Das Bahn-Terminal wird zum Herzstück des Gewerbeparks Interfranken | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 14.06.2024 07:00

Das Bahn-Terminal wird zum Herzstück des Gewerbeparks Interfranken

Der Güterverkehr auf der Schiene, hier ein Zug im Ansbacher Bahnhof, spielt für den Zweckverband Interfranken eine wichtige Rolle. . (Foto: Thomas Schaller)
Der Güterverkehr auf der Schiene, hier ein Zug im Ansbacher Bahnhof, spielt für den Zweckverband Interfranken eine wichtige Rolle. . (Foto: Thomas Schaller)
Der Güterverkehr auf der Schiene, hier ein Zug im Ansbacher Bahnhof, spielt für den Zweckverband Interfranken eine wichtige Rolle. . (Foto: Thomas Schaller)

Ein Güterbahnhof zur Verknüpfung des Transports auf der Straße mit der Schiene rückt immer stärker in den Fokus der Planung für den Gewerbe- und Industriepark am Autobahnkreuz Feuchtwangen-Crailsheim.

Der Zweckverbandsvorsitzende, Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh (CSU), stellte den aktuellen Sachstand bei einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Strukturförderungsausschusses des Kreistags mit dem Wirtschafts- und Regionalbeirat vor.

Nach seinen Worten bildet das Güterverkehrszentrum (GVZ) den neuen Schwerpunkt der Interfranken-Aktivitäten. Das Projekt beschränke sich aber nicht auf das Zweckverbandsgebiet. Vielmehr gehe es darum, „langfristige Standortsicherung für Unternehmen in der Region“ zu betreiben und Vorteile für Neuansiedlungen zu schaffen.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität

Einen Vorteil sieht Ruh unter anderem darin, dass durch das GVZ die Straßen-Infrastruktur entlastet werden könne. Darüber hinaus gehe es um das Ziel der Klimaneutralität. Durch die Taxonomie-Verordnung der EU werde Nachhaltigkeit auch im Güterverkehr zu einem Kriterium des Risikomanagements in der Finanzwirtschaft. Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sehe in kombinierten Verkehren von Schiene und Straße großes Potenzial zur Senkung des CO2-Ausstoßes.

Auf europäischer Ebene würden „die Daumenschrauben angelegt“. Unternehmen, die nicht genug tun, würden erhebliche Finanzierungsprobleme bekommen. Ruh sprach sich deshalb dafür aus, die Infrastruktur in Westmittelfranken anzupassen, wo es bisher kein solches Güterterminal gibt. Wegen dieses „weißen Flecks“ auf der Landkarte würden derzeit fast 100 Prozent des Güterverkehrs im Landkreis auf der Straße abgewickelt, denn die Waren könnten nicht „zeit- und streckennah“ auf die Schiene gebracht werden.

Interfranken-Gebiet liegt an einer Hauptstrecke

Das Ziel, ein Viertel der Gütertransporte mit der Eisenbahn zu erledigen, sei ohne ein zusätzliches Terminal für den kombinierten Verkehr unerreichbar. Dabei komme dem Zweckverband zugute, dass das Interfranken-Gebiet an einer Hauptstrecke liegt und somit gute Voraussetzungen für europäische Verbindungen habe. Deshalb sei das Vorhaben auch in das bayerische Güterverkehrskonzept aufgenommen worden. In anderen Teilen des Freistaats seien die Kommunen oft gegen solche Projekte, hier jedoch werde es von den Gemeinden unterstützt. Sowohl vom Bund als auch von der Europäischen Union seien Zuschüsse zu erwarten.

An dem Terminal können viele Transportvarianten umgesetzt werden, vom einzelnen Waggon bis zum ganzen Zug. Die geplante Reaktivierung eines Stammgleises in Crailsheim biete nicht so große Möglichkeiten.

Verknüpfung mit der Straße wichtig

Voraussetzung sei aber eine Verknüpfung mit der Straße, weshalb ein Autobahnanschluss notwendig sei. Die Planfeststellung hierfür liegt nach den Worten des Verbandsvorsitzenden „kurz vor der Ziellinie“. Die Unterlagen sollen noch im Sommer eingereicht werden, die Planfeststellung für den Güterbahnhof werde „auf dem Fuße“ folgen.

Zu einer gesamtheitlichen Betrachtung gehöre auch die „grüne Energieversorgung“. Ein Wasserstoff-Elektrolyseur werde am Standort Feuchtwangen verwirklicht.

Weitere Bahn-Projekte sollen folgen

Kreisrat Michael Dörr (CSU) sprach von einem „zukunftsweisenden Projekt“ und Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU) stellte das Vorhaben in den Kontext weiterer Bahnprojekte wie der Reaktivierung der Strecke Gunzenhausen-Wilburgstetten und der Verlängerung der S-Bahn bis nach Crailsheim. Auch die Wiederbelebung der Route von Dombühl nach Wilburgstetten und darüber hinaus werde man weiter anstreben.

Harald Domscheit (Grüne) meinte, seine Partei unterstütze die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn, habe aber eine „andere Position zu Interfranken“.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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