Wer kuschelt sich nicht gern in sie ein? Die Bettdecke ist ein guter Schlafpartner - doch im Sommer manchmal schlicht und einfach zu heiß. Was für Alternativen gibt es für warme Nächte? Und wie findet man das passende Exemplar für die aktuelle Jahreszeit?
Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die passende Bettdecke, Matratze und Co. für Sommernächte.
„Das kann man machen“, sagt Marc Böhle. Er ist Präsident des Verbandes der Bettenfachgeschäfte. „Aber wahrscheinlich wird man im Laufe der Nacht doch frieren, weil die Umgebungstemperatur gesunken ist.“ Ohne einen ausreichenden Wärmeschutz wacht man dann leicht auf.
Also doch besser eine Decke nehmen. Nur eben die passende. Generell gilt hier: Eine Bettdecke isoliert die Körperwärme. „Im Winter braucht man eine Decke, die stärker isoliert, weil die Außentemperaturen niedriger sind. Im Sommer sollte die Decke einen geringeren Isolationsgrad haben“, so Böhle. Man unterscheidet deshalb die Bettdecken auch nach Wärmeklassen. Je kleiner diese ausfällt, desto weniger isoliert die Decke. Für den Sommer käme also etwa die Wärmeklasse 1 infrage.
Sommerdecken sind leicht und haben eine deutlich geringere Füllmenge als Winter- oder Ganzjahresdecken, so Böhle. Damit wiegen sie oft nur halb so viel wie eine Winterdecke. Das kann sich angenehm anfühlen. Außerdem sorgt eine Punkt-, Kreis- oder Ringsteppung für Kühlzonen. Das soll Hitzestaus unter der Decke vermeiden.
Aber es gibt auch kombinierbare Sommer- und Winterdecken. Die sind praktisch, weil sie sich einzeln nutzen lassen. „Wenn man so eine zusammenknöpfbare Decke in guter Qualität kauft, hat man immer die passende Decke, im Sommer, im Winter und in der Übergangszeit.“
Angenehm sind natürliche Materialien, die viel Feuchtigkeit aufnehmen. Marc Böhle empfiehlt leichte Decken mit Naturhaarfüllungen, zum Beispiel Kamelhaar oder Kaschmir. „Sie sind sehr dünn, wiegen nicht mehr als 400 Gramm und nehmen bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf.“ Auch in dünnen Daunendecken kann man schlafen. „Sie wiegen mit 150 Gramm fast nichts und eignen sich für die heiße Sommerzeit, aber auch bis in den Frühherbst hinein für kühle Nächte.“
Kunstfaserfüllungen nehmen die Feuchtigkeit zwar nicht auf wie natürliche Füllungen, haben aber durchaus ihre Vorteile: Man kann sie gut waschen, sie trocknen schnell. „Decken mit Mikrofaserfüllung sind besonders empfehlenswert, weil sie leicht und schmiegsam sind“, sagt Marc Böhle. Man sollte jedoch bei Decken mit Kunststofffüllung generell auf Qualität achten. Werden Wärme und Feuchtigkeit schlecht abtransportiert, ist das in sehr warmen Nächten besonders unangenehm.
Übrigens: Die Bettdecke in die Kühltruhe zu stecken und dann kurz vorm Schlafengehen wieder rauszunehmen, ist nicht unbedingt sinnvoll. Der Kühleffekt hält nur kurz an. Marc Böhle: „Nachhaltiger ist es, auf eine leichte Sommerdecke einen kühlenden Bettbezug aufzuziehen.“
„Bett- und Kissenbezüge haben direkten Hautkontakt mit dem Schläfer und sollten für ihn möglichst angenehm sein“, so Mark Böhle. Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen sind besonders hautfreundlich. Leinen kühlt noch zusätzlich.
Von Bettwäsche aus Mikrofasern lässt man besser die Finger. „Die ist zwar pflegeleicht, trocknet schnell, reizt aber die Haut, weil die winzigen Mikrofaserpartikel daran reiben“, so Böhle.
Wer nachts viel schwitzt, egal ob im Sommer oder im Winter, ist mit einer Federkernmatratze gut bedient. „Die lässt, anders als eine Matratze mit Schaumkern in der Mitte, mehr Luft durch“, erklärt Claudia Wieland vom Fachverband der Matratzen-Industrie.
Schaumkernmatratzen erwärmen sich durch die Körperwärme, was im Winter recht angenehm ist, im Sommer aber störend sein kann. Hier muss man sich also meist entscheiden, was einem wichtiger ist. „Die wenigsten kaufen zwei Matratzen, eine für den Winter und eine für den Sommer“, so Wieland.
Aber: Auf dem Markt sind Matratzen mit einer Sommer- und einer Winterseite. „Auf der Sommerseite sind dann einfache Materialien wie Baumwolle eingesteppt. Das hat aber kaum einen klimatischen Effekt“, sagt Marc Böhle.
Überhaupt: „Die Matratze ist für den Schlaf bei Wärme nicht so ausschlaggebend wie eine gute Sommerdecke mit einem kühlenden atmungsaktiven Bettbezug“, sagt Claudia Wieland. Das Schlafklima in der sogenannten Betthöhle hänge vor allem von der Decke ab, und nur zu einem kleinen Teil von der Matratze. Eine spezielle Sommermatratze anzuschaffen, sei meist nicht notwendig. Wechseln Sie stattdessen besser die Bezüge.
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