Jamal Musiala strahlte. Ein traumhaftes Startelf-Comeback des Fußball-Nationalspielers als Torschütze und ein später Joker-Treffer von Harry Kane haben dem FC Bayern eine Top-Ausgangslage für die K.o-Phase in der Champions League gesichert.
Beim 2:1 (0:0) bei der PSV Eindhoven feierte der deutsche Rekordmeister zum Abschluss der Vorrunde den siebten Sieg im achten Spiel. Die Münchner zogen damit als Zweiter der Ligaphase ins Achtelfinale ein und gehen dem famosen Allesgewinner FC Arsenal wie gewünscht bis zu einem möglichen Endspiel aus dem Weg. „Es war ganz gut, ich komme jetzt rein, es war ein guter Tag“, sagte Musiala zu seinem Auftritt bei DAZN.
In der Runde der besten 16 könnte es für die Bayern ein deutsches Duell geben: Denn abhängig von der Auslosung der Playoffs und den Resultaten könnten Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Atalanta Bergamo oder Olympiakos Piräus im März der Münchner Gegner sein.
Das erste Champions-League-Tor des lange verletzten Musiala seit fast elf Monaten (58. Minute), das Siegtor des nach einer Stunde eingewechselten Kane (84.) und eine sehr gute Torhüter-Leistung von Manuel Neuers Vertreter Jonas Urbig garantieren den Bayern bis zum Halbfinale nun Rückspiele vor heimischen Publikum. „Keiner erwartet Wunderdinge von Jamal und trotzdem hat er ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht nach so langer Zeit“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl.
Der 1:1-Ausgleich von Ismail Saibari (78.) fiel im Endeffekt nicht mehr ins Gewicht. In der Nachspielzeit sah Eindhovens Mauro Junior noch die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels.
So richtig rehabilitierte sich das Team von Trainer Vincent Kompany damit allerdings nicht für die erste Bundesliga-Saisonniederlage gegen den FC Augsburg. Stärker war da die Einzelleistung von Urbig. Der 22-Jährige zeigte nach seinem Patzer gegen Augsburg bei etlichen Paraden vor allem in der ersten Halbzeit, welch herausragendes Talent in ihm steckt. Beim Gegentreffer war er machtlos.
Dass der niederländische Meister noch um den Playoff-Einzug kämpfte, war von Beginn an spürbar. Die PSV-Fans im Philips-Stadion trieben ihr Team lautstark an und sorgten für eine hitzige Atmosphäre. Urbig bekam früh einiges zu tun. Kompany hatte dem früheren Kölner trotz seines Fehlers vom Wochenende erneut das Vertrauen gegeben. Ansonsten rotierte der Bayern-Coach kräftig durch.
Nach zwei Kurzeinsätzen in der Liga brachte Kompany Musiala direkt wieder von Beginn an. „Es gibt leider in dieser Phase der Saison keine softe Integration. Es muss eine harte Integration sein. Und das ist unser Puzzle im Moment“, hatte Kompany bereits am Vorabend zum Einbau gesagt.
Musiala hatte sich bei der Club-WM im Sommer einen Wadenbeinbruch zugezogen und soll für die entscheidende Saisonphase fit gemacht werden. Der Nationalspieler wurde sogleich wieder zum Unterschiedsspieler und war auffälligster Spieler in der Offensive.
Für Kane stürmte zunächst Afrika-Cup-Gewinner Nicolas Jackson. „Jackson kommt mit viel Momentum aus dem Afrika-Cup. Heute passt das. Das hilft Harry auch“, sagte Kompany zu dem Senegalesen, der indes blass blieb.
Die umgestellte Bayern-Elf arbeitete sich in die Partie. Zunächst war aber ein Freistoß von Tom Bischof, der die Latten-Oberkante touchierte, das höchste der Gefühle (6.). Die PSV mit dem früheren Bayern-Talent Paul Wanner, blieb die aktivere Mannschaft mit der Mehrzahl an Möglichkeiten. Urbig musste sich bis zur Pause immer wieder strecken, um das 0:0 zur Halbzeit festzuhalten.
Ohne Michael Olise und Kane fand die Bayern-Offensive im ersten Durchgang dagegen kaum statt. Jackson wirkte wie ein Fremdkörper in der Spitze. Auch nach dem Wechsel war Eindhoven weiter tonangebend.
Eindhoven wirkte zunehmend verkrampft. Anders dagegen insbesondere Musiala, der mit seiner bekannten Leichtfüßigkeit immer wieder Lücken suchte und nach einer knappen Stunde nach Zuspiel von Lennart Karl auch fand.
Kurz darauf verblüffte Kompany erneut mit gleich vier Wechseln. Neben Jackson hatte auch Musiala genug geleistet. Unter anderem Kane durfte jetzt mitwirken. Statt noch mehr Offensivpower der Bayern kam Eindhoven nun noch einmal auf und belohnte sich für eine insgesamt engagierte Leistung mit dem Ausgleich.
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