„Book now, pay later“: Urlaub auf Pump buchen? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.04.2026 00:06

„Book now, pay later“: Urlaub auf Pump buchen?

Wie hoch ist das Budget? Diese Frage sollte am Anfang jeder Reiseplanung stehen. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Wie hoch ist das Budget? Diese Frage sollte am Anfang jeder Reiseplanung stehen. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Wie hoch ist das Budget? Diese Frage sollte am Anfang jeder Reiseplanung stehen. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Man möchte weg aus dem Alltag, hin zum Traumstrand – doch der Kontostand sagt tiefste Ebbe. Warum nicht auf Pump reisen? Wieso soll man nur ein Auto oder eine Einbauküche finanzieren – und nicht auch den Malediven-Trip?

„Ein Urlaub auf Raten gibt euch die Möglichkeit, eure Reise zu finanzieren, die leeren Speicher wieder aufzufüllen und voller Energie zurück in den Alltag zu starten“, so heißt es zumindest vom Reiseportal Urlaubsguru. 

Und die Reisesuchmaschine Kayak nannte das Prinzip des „book now, pay later“ – also: jetzt buchen, später zahlen – in ihrem Trendreport für dieses Jahr. „Book now, pay later“: Dieser Satz ist an die aus dem Onlineshopping bekannte „Buy now, pay later“-Methode angelehnt.

Urlauber mit knappem Budget, so Kayak, würden zu solchen Zahlungsmethoden greifen und erwarten, dass Reiseunternehmen diese Option unterstützen. Quasi auf Pump Urlaub machen. Und das liegt also im Trend? 

Große Veranstalter sind zurückhaltend

Hört man sich in der Reisebranche um, sind die Reaktionen zurückhaltend. Der Deutsche Reiseverband muss bei dem Thema ganz passen, Tui als Marktführer unter den Veranstaltern in Deutschland bietet so etwas laut einem Sprecher nicht an. Beim Mitbewerber Schauinsland-Reisen sind Bezahlsysteme wie Paypal und Amazon Pay zwar bei den Zahlungsoptionen gelistet, deren Ratenzahlungsoptionen werden aber in Klammern ausgeschlossen.

Was verbreitet ist: Dass man bei Buchungen mit Vorlauf zunächst einen kleinen Teil des Reisepreises anzahlt und die restliche Summe später überweist. Aber Reisen auf Kredit, das gibt es bei Tui und Co. nicht. Das Vergleichsportal Check24 schreibt online in seinem Service-Bereich, dass keiner der verglichenen Reiseveranstalter Ratenzahlungen anbietet.

Ein Reiseportal verknüpft direkt den Kreditvergleich

Reiseportale, die Ratenzahlungen anbieten, finden sich hingegen durchaus. „fluege.de“ zum Beispiel. Hier kann man über den Zahlungsdienstleister Klarna für Reisen von bis zu 2.500 Euro auch in Raten zahlen. Das Portal Urlaubsguru verknüpft seinen Beitrag über die Vorteile des Reisens auf Raten („Urlaub für jeden“) direkt mal mit einem Kreditvergleich.

Da wird etwa ein Kredit über 2.000 Euro mit zwölf Monaten Laufzeit und 8,7 Prozent effektivem Jahreszins angezeigt. Monatliche Rate: gut 174 Euro. Am Ende hat man dann rund 2.090 Euro gezahlt. 90 Euro mehr, aber dafür Urlaub sofort – ein guter Deal? Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

Das Problem mit dem Urlaub auf Pump

Doch egal, ob man jetzt bucht und später zahlt oder gar einen Kredit aufnimmt: Das Risiko ist, dass man sein Budget überschätzt und schlimmstenfalls in eine Schuldenfalle gerät. Davor warnen Verbraucherschützer.

Sie raten dazu, Zahlungsaufschübe oder Ratenfinanzierungen nur bei „unaufschiebbaren wichtigen Anschaffungen“ zu tätigen. Als Beispiel nennt die Verbraucherzentrale einen neuen Kühlschrank, wenn der alte kaputt ist. 

Urlaub ist auch wichtig, aber nicht unaufschiebbar. Was er hingegen ist: anpassbar. Vielleicht reicht das Budget gerade nicht für die Malediven, aber für einen Trip an die Müritz oder den Möhnesee?

Zugleich kann man anfangen zu sparen - und zwar mit Plan: Jeden Monat einen bestimmten Betrag auf ein Tagesgeldkonto beiseitelegen und in ein, zwei Jahren ist mit der verfügbaren Summe auf dem Girokonto in Kombination mit der angesparten Tagesgeld-Reserve womöglich schon der Trip ins ferne Traumziel drin – ganz ohne Finanzierung auf Pump.

© dpa-infocom, dpa:260422-930-980961/1


Von dpa
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