Robin Gosens hat den FC Schalke 04 zum ersten Bundesliga-Sieg seit Mai 2023 geführt und damit die Sorgen seines früheren Clubs Union Berlin weiter verschärft. Eine Woche nach dem achtungsvollen Remis gegen den FC Bayern gewann der Aufsteiger aus Gelsenkirchen in Köpenick mit 3:1 (1:0).
1.203 Tage nach dem letzten Schalker Bundesliga-Tor erlöste Gosens die Königsblauen in der 25. Minute. Gosens hatte seine ersten 31 Bundesliga-Spiele im Trikot der Köpenicker bestritten. In der Saison 2023/24 war der 24-fache Nationalspieler mit sechs Toren und drei Torvorlagen Top-Scorer der Eisernen. Adil Aouchiche (46.) legte unmittelbar nach der Pause nach. Unions Tim Skarke, der auch schon für die Gelsenkirchener auflief, verkürzte kurz vor Schluss noch (90.+6), ehe der eingewechselte Maximilian Wöber (90.+13) das Spiel entschied. Die Mannschaft von Miron Muslic steht nun bei vier Punkten. Die Köpenicker und Coach Mauro Lustrinelli bei einem.
Muslic musste kurzfristig umbauen. Stürmer Moussa Sylla fehlte nach der Geburt seines Kindes, Kapitän Kenan Karaman kehrte nach auskurierter Hüftverletzung in die Startelf zurück. „Unantastbar für uns und auch unersetzbar“, begründete Muslic seine Entscheidung. Bei Union begann Woo-Yeong Jeong erstmals in dieser Saison.
Mit seiner Prognose, dass das Flutlichtspiel kein „Beauty-Contest“ werde, sollte Muslic Recht behalten. Immerhin sah der 43-Jährige deutlich bessere Schalker. Klare Torchancen hatten zwar auch die Gäste zunächst nicht, doch Karaman und Aouchiche entwickelten zumindest mit Schüssen aus der Distanz Torgefahr.
Union hatte Probleme, überhaupt über die Mittellinie zu kommen. Gosens' sehenswerter Volley-Treffer war hochverdient. Die Berliner konnten sich bei Torhüter Frederik Rönnow bedanken, dass es zur Pause nicht 0:3 stand.
Die Mannschaften waren nach der Halbzeit erst wenige Sekunden auf dem Platz, da zappelte der Ball schon wieder im Netz der Unioner. Nachdem das Schiedsrichtergespann zunächst auf Abseits entschieden hatte, griff der VAR ein und korrigierte die Entscheidung.
Vom einstigen Unioner Prunkstück, der Abwehr, ist wenig übrig. Zehn Gegentore kassierten die Eisernen in drei Spielen. Zumindest rüttelte der zweite Schalke-Treffer die Hausherren wach und Union kam nach 54 Minuten zu seiner ersten Großchance. Bis dahin war Keeper Loris Karius an seiner alten Wirkungsstätte quasi beschäftigungslos.
Ausgerechnet in der Phase wurde das Spiel fast zehn Minuten unterbrochen. Schiedsrichter Timo Gerach hatte sich verletzt und konnte nicht mehr weitermachen. Der vierte Offizielle Jarno Wienefeld übernahm - und lief zunächst Richtung Schalke-Tor.
Denn Union drückte weiter auf den Anschluss - Tom Rothe (75.) ließ eine gute Gelegenheit ungenutzt. Janik Haberer traf nur den Pfosten (87.). Am ersten Spieltag hatten die Berliner gegen Frankfurt einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt. Diesmal reichte es nur noch für den vorübergehenden Anschlusstreffer von Skarke.
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