Baustellen in Neustadt und solche, die es werden wollen | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 09.12.2023 07:00

Baustellen in Neustadt und solche, die es werden wollen

Die Ansbacher Straße ist seit Monaten nur bergauf zu befahren. Diese Einspurigkeit wird nun – entgegen anderslautender Ankündigungen – auch den Winter über bestehen bleiben. (Foto: Christa Frühwald)
Die Ansbacher Straße ist seit Monaten nur bergauf zu befahren. Diese Einspurigkeit wird nun – entgegen anderslautender Ankündigungen – auch den Winter über bestehen bleiben. (Foto: Christa Frühwald)
Die Ansbacher Straße ist seit Monaten nur bergauf zu befahren. Diese Einspurigkeit wird nun – entgegen anderslautender Ankündigungen – auch den Winter über bestehen bleiben. (Foto: Christa Frühwald)

Die Ansbacher Straße bleibt im Winter einspurig, beim Feuerwehrhaus ist Kältepause, beim Ziegelei-Projekt herrscht Skepsis und ein Antragsteller sorgt für Verwunderung.

Die nur einspurig befahrbare Ansbacher Straße bleibt den Neustädtern auch über den Winter hinweg erhalten. In der jüngsten Stadtratssitzung gab Bürgermeister Klaus Meier bekannt, dass die Straßenbaufirma angekündigt habe, die bisherigen Verzögerungen beim Baufortschritt über die kommenden Monate aufholen zu wollen.

Stadt und Unternehmen hatten sich vor einigen Wochen zunächst darauf geeinigt, die Arbeiten an der westlichen Straßenseite soweit fertig zu stellen, dass man die Sperrung beenden und die Straße zumindest über die Wintermonate wieder auf zwei Spuren befahrbar machen kann. Dies ist nun hinfällig.

Stattdessen, so erläuterte Meier, würden die Arbeiten über den Winter hinweg weitergehen, vorausgesetzt, das Wetter spiele einigermaßen mit. Sollte das klappen, sei der Abschluss der Aus- und Umbaumaßnahme im kommenden Sommer noch immer möglich.

Notstromaggregat statt Trafostation

Endlich gut voran geht es – oder ging es zumindest bis vor kurzem – mit den Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße. Zwar sei die notwendige Trafostation noch nicht hergestellt, doch habe man statt dessen ein Notstromaggregat installiert, was für die Baustelleneinrichtung und den bereitgestellten Kran wichtig sei.

Vor Einsetzen des Frostes, so der Bürgermeister, habe man noch die Schotterschicht einbringen können und mit den Erd- und Grabarbeiten zur Einbringung des Erdungsbandes und der Kanäle unter der Bodenplatte begonnen. Aufgrund der Witterung habe man dies nun unterbrechen müssen, „da Verdichtungsarbeiten bei Frost und Schneefall nicht mängelfrei durchgeführt werden können“.

Die Arbeiten zur Baustelleninfrastruktur und die Baustelleneinrichtung sollten jedoch dieser Tage abgeschlossen sein, so Meier weiter. Für den Januar 2024 wolle man dann bereits die entsprechenden Vergabeverfahren planen. Wie Klaus Meier zudem erklärte, habe sich die Bauverwaltung zwischenzeitlich auch mit jenem von unserer Redaktion angekündigten Bauvorhaben auf dem Gelände der Alten Ziegelei (Am Hutsberg 1) auseinandergesetzt.

Vorhaben sind nur im Ausnahmefall erlaubt

Der Eigentümer des Areals, Hansi Denterlein, plane dort offenbar eine alternative Schule und eine Halle für kulturelle Nutzungen. Zwar bestünde das Vorhaben laut Meiers Bericht bisher nur aus einem ersten Lageplan, doch habe man Denterlein und den beauftragten Architekten bereits zu einem Beratungstermin geladen, bei dem auch Vertreter des Landratsamtes anwesend waren.

Das Resultat: Beide Vorhaben seien im Gewerbegebiet nur in Ausnahmefällen zulässig. Zudem bestehe noch Klärungsbedarf in Sachen „Schutz des möglichen Schulbetriebs vor Gewerbelärm und Immissionen der Bahnstrecke“ sowie der unzureichenden Anbindung in Richtung Innenstadt und Bahnhof. Darüber hinaus könnte die kulturelle Nutzung – Denterlein hatte gegenüber der Redaktion von Konzerten oder Rave-Veranstaltungen gesprochen – „mit den im Bebauungsplan festgesetzten Lärmkontingenten zur Nachtzeit kollidieren“.

Fazit: Um die Pläne zu realisieren müsste der Bebauungsplan verändert werden, was der Stadtrat beschließen oder ablehnen könne, sobald ein entsprechender Antrag mit Planunterlagen eingereicht wird.

Mit einer höchst ungewöhnlichen Planänderung musste sich das Gremium anschließend beschäftigen. Bereits Anfang 2022 hatte sich die Verwaltung mit einem Bauantrag zu befassen, der die Errichtung eines dreigeschossigen Hauses mit zehn Wohnungen an der Kreuzung der Straße Am Mühlgründlein mit der Paracelsusstraße vorsah.

Größeres Haus nach Absage beantragt

Dies wurde damals genehmigt, allerdings legte das Landratsamt daraufhin sein Veto ein. Die Begründung: Das Gebäude füge sich nicht in die Umgebung ein, sei zu hoch und in Relation zur Grundstücksgröße auch zu groß. Die bemerkenswerte Konsequenz des Bauwerbers: Der neue Plan sieht nun ein noch größeres und höheres Gebäude mit 14 Wohneinheiten vor, was nicht nur Alex Müller (CSU) überraschte. Er verstehe nicht, wie der Antragsteller auf die Idee komme, auf einen Antrag, der wegen der Größe und Höhe des geplanten Gebäudes bereits abgelehnt worden sei, noch etwas drauf zu satteln.

Genehmigung einstimmig verweigert

Wie Bauamtsleiter Gerald Schorr erklärte, habe die Neustädter Bauverwaltung zwischenzeitlich schon mehrmals bei der Bauaufsicht im Landratsamt nachgefragt, ob es dort schon „eine Einschätzung zur Genehmigungsfähigkeit des geänderten, sprich vergrößerten Vorhabens“ gebe – bisher „allerdings leider erfolglos“. Ob es der Bauaufsichtsbehörde angesichts des neuen Plans die Sprache verschlagen hat, ließ Schorr offen – der Stadtrat jedoch hatte genug gehört: Einstimmig wurde die Genehmigung verweigert.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
north