In den festgefahrenen Friedensbemühungen im Iran-Krieg haben die US-Seite sowie Vermittler Medienberichten zufolge neue Anstrengungen unternommen. Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance einen Brief an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschrieben haben, um Rahmenbedingungen für Verhandlungen zu eruieren. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu den bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen liegen dafür nicht vor.
Wie das „Wall Street Journal“ unter Verweis auf ungenannte Quellen berichtete, will Vance mit dem Brief in Erfahrung bringen, ob sich geplante Militärschläge gegen den Iran noch auf diplomatischem Wege abwenden lassen. Zuletzt war immer wieder diskutiert worden, dass die USA möglicherweise mit Israel nach den US-Midterms im Iran angreifen könnten. Die Zwischenwahlen finden am Dienstag statt. In dem Brief soll es dem Bericht zufolge um Rahmenbedingungen für Verhandlungen gehen, nicht um einen konkreten Vorschlag für ein Ende des Krieges.
US-Präsident Donald Trump bestritt einen entsprechenden Inhalt des Briefes auf Nachfrage. Bei Vance' Initiative gehe es vielmehr darum, dass der Iran Hilfe bei der Beschaffung von medizinischen Hilfsgütern und anderen Dingen brauche. „Er hat mich gefragt, was ich davon halte, ich habe gesagt: „Wenn du das machen willst, ist das in Ordnung”“.
Unterdessen berichtete das Portal „Axios“ unter Berufung auf ungenannte Quellen, regionale Vermittler unter der Führung von Katar arbeiteten daran, neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zu ermöglichen und so ein Wiederaufflammen des Krieges zu verhindern. Die Katarer bemühen sich demnach, den Iran davon zu überzeugen, UN-Inspektoren den Zugang zu seinen bombardierten Nuklearanlagen zu gewähren. Im Gegenzug sollen gewisse US-Sanktionen gelockert werden. Ob Teheran auf den Vorschlag eingegangen ist, ist nicht bekannt.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi teilte auf der Plattform X mit, trotz Kampfbereitschaft gebe der Iran der Diplomatie weiter eine Chance. „Wir stehen weiterhin in engem und ständigem Kontakt mit Vermittlern, um Vorschläge zu prüfen, die die Umsetzung unseres Sieben-Tage-Plans in weniger als einer Woche gewährleisten können.“ Der Plan sieht eine schrittweise Deeskalation vor, wurde von Washington aber bisher abgelehnt.
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani traf sich derweil mit dem jordanischen Außenminister Aiman al-Safadi, wie das katarische Außenministerium mitteilte. Al Thani habe sich bei dem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman für eine diplomatische Lösung und die Gewährleistung der freien Schifffahrt ausgesprochen. Jordanien ist mit den USA verbündet und wird immer wieder Ziel iranischer Raketenangriffe.
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