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Veröffentlicht am 14.04.2025 12:48

Bei Alida Lieb laufen in Ansbach die Fäden zusammen

Das ANswerk hat eine neue Chefin: Alida Lieb hat die Leitung des digitalen Gründerzentrums für Stadt und Landkreis Ansbach von Rüdiger Busch übernommen. Es seien große Fußstapfen, in die sie trete, sagte sie im Gespräch mit der FLZ. Und es gibt noch mehr Neuigkeiten aus dem Posthof.

Das ANswerk gibt es seit Juli 2021. Neben dem Standort im Posthof in Ansbach gibt es einen weiteren im Technologiecampus in Merkendorf. Rüdiger Busch hat das digitale Gründerzentrum als Netzwerkmanager aufgebaut. Ende des vergangenen Jahres hat er sich ohne Brimborium verabschiedet. Auf eigenen Wunsch.

Seine neue Stelle ist beim European Institut for Innovation and Technology Manufacturing. Auch dort hat er mit Start-ups zu tun. Christoph Albrecht, der Wirtschaftsförderer der Stadt Ansbach, ist voll des Lobs für das, was Busch beim ANswerk geleistet hat. „Die Aufbauarbeit hat gut gefruchtet.“

Konzentration auf das Wesentliche

Das ANswerk will junge Unternehmen in der Gründungsphase unterstützen. Die Start-ups können sich einmieten und haben dadurch ein funktionierendes Büro. Sie können sich somit ganz auf die eigentliche Unternehmensidee konzentrieren. Alle vier Büros sind derzeit vermietet. Die Firma Turns hat sich dem Recycling von gebrauchten Textilien verschrieben. Vetrimo betreibt einen Online-Glashandel. Ihr und Wir betreut Social-Media-Kanäle für Unternehmen und Aufwind-Films produziert Werbevideos für Betriebe.

Das Vorzeigebeispiel in Ansbach für Unternehmen, die als Start-up hier begannen und dann ganz groß rausgekommen sind, ist natürlich Tradebyte, das heute ebenfalls im ehemaligen-Post-Komplex untergekommen ist und einer der Unterstützer von ANswerk ist. Nicht immer läuft es auf einem solchen Weg völlig reibungslos. „Die häuten sich alle zwei bis dreimal“, sagt Merkel mit Blick auf wechselnde Geschäftsideen von Start-ups.

Netzwerkarbeit ist die Basis

Da ist es gut, dass es keine festgeschriebene Erfolgsvorgabe für die Gründer gibt. „Der zählbare Euro ist nicht im Vordergrund“, betonte Oberbürgermeister Thomas Deffner. „Es geht darum, einen guten Nährboden für das Gründen zu schaffen.“

Das geht am besten in Netzwerken. Albrecht verweist darauf, dass ANswerk im Gründungsjahr 27 Veranstaltungen angeboten und 626 Menschen erreicht hat. Das hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Im vergangenen Jahr haben die 46 Veranstaltungen 2232 Teilnehmer besucht.

Rollup-Messe in Ansbach, Vortrag in Feuchtwangen. Die Angebote sind vielseitig und finden an verschiedenen Orten statt. „Wir gehen dahin, wo die Gründer sind“, beschreibt es Thomas Merkel plastisch. Er ist der Wirtschaftsförderer des Landkreises.

Kooperationen mit Gymnasien

Und das Netzwerk beschränkt sich nicht nur auf die Wirtschaft. Es gibt bereits Kooperationen mit dem Platen Gymnasium in Ansbach und dem Reichsstadt-Gymnasium in Rothenburg. Die jungen Leute sollen Lust aufs Gründen bekommen. Eine weitere Kooperation mit der Maschinenbauschule sei im Aufbau, kündigte Merkel an.

Alida Lieb ist mit dem, was sie im Posthof vorgefunden hat, mehr als zufrieden. „Die Strukturen sind aufgebaut. Es geht vor allem darum, das einfach weiterzuführen.“ Um ein solches Netzwerk aufrechtzuerhalten, sei es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben.

Auch in der Kulturszene mischt sie mit

Lieb bringt hierfür ideale Voraussetzungen mit. Die 36-Jährige hat schon beim Citymarketing in Ansbach gearbeitet, war bei der Landesgartenschau in Öhringen tätig und hat sich zuletzt im Landkreis Fürth in der Wirtschaftsförderung um Leader-Projekte gekümmert. Sie hat am Theresien-Gymnasium ihr Abitur gemacht und in München und Edinburgh Tourismusmanagement studiert. Später packte sie noch ein Regionalmanagement-Studium in Triesdorf obendrauf. In Ansbach kennt man sie auch durch ihr Engagement in der Theatergruppe lila und dem Nachfolgeprojekt Plan B sowie als einen der Aktivposten beim Kulturgärtla auf dem Altstadtfest.

Die Arbeit im ANswerk ist genau ihr Ding, sagt sie. „Ich will mit jungen Leuten arbeiten. Und ich will etwas tun, was ausstrahlt.“ Auch bei Stadt und Landkreis Ansbach ist man froh über die Personalentscheidung. „Sie ist der Garant, dass es hier gut weitergeht“, sagte OB Thomas Deffner. „Die Zukunft ist gesichert.“ Und auch Landrat Dr. Jürgen Ludwig befand, Alida Lieb sei mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung genau die richtige für die Aufgabe.

Viel Lob für den Standort

Die derzeit schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sind grundsätzlich ein guter Nährboden. „Schlechte Zeiten sind gute Zeiten für Gründer“, zitierte Thomas Merkel einen Leitspruch der Szene. Die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren, ist ausgeprägter, wenn es auf dem Arbeitsmarkt knirscht.

Im Posthof fühlt sich das Gründer᠆zentrum pudelwohl. Es heiße zwar digitales Gründerzentrum, dennoch „braucht man etwas Analoges“, sagt Landrat Ludwig. Und dafür ist die bestens erreichbare Adresse direkt neben dem Bahnhof ideal.

Zentrale Anlaufstelle für Gründer

Vor einem Jahr zog die Einrichtung vom Gebäudetrakt 2a auf die gegenüberliegende Seite des Hofes, in die 2c. Dort hat ANswerk nun 600 statt vorher 280 Quadratmeter zur Verfügung und damit auch genug Platz für zwei Besprechungsräume, einen Kreativraum und einen Veranstaltungsraum für bis zu 80 Personen. Diese können auch Unternehmer von außerhalb anmieten.

Mit der Gründerberatung der Hochschule pflegt das ANswerk schon immer eine enge Kooperation. Nun zieht auch diese Beratungsstelle bei ANswerk mit ein. „Dann haben wir eine zentrale Anlaufstelle für Gründer“, freut sich Wirtschaftsförderer Albrecht.

Im Sommer nächsten Jahres geht es darum, eine Fortsetzung für die Förderung durch den Freistaat zu erreichen. Albrecht ist sehr optimistisch, dass das gelingen wird.

Oberbürgermeister Thomas Deffner (links) und Landrat Dr. Jürgen Ludwig sind von der bisherigen Entwicklung des digitalen Gründerzentrums ANswerk sehr angetan. Mit Alida Lieb sind sie überzeugt, die richtige Netzwerkmanagerin gefunden zu haben, um die Erfolgsgeschichte fortsetzen zu können. (Foto: Thomas Merkel)
Oberbürgermeister Thomas Deffner (links) und Landrat Dr. Jürgen Ludwig sind von der bisherigen Entwicklung des digitalen Gründerzentrums ANswerk sehr angetan. Mit Alida Lieb sind sie überzeugt, die richtige Netzwerkmanagerin gefunden zu haben, um die Erfolgsgeschichte fortsetzen zu können. (Foto: Thomas Merkel)
Oberbürgermeister Thomas Deffner (links) und Landrat Dr. Jürgen Ludwig sind von der bisherigen Entwicklung des digitalen Gründerzentrums ANswerk sehr angetan. Mit Alida Lieb sind sie überzeugt, die richtige Netzwerkmanagerin gefunden zu haben, um die Erfolgsgeschichte fortsetzen zu können. (Foto: Thomas Merkel)

Die Entwicklung des ANswerks

Das ANswerk gibt es seit Juli 2021. Der ursprüngliche Plan ein paar Jahre zuvor war, ein Gründerzentrum für ganz Westmittelfranken zu entwickeln. Neben Stadt und Landkreis Ansbach wären dann auch Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Weißenburg-Gunzenhausen im Boot gewesen. Aber wo in diesem riesigen Gebiet hätte man ein Gründerzentrum am besten platziert? Die Idee verschwand in der Schublade.Doch dann brachte die Staatsregierung ein neues Förderprogramm an den Start. Stadt und Landkreis Ansbach waren sich schnell einig, dass sie das zusammen angehen wollen. Und weil die Gründerzentren der ersten Welle in der Regel neu bauen mussten, während das ANswerk passende Räume im Posthof fand, war mancher Vorsprung schnell vergessen. Die Räumlichkeiten erwiesen sich als ideal, weil nach weniger als drei Jahren Betrieb ein größerer Platzbedarf herrschte und auf der anderen Seite des Hofes realisiert werden konnte.

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