Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim inklusive Landkreis-Turm, der systematische Ausbau des Radwegenetzes, die neuen Beschilderungen der Wanderwege – es wird aktuell viel dafür getan, den Tourismus im Landkreis voranzubringen. Einem wichtigen Nebenaspekt widmet sich nun eine private Initiative aus Bad Windsheim.
Der in Bad Windsheim lebende Dr. Benno Bulitta, selbst auf den Rollstuhl angewiesen, will eine Internetseite ins Leben rufen, auf der alle barrierefreien Gastronomiebetriebe des Landkreises aufgelistet werden. Das heißt: „ins Leben rufen” stimmt nicht so ganz, denn unter der Web-Adresse www.bad-windsheim-barrierefrei.de findet sich bereits eine Übersicht, allerdings eben nur mit Gasthäusern aus der Stadt Bad Windsheim. Aber: „Wenn wir das Projekt ausbauen, müssen wir es wahrscheinlich umbenennen, was auch kein Problem ist.”
Er habe, so Bulitta, in den vergangenen Wochen bei vielen Gesprächen gespürt, dass es diesbezüglich einen großen Bedarf an Informationen gebe, und so sei er auf die Idee gekommen, die ebenfalls von ihm initiierte und betreute Bad Windsheimer Website zu erweitern. In den Fokus der neuen Seite sollen vor allem drei Schwerpunkte gerückt werden: Gibt es Stufen oder Schwellen im Eingangsbereich, lässt sich in den Räumlichkeiten auch mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl gut navigieren und sind behindertengerechte Toiletten im Haus oder zumindest in unmittelbarer Nähe vorhanden?
Und wie gelangt er an die Informationen? Nun, er schaue sich zunächst die Homepages der verschiedenen Gasthäuser an und nehme dann telefonischen Kontakt mit den Inhabern oder Betreibern auf. Natürlich bleibe es jedem einzelnen Gastronomen überlassen, ob er sich beteiligen wolle, oder nicht, aber bislang seien die Reaktionen durchweg positiv gewesen.
66 Gasthäuser haben sich – Stand Montag – schon beteiligt: Der Steigerwald ist ebenso vertreten wie der Aischgrund, der Gollachgau oder die Frankenhöhe. In Wilhelmsdorf hat da ein Gasthaus beispielsweise nicht nur einen ebenerdigen Zugang, sondern auch ein Behinderten-WC im Haus, ein Café in Sugenheim kann auf einen Zugang über eine feste Rampe und ebenfalls auf eine Behindertentoilette verweisen. Für Rollstuhlfahrer sind das wichtige Informationen. Wie Bulitta dazu schreibt, hätten die bisher genannten 66 Gasthäuser eine mal mehr und mal weniger barrierefreie Ausstattung.
Gehandicapten Gästen sei immer eine telefonische Anmeldung empfohlen, damit zum Beispiel die mehrmals genannte mobile Rampe bereitsteht. Erfasst wurden von Bulitta bislang 20 Gasthäuser in und um Bad Windsheim, 14 im Steigerwald, zwölf in der Region Uffenheim und im Ehegrund, sieben auf der Frankenhöhe und 13 im Aischgrund sowie in und um Neustadt.
In diesem Stadium sei die Aktion auch noch „überhaupt nicht aufwendig: Sie kostet nur etwas meiner Zeit, die mir wirklich ausreichend zur Verfügung steht.” Befragt nach seiner Motivation erklärt Bulitta, der in Bad Windsheim unter anderem auch den „Rolli-Stammtisch” etabliert hat und regelmäßig Verbesserungen in Richtung Barrierefreiheit vorschlägt, dass es ihm zum einen um eine Stärkung des Tourismus im Landkreis geht, und „es macht mir einfach Freude, dass ich trotz meiner Behinderung etwas an die Gemeinschaft zurückgeben kann”.
Nützlich sei in diesem Zusammenhang auch, dass er selbst in „zahlreichen bundesweiten Behinderten-Gruppen” im Internet Mitglied sei, so dass er dort für diese Website und damit auch für den Besuch des Landkreises werben könne und werde. Sollte man die Aktion und die Seite weiter ausbauen, so könne er es sich langfristig vorstellen, dass die Wirtschaftsförderung am Landratsamt sich in irgendeiner Form beteiligt und die Seite weiter pflegt, „wenn ich gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage sein sollte”.