Seit einigen Wochen ist der neue Bikepark fertiggestellt und wird rege genutzt. Am Freitag wurde er nun offiziell eröffnet. Dutzende Trickradfahrer aus Obernzenn und der Region weihten die Anlage am Sportplatz mit gekonnten Sprüngen ein.
„Ist schön geworden und macht richtig Spaß“, lautete das Fazit von Michael Wust. Der 22-jährige Obernzenner ist seit über sieben Jahren begeisterter Trickradler und musste bislang zum Trainieren nach Diespeck fahren oder auf der Straße üben. Umso größer war die Freude, nun in der Heimatgemeinde eine Anlage zu haben.
Auch Mitglieder der „Playground-Riders“, der Bikeabteilung des DTV Diespeck, nutzten die Gelegenheit und schauten vorbei. „Der Bikepark hat coole Sprünge und interessante Abfahrten“, sagte Gründungsmitglied Benedikt von Dobschütz. Die Anlage im heimischen Diespeck sei eher schon etwas für Fortgeschrittene. „Das hier ist hingegen ein idealer Einsteigerpark!“ Gerne werde man mit den Anfängern aus der Abteilung bei Gelegenheit vorbeischauen.
Die Idee zur Errichtung hatten Anfang der 2020er Jahre die Obernzenner Familienväter Jürgen Swatosch und Martin Schwiersch, deren Söhne sich für diese Art des Zweiradfahrens begeisterten. „Wir haben uns gedacht, dass ein Bikepark ein schönes Zusatzangebot für die Jugend in unserer Gemeinde wäre“, erinnerte sich Swatosch. Daraufhin seien Schwiersch und er auf die Gemeinde zugegangen und hätten mit dem Marktgemeinderat vereinbart, zunächst durch Spenden für die Anschubfinanzierung von 3500 Euro zu sorgen.
Dieser Betrag wurde benötigt, um die Planung der Anlage durch ein Fachbüro in Auftrag zu geben. Mit der Unterstützung vieler Firmen, Gewerbetreibender und auch Privatleuten aus der Gemeinde und der Region sei diese magische Zahl schnell erreicht worden. Allein 1500 Euro steuerte Swatoschs Arbeitgeber bei, die Firma etex, Experte für Leichtbaulösungen.
„Als wir das Fachbüro damals um eine Kostenschätzung gebeten haben, wurde uns als ungefähre Marschrichtung 50.000 Euro genannt“, berichtete rückblickend Bürgermeister Reiner Hufnagel. Dies habe die Gemeinde aber weder ausgeben können noch wollen und habe deswegen auch darauf verzichtet, die komplizierte Beantragung von Fördermitteln in Angriff zu nehmen.
„Das hätte den administrativen Aufwand und auch die Gesamtkosten sicherlich unter dem Strich erhöht.“ Stattdessen habe man sich auf den Weg gemacht, das Projekt mit Spenden und viel Eigenleistung der unterschiedlichsten Akteure zu stemmen und sich über die Großzügigkeit vieler Beteiligter sehr gefreut. Dafür bedankte er sich noch einmal sehr herzlich.
„Besonders wichtig war für die Realisierung die Firma Erdbau und Transporte Reuter, ohne die es den Bikepark jetzt sicherlich nicht geben würde“, betonte Jürgen Swatosch. Das Unternehmen aus dem Ortsteil Egenhausen habe nicht nur das Erdreich hertransportiert, sondern die Hügel und Abfahrten auch nach den Plänen des Fachbüros unentgeltlich mit dem Bagger angelegt.
„Nachdem das Landratsamt uns die Einfriedung des Bereichs durch eine Heckenpflanzung an der Westseite zur Auflage gemacht hat, hat sich außerdem der Obst- und Gartenbauverein bereiterklärt, die Pflanzung zu übernehmen“, ergänzte Bürgermeister Hufnagel.
Dieser habe auch die Vorbereitung durch Hecken- und Baumschnitte übernommen. „Daher können wir gar nicht genau beziffern, was das Vorhaben insgesamt gekostet hat.“ Wichtig sei, dass sich die finanzielle Belastung für die Gemeinde in Grenzen gehalten habe.
Viele Ideen für die Ausgestaltung habe außerdem Biker Michael Wust beigesteuert. „Es war uns wichtig, dass es Sprünge in verschiedenen Höhen gibt, so dass Einsteiger und Fortgeschrittene die Anlage nutzen können“, sagte Jürgen Swatosch. So gebe es auch Hügelchen für die ganz kleinen Kinder im Laufrad-Alter. An alle Generationen ist gedacht.
Insgesamt sei er sehr zufrieden, obwohl sein Sohn und der des Mitinitiators Martin Schwiersch mittlerweile volljährig und nicht mehr so radsportbegeistert seien wie noch vor drei bis vier Jahren. „Die Hauptsache ist aber, dass hier etwas Schönes für die Gemeinde und ihre Jugend entstanden ist.“