Darts-Boom in Wettringen: So mischt der neue Verein die Liga auf | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 12.01.2026 12:00

Darts-Boom in Wettringen: So mischt der neue Verein die Liga auf

Auf der Dartscheibe sind die Felder, die viele Punkte bringen, ziemlich klein. Das Foto zeigt Sascha Gerlinger beim Wurf und Tobias Gebhardt beim Dokumentieren. (Foto: Margit Schwandt)
Auf der Dartscheibe sind die Felder, die viele Punkte bringen, ziemlich klein. Das Foto zeigt Sascha Gerlinger beim Wurf und Tobias Gebhardt beim Dokumentieren. (Foto: Margit Schwandt)
Auf der Dartscheibe sind die Felder, die viele Punkte bringen, ziemlich klein. Das Foto zeigt Sascha Gerlinger beim Wurf und Tobias Gebhardt beim Dokumentieren. (Foto: Margit Schwandt)

Früher wurde gerne in geselliger Runde „gespickert”. Heutzutage betreiben immer mehr Menschen den Präzisionssport Dart deutlich ambitionierter, in Wettringen sogar auf Vereinsebene. Seit September ist ein Team im Liga-Betrieb aktiv.

26 Mitglieder hat der Wettringer Dart Club (WDC). Der ist mit seiner Auswahl in der 5. Bezirksliga F auch gleich gut durchgestartet. Die Wettringer rangieren aktuell auf Platz 1. Chef des WDC ist der 31-jährige Sascha Gerlinger.

Neuausrichtung des Gesamtvereins

Der Club war ursprünglich als eigenständiger Verein gegründet worden, hat sich aber später unter das Dach des Wettringer Sportvereins begeben und bildet dort eine Abteilung. Ins Konzept des SV Wettringen, der sich mit einigen jungen Leuten neu ausgerichtet habe, passe diese Sparte sehr gut, sagt Gesamtvereins-Vorsitzender Tobias Gebhardt. Es gehe darum, den Sportverein nachhaltig, aktiv und zukunftsorientiert zu gestalten. Anspruch sei es, viele Menschen für den Sport zu gewinnen und damit auch das soziale Miteinander in Wettringen zu stärken, so der Vorsitzende.

Für die Ausübung des Dart-Sports stehen im Sportheim neun Scheiben zur Verfügung. Das sei eine gute Ausstattung, meint Sascha „Gery” Gerlinger. Jede Woche wird zweimal für zwei bis drei Stunden trainiert, immer dienstags und freitags. Die WDCler sind zwischen 18 und 60 Jahre alt. Die Männer sind in der Mehrheit, aber immerhin sechs Frauen mischen mit.

So kommen die Zwillingsschwestern Marion Musch und Manuela Ohmenhäuser regelmäßig aus Schillingsfürst zum Darten nach Wettringen. Den beiden 60-Jährigen, die gesundheitliche Probleme hatten, war empfohlen worden, regelmäßig eine Herzsportgruppe zu besuchen. Doch die findet nur einmal pro Woche statt, wenn überhaupt, das war den Schwestern zu wenig.

Bewegung und Konzentration

So entschlossen sie sich, regelmäßig zum Dartspielen zu gehen, zweimal pro Woche. Manuela liebt es zu spickern, sie hat zu Hause eine Dart-Scheibe, spielt regelmäßig. Marions Sohn Rudolf Musch, genannt „Rudy“, ist schon länger Mitglied im WDC. Der 39-Jährige hat sich 2025 den Pokal der Vereinsmeisterschaft gesichert. Und er hat Mutter und Tante zum Dartspielen in Wettringen zusätzlich motiviert.

Die Bewegung macht Spaß, sagt Marion Musch. Man müsse sich auch gut konzentrieren. Was die Turniere angeht, lassen sie jedoch den Jüngeren den Vortritt. Marion und Manuela freuen sich, dass das Dart-Spielen jetzt nach der Weihnachtspause wieder losgeht.

Die Sportart boomt, was laut Tobias Gebhardt auch damit zusammenhängt, dass Dart kein Hochleistungssport ist. Eigentlich könne jeder mitmachen, unabhängig vom Alter. Man brauche auch nicht viel für den Einstieg: Drei Pfeile und eine Scheibe genügten.

Eine individuelle Wurftechnik entwickeln

Doch Dart-Spielen ist mehr, als nur mit Pfeilen auf Scheiben zu zielen. Man muss üben, üben, üben. Die Füße stehen seitlich an der Wurflinie, so Sascha Gerlinger. Vorgeschrieben ist ein Abstand von 2,37 Metern zur Scheibe. Gespielt wird üblicherweise der Modus 501. Das bedeutet, dass mit dieser Punktanzahl gestartet wird und es darum geht, mit so wenig Würfen wie möglich exakt auf die Null herunterzuspielen, wobei es Vorgabe ist, mit einem Treffer im äußeren Ring, also mit einem „Double out”, abzuschließen.

In der Regel treten zwei Spielende gegeneinander an. Nur, wer gut konzentriert ist, kann präzise werfen, jede und jeder muss ihre und seine individuelle Wurftechnik entwickeln. Die Regeln seien vergleichsweise einfach, so Gerlinger. Spannend sei, dass sich das Spiel in fast jeder Phase drehen könne. Dokumentiert werde der jeweilige Spielstand auf Tablets. „Mathe” sei ganz wichtig, ergänzt Tobias Gebhardt in Anspielung auf das unabdingbare Zählen. Es sei immer wieder neu durchzurechnen, wohin der Pfeil müsse, damit der Plan, exakt zur Null zu kommen, auch aufgehe.

Den perfekten Moment erwischen

Dann muss man natürlich auch noch treffen. Wenn man den perfekten Moment erwische und der Pfeil im anvisierten Segment lande, dann sei das ein sehr gutes Gefühl, das zum Weiterspielen anrege, betont er.

Sascha Gerlinger verfolgt mit Interesse auch die bedeutenden Profi-Turniere und freut sich nach den noch frischen Eindrücken der Darts-Weltmeisterschaft 2026 in London mit dem Sieg des Favoriten Luke Littler schon auf die nächste Auflage dieses Großevents. 2024 war auch schon einmal eine Art Public Viewing von der Dart-WM im Sportheim in Wettringen organisiert worden – vor teilweise bis zu 50 Zuschauenden. Das möchte man gerne wiederholen, hieß es.

Noch wichtiger ist für die Aktiven aber das schöne Gefühl, einer von wenigen Vereinen in der Region zu sein, die inzwischen eine Mannschaft im offiziellen Dart-Ligabetrieb stellen. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die bevorstehenden spannenden Begegnungen mit anderen Clubs.

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