für die breite Öffentlichkeit. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)

Hohe Spritpreise mag niemand, mit bis zu 10 Prozent Ethanol im Benzin wollten viele Deutsche bei der Einführung des E10-Kraftstoffs 2011 aber auch nicht richtig warm werden. Unter anderem fürchteten viele Schäden am Motor oder dem Kraftstoffsystem.

Nun erwägt die EU-Kommission nach Angaben des Automobilclubs von Deutschland (AvD), alternative Kraftstoffe stärker zu etablieren. So etwa auch E20-Kraftstoff mit bis zu 20 Prozent Ethanolbeimischung. 

AvD-Experte Carsten Bräuer kommentiert das in einer Mitteilung nüchtern: „Für Fahrzeuge, die vom Hersteller ohne Einschränkungen bereits als E10-verträglich freigegeben sind und moderne Kraftstoffsysteme besitzen, ist auch die Nutzung von E20 aus technischer Sicht sicher möglich.“ 

So finden Sie heraus, welchen Kraftstoff der Wagen verträgt

Wenn der Wagen also bisher gut mit E10 auskommt, spräche auch nichts gegen E20 - sollte der Sprit eines Tages weitflächig an den Zapfsäulen verfügbar sein. 

Welche Fahrzeuge genau vom Hersteller für den Betrieb mit E10 als geeignet erklärt wurden, listet die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) auf ihrer Website.

Auch die Gebrauchsanleitung des Fahrzeugs listet in den meisten Fällen die freigegebenen Kraftstoffe auf. 

Probleme könne es allerdings bei älteren Fahrzeugen geben, etwa solchen mit Blechtanks oder mit Kraftstoffschläuchen und Kraftstoffpumpen aus Materialien, die nicht ethanolbeständig sind. Hier droht laut AvD mit der Zeit erhöhte Korrosionsgefahr. Wer auf Nummer sicher gehen will - auch schon jetzt mit E10 - fragt besser beim Hersteller nach. 

Etwas mehr Verbrauch als Superbenzin oder E10

Bis zu 10 Prozent Ethanol darf E10-Kraftstoff enthalten, bei E20 sind es also bis zu 20 Prozent. Durch den im Vergleich zu Normalbenzin etwas geringeren Energiegehalt kommt es beim Einsatz der E-Kraftstoffe zu leicht höherem Verbrauch.

  • Mit E10 liegt der Mehrverbrauch im Vergleich zu Superbenzin ohne Beimischung von Ethanol bei rund 3 Prozent.
  • Bei E20 wären das laut AvD also rund 6 Prozent Mehrverbrauch.

Das dem Benzin beigemischte Ethanol stammt laut Umweltbundesamt in der Regel aus landwirtschaftlichen Produkten wie Öl, Zucker oder Stärke. Bei solchen Biokraftstoffen der ersten Generation kann ein Großteil der Pflanze weiterhin als Futtermittel verwendet werden. Durch die Nutzung als Kraftstoffbeimischung kann also der entsprechende Anteil an Mineralölprodukten eingespart werden.

© dpa-infocom, dpa:260428-930-4967/1


Von dpa
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