Was passiert, wenn es statt fünf Beiräten in Zukunft nur noch drei oder vier Einzelbeiräte gibt? Das wollte Vorsitzende Uta Rudolph von der Stadtverwaltung wissen. „Der Gemeinschaftsbeirat wird trotzdem weiterhin Entscheidungen treffen können“, lautete die Antwort.
Die Sorge unter den Beiräten ist groß: Jeder einzelne Beirat braucht mindestens sieben Mitglieder, um weiterhin bestehen zu können. Sollten sich bei den anstehenden Neuwahlen im März nicht ausreichend Ehrenamtliche finden, dann werden manche nicht mehr existieren. Insbesondere bei Migrations- und Seniorenbeirat könnte das der Fall sein, hieß es in der jüngsten Sitzung.
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser sagte dazu: „Die Diskussion führen wir ja nicht zum ersten Mal.“ Auch bei den vorherigen Wahlen sei es jedes Mal um die Existenz einzelner Beiräte gegangen. Die Vorsitzende des Gemeinschaftsbeirates, Uta Rudolph, entgegnete: „Ja, es stand schon immer auf der Kippe. Aber dieses Mal ist es kippeliger denn je.“
Dabei zeigten die Beiräte auch in ihrer letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode, dass sie das Leben in der Stadt für viele Bevölkerungsgruppen attraktiver machen, betonte der Oberbürgermeister.
Am präsentesten in den Köpfen der Anwesenden war die Kundgebung mit dem Namen „Nie wieder ist jetzt“ Anfang Februar auf dem Marktplatz. Organisiert vom Migrationsbeirat, zog sie mehr als 500 Teilnehmende an, berichtete Monica Baudracco-Kastner. „Wir wollen in Zukunft öfter solche Räume aufmachen, für den demokratischen Diskurs und gegen Rechtsextremismus“, sagte sie.
Passend dazu will sich der Migrationsbeirat am Tag gegen Rassismus beteiligen. Am Wochenende des 23. und 24. März soll eine Fahrt zu einer Sonderausstellung in das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim angeboten werden. „Zweite Heimat Franken“ heißt die Ausstellung, die Migrationsgeschichten erzählt.
Der Seniorenbeirat bot in den vergangenen Monaten zahlreiche Aktionen für die Seniorinnen und Senioren in der Stadt an: Wiederbelebungskurse, Vorträge zum Autofahren im Alter, Frühstückstreffen im Wildbad oder ein Schafkopf-Stammtisch. „Ganz begeistert sind wir von unserer Faschingsveranstaltung im Wildbad“, betonte Vorsitzende Irmgard Fischer. Mehr als 160 Gäste hätten den Auftritt der Frankemer Stupfl aus Schillingsfürst angesehen. „Genauso ein Renner ist unser Mittagstisch, der alle zwei Wochen in verschiedenen Gasthäusern stattfindet“, berichtete sie. „Da kommen regelmäßig über 40 Menschen zusammen.“
Doch Irmgard Fischer und die zweite Vorsitzende Inge Weigner geben ihr Amt zum Ende dieser Legislaturperiode ab. Sollte sich keine neue Vorstandschaft finden, können die Aktionen des Seniorenbeirates nicht mehr stattfinden.
Auch die Vorsitzende des Jugendbeirates, Beatrix Friedsmann, muss ihr Amt altersbedingt weitergeben. „Ab 27 ist Schluss im Jugendbeirat“, sagte sie. Dieser kümmere sich aktuell um die Entwicklung einer Webseite, auf der er die Jugendverbände der Stadt darstellen will.
Der Fortbestand des Familienbeirates ist hingegen gesichert, betonte Uta Rudolph. „Dabei stand es durchaus auf der Kippe, ob es uns weiter geben wird.“ Rudolph, die gleichzeitig Vorsitzende des Familien- und des Gemeinschaftsbeirates ist, habe daher ein Teamwochenende anberaumt. Dabei hätte sich der Beirat neu aufgestellt und zentrale Fragen über seine Zukunft geklärt. „Wir brauchen dennoch neue Mitglieder und werben wieder an Kindergärten und Schulen für uns.“
Der Inklusionsbeirat verschrieb sich erneut dem Einsatz für mehr Barrierefreiheit. Etwa sei die Friedhofskapelle von nun an durch eine kleine Rampe für alle zugänglich. Zudem startete der Inklusionsbeirat eine Petition für einen barrierefreien Bahnhof, wie Heidi Hahn berichtete. „Mittlerweile haben wir von der Bahn sogar eine Antwort erhalten, und zwar, dass unser Anliegen berechtigt ist.“ Das sorgte für Kopfschütteln im Sitzungssaal des Rathauses. Der Umbau des Rothenburger Bahnhofes sei in der Planung für 2026 vorgesehen. Und: „Steinach hat eine Perspektive“, habe die Antwort der Deutschen Bahn gelautet. „Wir bleiben weiter dran“, versprach Heidi Hahn.
Das Thema Bahnhof beschäftigte den Gemeinschaftsbeirat auch im Austausch mit der Stadtverwaltung. Zunächst ging es um den Zustand der Schließfächer: „Sie sollen in einem erbärmlichen Zustand sein“, bemerkte der Leiter des Ordnungsamtes, Roland Pfaffelhuber. Die Bahn habe definitiv kein Interesse, die Schließfächer selbst zu betreiben. „Das läge dann in unserer Hand.“
Um das Warten, Pflegen und Reparieren könnte sich die Stadt kümmern. „Das Problem ist der 24-Stunden-Service.“ Denn wenn ein Gast im Notfall etwa lebenswichtige Medikamente aus dem Schließfach holen muss, müsse immer jemand da sein, der es öffnen kann. „Diesen Service können wir nicht leisten“, betonte Pfaffelhuber. „Das ist ein Prozess, den wir in diesem Jahr wohl nicht mehr mit der Bahn lösen können“, ergänzte Naser.
Weiterhin nicht geklärt ist die Frage, was mit dem angeschafften Sportgerät des Seniorenbeirates geschieht. Ursprünglich sollte es am Campus aufgestellt werden. Der neue Vorschlag der Stadt: Das Fitnessgerät könnte neben dem neuen Volleyball- und Basketballfeld an der Landhege stehen. Der Seniorenbeirat begrüßte den Vorschlag, wenngleich er eigentlich das Fitnessgerät näher an der Altstadt aufstellen wollte.