Autofahrer verteidigt sich: Radlerin bei Münchzell mit Wild verwechselt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.08.2022 15:22

Autofahrer verteidigt sich: Radlerin bei Münchzell mit Wild verwechselt

Die Spuren gewinnen an Bedeutung. Ein Autofahrer sagt, er habe die Radlerin nicht gesehen, sondern sei von einem Wild ausgegangen. Beim Unfall war es noch hell. (Foto: NEWS5 / Oßwald)
Die Spuren gewinnen an Bedeutung. Ein Autofahrer sagt, er habe die Radlerin nicht gesehen, sondern sei von einem Wild ausgegangen. Beim Unfall war es noch hell. (Foto: NEWS5 / Oßwald)
Die Spuren gewinnen an Bedeutung. Ein Autofahrer sagt, er habe die Radlerin nicht gesehen, sondern sei von einem Wild ausgegangen. Beim Unfall war es noch hell. (Foto: NEWS5 / Oßwald)

Nach einem schweren Unfall mit einer Radlerin bei Münchzell (Landkreis Ansbach) sagt ein Autofahrer, er habe die 24-Jährige nicht gesehen. Den Aufprall an seinem Wagen habe er für einen Wildunfall gehalten. Wie glaubwürdig das ist, untersucht jetzt die Kripo.

Ein zunächst unbekannter Pkw-Fahrer war am Mittwoch, 3. August, auf der Straße zwischen Großhabersdorf und Bruckberg unterwegs. Kurz nach einer Abzweigung beim Dietenhöfer Ortsteil Münchzell erfasste er die Radfahrerin von hinten. Die junge Frau lag schwer verletzt für eine noch nicht exakt eingrenzbare Zeit im Graben. Um 21.15 Uhr bemerkte sie ein Autofahrer und holte Hilfe.

Eine Woche später fand Polizei den Verursacher

Erst eine Woche später fand die Polizei den Unfallfahrer aus dem Raum Ansbach. Sie hatte einen Hinweis auf den 73-Jährigen und sein Auto bekommen. Spuren an der Unfallstelle und ein abgerissenes Autoteil hatten ergeben, dass es sich um einen grünen Suzuki Jimny handelte. Die Polizei hatte in öffentlichen Aufrufen nach einem solchen Wagen gesucht, der wegen seiner Robustheit und des Allradantriebs unter anderem bei Jägern und Wanderern beliebt ist.

Die Kripo hatte wegen noch laufender Ermittlungen bisher keine Angaben zu den Aussagen des Mannes gemacht. Jetzt fasste ein Sprecher des mittelfränkischen Polizeipräsidiums dessen Darstellung auf eine Anfrage der FLZ zusammen. Der Mann gab demnach gegenüber der Kripo an, er habe an einen Wildunfall geglaubt, sagte der Polizeisprecher. „Diese Aussage wird nun überprüft.“

Juristisch ist es ein erheblicher Unterschied, ob jemand sich nicht um ein verletztes Wild oder einen verletzten Menschen kümmert. Die Kripo will nun klären, wie glaubwürdig die Angaben des Mannes sein können. Sie werden mit den Spuren von der Unfallstelle und der Situation auf der Straße beim Dietenhöfer Ortsteil Münchzell abgeglichen. Der Unfall ereignete sich bei Tageslicht im Zeitraum zwischen 20 Uhr und 21.15 Uhr.

Zu den offenen Fragen gehört, ob der 73-Jährige in den Tagen nach dem Unfall nichts vom tatsächlichen Geschehen bei Münchzell gehört hat. Sein Auto hatten die Ermittler am Donnerstag, 11. August, sichergestellt. Auch seinen Führerschein musste der Mann vorerst abgeben.

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Die 24-Jährige war mit ihrem Rennrad auf der Straße zwischen Großhabersdorf und Bruckberg unterwegs gewesen. Kurz nach einer Abzweigung an der Gaststätte „Zur Klosterkapelle“ erfasste sie der 73-Jährige und fuhr weiter.

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