Ein bisschen was bewegt sich bei der Frage der Verkehrssicherheit in Oberlaimbach. Das Staatliche Bauamt Ansbach hat am Montag an der östlichen Ortseinfahrt des Scheinfelder Stadtteils eine neue Markierung installiert, so genannte Bischofsmützen.
Damit soll besser kenntlich gemacht werden, dass sich neben der Fahrbahn ein Geh- und Radweg befindet, und nicht etwa eine weitere Spur für Autos und Lastwagen. Denn obwohl die Sichtverhältnisse eigentlich in Ordnung wirken, kommt es bei der Einfahrt ins Dorf – von Neustädter Seite her – immer wieder zu Zwischenfällen, offenbar aus dem Missverständnis heraus, dass dort die Bundesstraße 8 zweispurig würde.
Immer wieder schrammen Autos oder auch Lastwagen an die Bordsteinkante. Herumfliegende Radkappen oder mal ein platter Reifen sind die vergleichsweise harmloseren Folgen. Doch spätestens nachdem Anfang Februar ein Lastwagen in einen Garten kippte und Zig-Tausende Euro Schaden anrichtete, ist nicht nur den Oberlaimbachern klar: da geht es auch um Leib und Leben. Es war Zufall, dass sich zum Unfallzeitpunkt niemand auf dem Gehweg oder im Garten befand. Der Fahrer hatte ebenfalls einen Schutzengel.
Seitdem reißen die Diskussionen nicht mehr ab. Von Tempobegrenzung und -kontrollen ist die Rede, von einer besseren Abgrenzung des Geh- und Radwegs etwa mittels einer Leitplanke, von einer Ampel in der Ortsmitte und sogar von einer Umgehungsstraße – eine Lösung, die schon seit langem in einer Schublade liegt, aber nicht nur in der Sache fragwürdig, sondern vor allem zeitraubend und teuer wäre.
Inzwischen haben viele Anlieger ihren Unmut auf Transparenten und Plakaten formuliert. Ein „Dorf für Menschen, nicht für Autos“, wird etwa darauf gefordert sowie eine auch für Kinder sichere Querungsmöglichkeit der B8 beziehungsweise eine Ampel. Mehrere Schilder pochen auf die innerorts geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern, beziehungsweise wird auch appelliert, freiwillig auf Tempo 30 zu reduzieren.
Eine der Zielscheiben ist zudem die Politik. „Was muss noch passieren, damit etwas passiert?“, fragt ein Transparent an jenem Garten, der im Februar zerstört wurde. „Welcher Politiker hilft uns endlich über die Straße?“, hängt am Dorfhaus.
Darüber hinaus wollen sich die Oberlaimbacher auch selbst helfen. Sie streben ein „Bürgerbündnis Lebenswertes Oberlaimbach“ an, wie es in einer Ankündigung heißt, die Ortssprecherin Barbara Haack auch an die Stadträte geschickt hat. Ende des Monats, am Freitag, 28. April, ist die Gründungsversammlung angesetzt. Im ehemaligen Schulhaus sollen ab 19 Uhr sowohl die aktuelle Situation als auch die Ziele der Bürgerinitiative vorgestellt werden.
„Die Gefahr und die Belastung in Oberlaimbach durch die Bundesstraße 8 steigen jährlich immer weiter an“, heißt es dazu in einer Einladung zur Versammlung. Ein Zusammenhang mit den Bauarbeiten auf der Autobahn 3 wird auf einem der Transparente hergestellt: „Wir sind nicht die Umgehung der A3 – Macht etz Labach frei!!“, fordert es.
Die Bischofsmützen werden noch, so kündigte das Straßenbauamt an, um einen Randstreifen als zusätzliche Markierung ergänzt. Insgesamt erhofft man sich von dieser eher kleinen Maßnahme bereits eine nachhaltige Senkung der Unfallgefahr.
Eine Fußgängerbedarfsampel war im Zuge der Dorferneuerung erwogen worden; nach Kenntnis der Straßenbaubehörde jedoch erst etwas später im Verfahren. Ob derlei hilfreich ist, wird sich dennoch eventuell schon bald zeigen. Denn bei dem noch für dieses Frühjahr vorgesehenen Aufbau eines örtlichen Nahwärmenetzes wird auf der Ortsdurchfahrt eine Baustellenampel aufgestellt, hieß es seitens der Scheinfelder Stadtverwaltung.