Markus Helmreich (42) ist der neue Bürgermeister von Diespeck. Der Industriekaufmann, zweifache Vater und zuletzt CSU-Fraktionsvorsitzender im Diespecker Gemeinderat, setzte sich bei der Wahl am Sonntag mit 71,1 Prozent der Stimmen überlegen gegen Kurt Endlein durch.
Der 60-jährige Endlein, der für das Bürgerforum Diespeck (BFD) ins Rennen gegangen war, kam demnach auf 28,9 Prozent und äußerte sich anschließend gefasst. Im Vorfeld hatte sich Endlein noch recht zuversichtlich gezeigt, am Abend in seiner ersten Reaktion räumte er jedoch ein, dass er nicht ernsthaft mit einem Erfolg gerechnet habe. Diespeck sei nun einmal „schwarz“, und dass jemand aus einem Ortsteil gewählt werde, sei ebenfalls kaum zu erwarten gewesen. Endlein lebt in Dettendorf.
Der Wahlkampf sei sehr fair verlaufen, betonte Endlein. Er habe deshalb auch als einer der Allerersten seinem siegreichen Kontrahenten zum Erfolg gratuliert.
Helmreich, der als Favorit ins Rennen gegangen war, war mit dem vorläufigen Endergebnis, das Wahlleiterin Simone Hofmann um 18.29 Uhr bekannt gegeben hatte, hochzufrieden. Einen so klaren Sieg habe er nicht erwartet, sagte er in einem ersten Statement gegenüber der Redaktion. Mit einem „Sechser“ als erste Ziffer wäre er schon glücklich gewesen. Er bedankte sich ausdrücklich bei seiner Familie – Helmreich ist verheirateter Vater zweier Kinder –, die ihn jederzeit unterstützt habe. Zudem habe er dank seines großartigen Wahlkampfteams tolle Veranstaltungen abhalten dürfen – „alles hat wie am Schnürchen“ geklappt. „Das war ganz großes Kino.“
Für Helmreich, der bisher in leitender Stellung als Industriekaufmann tätig war, geht „die Arbeit morgen richtig los“. Die nächsten Monate würden nicht einfach, da nach dem Wechsel seines Vorgängers ins Landratsamt naturgemäß einiges liegen geblieben sei, das man nun aufarbeiten müsse.
Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Werner Stieglitz war zur Wahlparty der CSU ins Gasthaus Müller gekommen und einer der ersten Gratulanten. Er überbrachte Helmreich die Glückwünsche der CSU-Landtagsfraktion und sicherte dem neuen Diespecker Bürgermeister die Unterstützung der Christsozialen in den kommenden Jahren zu. Ebenfalls unter den Gratulanten waren die drei Bürgermeister der weiteren drei VG-Gemeinden Gerhard Eichner (Gutenstetten), Wolfgang Schmidt (Baudenbach) und Jürgen Riedel (Münchsteinach), die ihrem neuen Kollegen alles Gute wünschten.
Von einer guten künftigen Zusammenarbeit geht auch Dieter Hummel aus. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag gratulierte ebenfalls und erklärte, er hoffe nun sehr darauf, dass Helmreich in zwei Jahren auch als Kandidat für den Kreistag erfolgreich sein werde.
Die Wahl in Diespeck war notwendig geworden, weil Dr. Christian von Dobschütz (CSU) im vergangenen Mai zum Nachfolger des vorzeitig aus dem Amt geschiedenen Landrats Helmut Weiß (CSU) gewählt worden war. Von Dobschütz hatte sich seinerzeit gegen Uwe Kekeritz (Grüne) und in der Stichwahl auch gegen Dr. Birgit Kreß (FW), die Bürgermeisterin von Markt Erlbach, durchgesetzt und hatte sein Büro im Landratsamt zum 1. Juli bezogen. So lange hatte er noch die Diespecker Amtsgeschäfte geführt. Bis zur Wahl wurde der Gemeinderat vom bisherigen zweiten Bürgermeister Roland Schmidt geführt.